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Gepostet on 10 Apr 2013 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Abkommen zwischen Jordanien und Palästina zur Verteidigung der Stadt Jerusalem

Abkommen zwischen Jordanien und Palästina zur Verteidigung der Stadt Jerusalem

Abdallah-et-Mahmoud-Abbas-300x180AMMAN – Der König von Jordanien Abdallah II. und der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas haben am Sonntag einen Vertrag abgeschlossen, in welchem sie die historische Rolle Jordaniens als Wächter der moslemischen heiligen Stätten von Jerusalem bekräftigen. Den offiziellen Text in englischer Sprache können Sie hier nachlesen.

Laut einer Mitteilung des Palastes unterstreichen sie ihre gemeinsame Absicht, Jerusalem und die Heiligen Stätten, darunter vor allem die Al-Aqsa Moschee, Schauplatz häufiger Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften, gegenüber jeglicher jüdischer Vereinnahmung zu schützen.

In diesem historischen Abkommen, so schreibt der Palast, hebt M. Abbas nochmals die Rolle des Königs als Hüter der heiligen Stätten von Jerusalem hervor und dessen Recht, alle legalen Mittel einzusetzen, um diese Stätten, vor allem die Al-Aqsa Moschee, zu beschützen.

Das Abkommen unterstreicht ebenfalls die historischen Prinzipien, auf welchen die einheitliche Vereinbarung beruht, gemeinsam die Stadt und die heiligen Stätten vor jüdischer Vereinnahmung zu bewahren.

Jerusalem steht zur Zeit unter enormen Herausforderungen, denn laut Aussagen des Palastes sei Jerusalem bedroht, seine arabische, moslemische und christliche Identität zu verlieren.

In Jerusalem befindet sich der drittheiligste Ort des Islam, das Heiligtum Haram al-Sharif, auch Esplanade der Moscheen genannt, mit der symbolträchtigen Al-Aqsa Moschee und dem Felsendom mit der luminösen Goldkuppel.

Diese Stätte, die die Juden mit Bezug auf den damaligen Tempel von Jerusalem, der 70 n.Chr. von den Römern zerstört wurde, Tempelberg nennen, ist ein Pulverfass im Herzen Jerusalems, welcher bei jeder kleinsten Provokation explodiert, da er dem Islam wie auch dem Judentum heilig ist.

Am Donnerstag verurteilte der palästinensische Vermittler Saëb Erakat das neuliche Vordringen jüdischer Siedler, darunter auch des (rechten) Likoud-Abgeordneten Moshe Feiglin, auf die Esplanade der Moscheen.

Während des jüdischen Osterfests vorige Woche kam es nach derartigen Besuchen israelischer Siedler und nationalistischer Juden, die als Provokationen aufgenommen werden, immer wieder zu Auseindersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei.

Am Sonntag wurden Israelis, die sich unter Polizeischutz auf die Esplanade begeben hatten, von Steinen beworfen. Sechs Palästinenser wurden laut Polizei verhaftet.

Die Esplanade der Moscheen steht täglich auch Nicht-Muslimen, also auch Juden, einige Stunden für einen Besuch offen, doch oft muss die Polizei den Zugang verweigern, um Ausschreitungen zu verhindern.

Das israelische Gesetz verbietet gläubigen Juden, auf dieser Stätte zu beten, und das Rabbinat von Israel verwehrt aus theologischer Sicht den Zugang.

Seit des Sechs-Tage-Krieges im Juni 1967 annektierte Israel Ost-Jerusalem, und hält diesen mehrheitlich arabischen Stadtteil seitdem unter Besatzung, was von der internationalen Gemeinschaft nie anerkannt wurde.

Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt ihres zukünftigen Staates, während die Israelis Jerusalem als unteilbar und zur ewigen Hauptstadt des Staates Israel erklären.

Jordanien, Unterzeichner eines Friedensabkommens im Jahr 1994 mit Israel, gilt seit des Sechs-Tage-Krieges als Wächter der heiligen muslimischen Stätten von Jerusalem.

Dieses Abkommen bestätigt die Rolle Jordaniens, erklärt M. Abbas, und festigt die Vereinbarung, die beide Parteien (Jordanier und Palästinenser) vor Jahrzehnten getroffen haben.

(©AFP / 31. März 2013 20h37)