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Gepostet on 8 Mrz 2013 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

In Wien erinnert S.E. Weihbischof Shomali an die Abwanderung der Christen aus dem Heiligen Land

In Wien erinnert S.E. Weihbischof Shomali an die Abwanderung der Christen aus dem Heiligen Land

Vienne-article-293x300WIEN – Das General-Kommissariat des Heiligen Landes und die Österreichische Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab haben am 23. Februar im Franziskaner Kloster in Wien  gemeinsam ein Symposium mit dem Titel “Pax et Bonum – eine Botschaft für die Christen im Heiligen Land” organisiert. S.E. William Shomali, Weihbischof des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem hielt eine Rede über die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme der Christen in Israel und Palästina.

Derzeit gibt es laut Weihbischof Shomali sechs “große Herausforderungen” für die Christen im Heiligen Land: die Koexistenz von mehreren katholische Kirchen, der ökumenische Dialog mit den anderen Christen, der interreligiöse Dialog mit Juden und Muslimen, der Friedensprozess, die wirtschaftlichen Verhältnisse und schließlich die zunehmende christliche Emigration. Für den Bischof „sind diese Herausforderungen miteinander verknüpft. Eine dieser Herausforderung in Angriff zu nehmen, hilft die nächste anzupacken “.

Ein besonderes Augenmerk legte Weihbischof Shomali auf die wirtschaftlichen Aspekte und erklärte, dass “die palästinensischen Gebiete ein eher armes Land sind”. Zur Veranschaulichung seiner Rede erinnerte er daran, dass das jährliche Prokopfeinkommen in den palästinensischen Gebieten 2000$ betrage, in Israel hingegen 28 000 $. Bei den Palästinensern gebe es 30 % Arbeitslose, verglichen mit 5 % auf  israelischer Seite. Die wirtschaftliche Entwicklung in den palästinensischen Gebieten leide auch wegen des Mangels an Häfen und Flughäfen, Schwierigkeiten im Bau, die Wasserkrise, die sich jeden Sommer wiederhole…

Ein Paradoxon

Zu dieser prekären wirtschaftlichen Lage komme die mangelnde Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts und für die Christen der Umstand eine Minderheit zu sein. All diese Gründe können die Christen zur Auswanderung bewegen. Weihbischof  Shomali erinnerte daran, dass mehr als 1 Million Christen Palästinas und Israels in der Diaspora leben und im Heiligen Land  sinkt der Anteil der christlichen Bevölkerung beständig. Diese Gemeinschaft hat sich heute auf 2 % der gesamten Bevölkerung des Heiligen Landes reduziert. Jedoch hat der Bischof ein Paradoxon festgestellt: „Während sich der Prozentsatz senkt, steigt die Zahl. Wir sind jetzt 50.000 Christen in Palästina, 130.000 in Israel und mehrere tausend ausländische christliche Arbeitnehmer, die in Israel arbeiten. Die Mehrheit der einheimischen Christen spricht Arabisch “.

Bezüglich der Versuchungen wegen der Schwierigkeiten des Alltags zu emigrieren, erläuterte der Bischof die Haltung der Kirche: “Um die Christen dazu zu ermuntern hier zu bleiben, reicht es nicht, ihnen Wohnraum oder wirtschaftliche Vorteile zu versprechen. Dies wird sie  nicht daran hindern, ihr Land zu verlassen. Wir müssen sie davon überzeugen, dass ihr Bleiben im Heiligen Land mehr als ein Zufall ist und keine Schande. Es ist ein Privileg und eine Berufung, zu der sie der Herr ruft “.

Christophe Lafontaine