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Gepostet on 11 Mrz 2013 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

„Ein neues Flüchtlingscamp wird in Zarqa eröffnet werden“, kündigt Caritas Jordanien

„Ein neues Flüchtlingscamp wird in Zarqa eröffnet werden“, kündigt Caritas Jordanien

refugiés-Caritas-article-300x182Caritas Jordanien:”Ein neues Flüchtlingslager in Zarqa”

Nach dem Besuch von 200 Flüchtlingsfamilien in der Pfarrei von Zarqa in Jordanien, eröffnete Kardinal Sarah, Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum, in Amman die  jährliche Versammlung der Caritas MONA (Nahost und Nordafrika). Eines der Themen, die in diesen zwei Tagen (20.-22. Februar) angesprochen wurden, betraf die Aufnahme syrischer Flüchtlinge in Jordanien (bisher 380.000), bei der die Caritas eine wesentliche Rolle spielt. Wael Suleiman, Caritas-Direktor in Jordanien, beantwortete unsere Fragen bezüglich der Herausforderungen in der gegenwärtigen Situation und für die Zukunft.

Was sind die wichtigsten Bedürfnisse der 75.000 Flüchtlinge, die bisher von der Caritas Jordanien aufgenommen wurden?

Die von der Caritas aufgenommenen Flüchtlinge brauchen alles. Absolut alles. Sie kommen mit Nichts in Jordanien an und brauchen unsere Hilfe und  Unterstützung bis sie wieder in ihr Land zurückkehren können.

Wie organisiert sich die Caritas bezüglich Zeit, Raum und Personal angesichts des Zustroms all dieser Flüchtlinge?

Wir sind eine große Familie, eine große Institution und unsere Partner sind immer an unserer Seite, um uns bei dem zu erwartenden immer größer werdenden Zustrom von Flüchtlingen in den kommenden Monaten zu helfen.

In Bezug auf das Personal mobilisieren wir mehr Leute, aber unsere echten Ressourcen in dieser Krise sind unserer Volontäre. Seit 12 Jahren haben wir bei der Caritas ein Programm für Volontäre, das es uns nun erlaubt, auf äußerst fähige Freiwillige zählen zu können. Sie betrachten ihre Arbeit als eine Mission. Daher arbeiten Sie mit uns in allen Zentren mit liebevoller Unterstützung für alle Brüder und Schwestern, die leiden.

Hinsichtlich des verfügbaren Platzes muss ich ganz besonders unserer geliebten Kirche und unseren Priestern in den verschiedenen Regionen Jordaniens danken: alle sind offen für uns und erleichtern der Caritas ihre Mission für das, was noch vor uns liegt.

Angesichts der auftretenden Schwierigkeiten: was erwarten Sie von der Jahresversammlung der Caritas?

Teilen und zuhören. Und das Gebet für einen wahren Frieden in unserer geliebten Region. Das Treffen wird nicht nur die Frage der Flüchtlinge ansprechen, denn es handelt sich um eine Konferenz der MONA (Hrsg.: Nahost und Nordafrika) und es gibt auch andere Angelegenheiten in dieser Region, die beschlossen werden müssen. Aber sicherlich wird dies der Moment sein, um gemeinsam über diese Situation zu sprechen.

Wie stellen Sie sich die nächsten Monate für die Caritas, die anderen Organisationen und das Königreich Jordanien vor?

Eine größere Anzahl von syrischen Flüchtlingen wird weiterhin in Jordanien ankommen. Wir erwarten 300.000 Menschen in den nächsten sechs Monaten. Wir als Caritas – und natürlich auch mit anderen Organisationen – versuchen, uns darauf einzustellen. Jordanien ist ein Land mit begrenzten Mitteln, aber mit einem großen Herzen und einer klaren Vision der Mission werden wir auch weiterhin das syrische Volk aufnehmen. Nächste Woche werden wir ein neues Lager  in Zarqa eröffnen: und wir haben die Möglichkeit auf noch ein drittes zu eröffnen.

Interview von Amélie De La Hougue