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Gepostet on 6 Mai 2013 in Dialog, Interreligiöser Dialog

Erster Freundschaftsvertrag zwischen Christen und Muslimen in Bethphage

Erster Freundschaftsvertrag zwischen Christen und Muslimen in Bethphage

Bethphagé-articleBETHPHAGE – Am 22. April unterzeichnete Weihbischof Shomali, Vikar des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, gemeinsam mit dem Großmufti von Jerusalem in Bethphage auf dem Ölberg einen Freundschaftsvertrag zwischen den Einwohnern einer durch die Kustodie vom Heiligen Land erbauten christlichen Wohnsiedlung und ihren muslimischen Nachbarn. Eine Premiere!

Etwa einhundert Teilnehmer haben sich am 22. April im Ölberg-Klubhaus in Bethphage versammelt, um bei dieser ungewöhnlichen Vertragsunterzeichnung dabeizusein. Ein Freundschaftsvertrag,  unterzeichnet durch Weihbischof Shomali, Großmufti  Mohammad Hussein, Gouverneur von Jerusalem Adnan Husseini und Kustodienökonom Fr. Ibrahim Faltas. Die Unterzeichner repräsentierten einerseits die 63 Familien der christlichen Wohnsiedlung von Bethphage, erbaut durch die Kustodie vom Heiligen Land, und andererseits das muslimische Nachbarsviertel.

Dieser Pakt verfolgt zwei Ziele:  zum einen die Prävention jeglicher neuer Gewalt zwischen den Nachbarn, wie es leider in den letzten acht Monaten häufig der Fall war, und zum anderen die Verwirklichung des guten Willens. Wie man an dem daraus entstandenen Koordinierungskomitee sehen kann, handelt es sich hierbei nicht nur um einen symbolischen Akt. Die Mitglieder des Komitees haben die Aufgabe, sich um die Umsetzung dieses Vertrags zu kümmern und im Falle von Streitigkeiten einzugreifen und nach Lösungen  zu suchen.

Der Vorschlag zu dieser einzigartigen Initiative kam von mehreren muslimischen Führern des Wohnviertels, die sich zuvor bei den Auseinandersetzungen eingeschaltet hatten. Jeder der Unterzeichner hielt eine kurze Rede, wobei die Bedeutung der guten Nachbarschaft und des gegenseitigen Respekts besonders hervorgehoben wurde. Der Großmufti kündigte in seiner Eröffnungsrede sogar an, dass es seiner Ansicht nach Muslimen möglich sei, Grundstücke an Christen zu verkaufen.

Amélie de la Hougue

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