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Gepostet on 26 Mrz 2013 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

35.000 Palmzweige in Jerusalem

35.000 Palmzweige in Jerusalem

24032013-DSC09725-300x199JERUSALEM-Gläubige aus dem ganzen Heiligen Land und Pilger aus der ganzen Welt kamen am Sonntag, den 24. März mit Palmzweigen in der Hand in der traditionellen Palmprozession den Ölberg herab. Laut der israelischen Polizei nahmen etwa 35. 000 Menschen an der Prozession bis in die  Altstadt teil, um den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem zu feiern.

Vergangenes Jahr hatte die israelische Polizei etwa 15.000 Menschen gezählt. Gestern sah man 35.000 hochgehaltene Olivenzweige und Palmblätter, die sich vom Ölberg hinunter in die Altstadt von Jerusalem bewegten, begleitet von einem beeindruckenden Sicherheits-System sowohl in der Luft als auch in der Stadt. Trotz des verschobenen Oster-Termins in der Diözese und der Tatsache, dass sich die  Anzahl der von den israelischen Behörden an die Palästinenser ausgegebenen Genehmigungen gegenüber dem letzten Jahr halbiert hatten (6.000 heuer), gab es ein dichtgedrängtes Publikum und nicht selten waren die Namen der Pfarreien des Lateinischen Patriarchats auf den Bannern über den Köpfen zu sehen (Aboud, Jifna, Ramallah, Bethlehem, Beit Jala, Beit Sahour, Nablus,…)

Von der Kirche von Betfage aus (wo Jesus auf den Esel gestiegen war) setzten sich die Gläubigen in  Scharen und mit freudigem „Hosanna“ in Bewegung. Wie üblich erstrahlte die Sonne über diesem bunten musikalischen Spektakel; ein internationaler Tanz voller Inbrunst bestehend aus  Schlagzeug, Gitarren, verschiedener Sprachen und lokaler palästinensischer Kleidung. Der Lateinischen Patriarch von Jerusalem, Seine Seligkeit Erzbischof Fouad Twal, schloss die Prozession mit den Franziskanern und den Rittern des Heiligen Grabes ab. Neben ihm einige Vertreter anderer katholischer Kirchen des  Heiligen Landes und der Apostolische Nuntius für Israel, S.E. Erzbischof Lazzarotto, der auch der Apostolische Delegat für die palästinensischen Gebiete ist.

Der Patriarch hatte am selben Morgen in der  Grabeskirche der Palmprozession und dem Pontifikalamt am Altar der Heiligen Maria Magdalena vorgestanden. Die Nacht zuvor hatte der Kustos in der Kapelle der Erscheinung die Vigil des Palmsonntages und eine Messe am Kalvarienberg am Vorabend des Palmsonntages gefeiert. Ein Teil der Christen des Heiligen Landes  hatte dieses Wochenende die Karwoche eingeleitet, während die andere Hälfte der Diözese mit der Fastenzeit begann, nachdem die Katholische Ordinarien des Heiligen Landes  mit einigen Ausnahmen (einschließlich Bethlehem und Jerusalem) entschieden hatten, das Osterfest nach dem Julianischen Kalender der Orthodoxen am 5. Mai zu feiern.

Gemeinsames Beten für das Heilige Land

Als alle Gläubigen und Pilger am Kloster von St. Anna (in der Nähe des Löwentors) angekommen waren, segnete der Patriarch die Menge, nachdem er sie mit ein paar Worten zum gemeinsamen Gebet für das Heilige Land aufgefordert hatte: “Unsere heutige Prozession ist die der Erlösung, der Herr ist unser Heil. Jesus, der Friedensfürst, kam nach Jerusalem, in eine Stadt, die niemals Frieden kannte.”

Und indem er darauf hinwies, dass diese Prozession mit seinen Olivenzweigen nichts anderes als ein  Symbol des Friedens, der Freude und der Einfachheit darstellte, erinnerte Seine Seligkeit Erzbischof Twal daran, dass diese christliche Prozession als Zeichen der “Absage an jede Form von Gewalt” gemeint war. Abschließend rief der Patriarch alle dazu auf, den HERRN “in unsere Herzen und unser Leben einzulassen, damit er unsere Wunden und unsere Trennung heile, um uns so mit  unseren Schwächen zu stärken und uns Mut zum Durchhalten in all den Prüfungen zu machen”.

Christophe Lafontaine

  Palmes-album