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Gepostet on 5 Apr 2013 in Dialog

Aufruf der katholischen orientalischen Patriarchen aus Rom

Aufruf der katholischen orientalischen Patriarchen aus Rom

 appel PatriarchesROM – Am 18. März versammelten sich auf Initiative Seiner Seligkeit Gregor III., melkitischer Patriarch von Antiochien und des gesamten Orients, von Antiochien und Jerusalem, die orientalischen katholischen Patriarchen, die zur Messe anlässlich des Amtsantrittes von Papst Franziskus nach Rom gekommen waren, in Santa Maria in Cosmedin. Wir veröffentlichen hier den Aufruf, den sie während dieses Treffens verfasst haben.

Basilika Santa Maria in Cosmedin
Residenz des melkitischen griechisch-katholischen Patriarchen
Rom, den 18. März 2013

 

Aufruf

Anlässlich der Einweihungszeremonie des Pontifikates Seiner Heiligkeit Papst Franziskus, in Rom, haben sich ihre Seligkeiten die orientalischen katholischen Patriarchen:

Nersès Bédros XIX.: Patriarch von Sizilien der katholischen Armenier

Gregor III.: Patriarch von Antiochien und des gesamten Orients, von Alexandrien und Jerusalem für die griechisch-melkitische katholische Kirche

Mar Ignatius Joseph III. Younan: Patriarch von Antiochien für die katholische syrische Kirche

Kardinal Béchara Boutros Raï : Patriarch von Antiochien und des gesamten Orients für die maronitische Kirche

Louis Raphael Sako I.: Patriarch für die katholischen chaldäischen Kirche

Ibrahim Ishaq: Patriarch für die katholischen koptischen Kirche

Fouad Twal: Patriarch von Jerusalem für die katholische lateinische Kirche,

in der Basilika Santa Maria in Cosmedin versammelt.

Sie übergeben in ihrem Namen und im Namen der heiligen Synoden ihrer Kirchen ihre Glückwünsche an Seine Heiligkeit Papst Franziskus zu seiner Wahl und Inthronisation als Nachfolger Petri, des Bischofs der Kirche von Rom, die für Nächstenliebe steht. Sie beten für Seine Heiligkeit, damit er die Herausforderungen der Kirche in der Welt und besonders im Nahen Osten, wo das Leben und die Zukunft der Christen bedroht ist, annehmen kann. Diese Christen brauchen seine Solidarität, seine Hilfe und sein Gebet. Sie bringen ihre kirchliche Kommunion mit Seiner Heiligkeit zum Ausdruck, damit die Kirche mit ihren beiden Lungen atmen kann, dem Westen und dem Osten. Sie begrüßen die Namenswahl des Heiligen Vaters, Franziskus, um ein Papst der Armen, aber auch des Friedens und der universalen Brüderlichkeit zu sein. Und sie wünschen ihm, dass sein Pontifikat ein beispielhafter Dienst sei, der den Wünschen des Herrn entspricht, was ihm so sehr am Herzen liegt.

Sie besprachen die alarmierenden Situationen ihrer Länder; das Leid ihrer Söhne und Töchter, das  ihnen am Herzen liegt; sie beten für den Weltfrieden, und erneueren ihren Aufruf zum Dialog und zur Versöhnung als einziges Mittel, um die aktuellen Krisen zu bewältigen. Sie bestehen auf den Verzicht von Gewalt und Mord und auf die Suche nach friedlichen dauerhaften Lösungen anhand seriöser und gerechter Verhandlungen. Sie verurteilen das Entführen und Foltern von Menschen, wie auch die Schändung  Heiliger Stätten und die Angriffe auf bekannte Persönlichkeiten.

Sie bezeugen ihre Solidarität mit den Flüchtlingen in der Region, besonders in Syrien, wo ihre Zahl weiter dramatisch ansteigt. Sie setzen ihre Unterstützung der Hilfsorganisationen fort. Sie erkennen die gerechtfertigten Erwartungen ihrer Völker nach politischen, sozialen und ökonomischen Reformen, der Basis für Demokratie, Freiheit und Bürgerrechte, an.

Die Patriarchen rufen alle Bewohner der arabischen Welt, Muslime wie auch Christen, dazu auf, nach Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen zu streben, ihre Gemeinden durch spirituelle Werte zu bereichern und den Dialog unter den Religionen und Völkern zu wahren, um eine bessere Zukunft zu gestalten, in welcher die Jugend ihre Ziele und Hoffnungen realisieren kann.

In der Erwartung auf Ostern wenden sich die Patriarchen mit folgender Botschaft an alle Gläubigen: „Ihr lebt eine Auferstehung!“ und speziell an die arabische Welt: „Auch ihr lebt eine Auferstehung!“ Sie hoffen, dass der Friede der Auferstehung des Herrn und unseres Retters Jesus Christus die arabische Welt und alle Bürger, Muslime und Christen, erfüllt, damit sie sagen können: „so wie wir gemeinsam den Weg des Kreuzes und des Leids gegangen sind, so werden wir auch gemeinsam die Wege der glorreichen Auferstehung gehen.“