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Gepostet on 7 Mrz 2013 in Projekte

Erweiterung der Schule der Heiligen Familie in Gaza

Erweiterung der Schule der Heiligen Familie in Gaza

Gaza après travauxGAZA – Ende 2012 konnte ein wichtiges Projekt des Lateinischen Patriarchats im Schulbereich der Pfarrei der Heiligen Familie in Gaza vorgezeigt werden. Etwa ein Jahr lang arbeiteten die Architekten des Patriarchats und die ausführenden Handwerker daran, ein zusätzliches drittes Stockwerk auf das Schulgebäude zu setzen. Die Herausforderung bestand dabei darin, den Schulbetrieb weiterführen zu können, damit das Studium der Schüler nicht unter den Arbeiten leiden musste.

Die Schule der Heiligen Familie in Gaza kann sich somit nun über weitere ca. 1045 m ² freuen. Der hinzugefügte dritte Stock verfügt über eine groكe Mehrzweckhalle mit 250 Plنtzen, einem Essbereich mit Küche, einer Behindertentoilette und drei Zimmer für speziellen Unterricht (ein Physiklabor und andere), ein Lehrerzimmer, ein Verwaltungsbüro, eine Bibliothek und weitere Bereiche zusنtzlich zu den notwendigen Sanitنranlagen. Auكerdem wurde ein externer Aufzug für alle Etagen gebaut.

Fertiggestellt wurde der am 7. Dezember 2011 begonnene Bau im September 2012. Das Projekt selbst war durch zahlreiche groكzügige Spender, darunter der Gesellschaft Johannes Paul II, mِglich geworden. Jetzt, da diese Arbeiten abgeschlossen sind, bleiben noch einige technische Bereiche, die aufgrund der spezifischen Situation des Gaza-Streifens zu verfeinern sind. „Derzeit“, so Pfarrer Hijazen, Generaldirektor der Schulen des Lateinischen Patriarchats in Palنstina, „prüfen wir die Mِglichkeit eines eigenen Stromgenerators, da es im Gaza-Streifen zu hنufigen Stromausfنllen kommt, die unsere Schüler in ihrem Studium behindern“.

Die Herausforderungen eines Schul-Projekts in Gaza

Die Situation, in der sich Gaza befindet, macht das Projekt zu einem komplexen Unterfangen. Die Fِrderer dieses umfangreichen Projekts sahen sich neben dem Problem der tنglichen Strom-Ausfنlle auch dem Problem der Materialbeschaffung gegenüber, da nicht alles im Gaza-Streifen verfügbar war. So mussten zum Beispiel einige Baumaterialien wie Stahlteile aus dem Ausland hergebracht werden, die dann aufgrund der Grenzkontrollen oft mit erheblicher Verzِgerung eintrafen.

Gaza pdt travauxDas Herbeischaffen der wichtigsten Materialien wurde auكerdem durch Kraftstoffmangel verzِgert. Aufgrund dieses Mangels waren die LKW auch nicht in der Lage auf der Baustelle den Zement auszubringen. Bleibt noch zu erwنhnen, dass, sobald der Bau abgeschlossen war, die Schule im November nach den acht Tagen Krieg erhebliche Schنden zu verzeichnen hatte: die Bomben, die in ihrer Nنhe gefallen waren, hatten Schنden an Türen und Fenstern hinterlassen.

Herausforderungen auch im internen Bereich der Schule:

— Die Schule wنhrend der Bauzeit offen zu halten, um den Unterricht nicht zu gefنhrden und gleichzeitig das Lernniveau aufrecht zu halten ohne die Sicherheit auكer Acht zu lassen, bot eine weitere Herausforderung. Barrieren, Abdeckungen und Schutz verschiedener Art wurden daher geschaffen. So konnten dann auch alle Schüler am Ende des Jahres zur Zufriedenheit des Direktors, Pater Jorge Hernandez, ein Zeugnis erhalten.

— Ein weitere Herausforderung bestand darin, das traditionelle Jahresabschlussfest zur ـbergabe der Abiturzeugnisse stattfinden lassen zu kِnnen. Zu dieser feierlichen Zeremonie mit dem Patriarchen Fouad Twal auf dem Schulhof wurden Reinigungsarbeiten durchgeführt, der Spielplatz frei gerنumt und Schutzpaneelen entfernt. Nach dem Fest wurden dann die Schutzpaneele wieder an ihren Platz zurückgebracht.

Gaza écoleFast 1.000 Schüler in Gaza: „offen sein für alle“

Die Schulen des Lateinischen Patriarchats in Palنstina nehmen etwa 6.000 Schüler auf, 43% davon sind Christen. Im Gaza-Streifen hat das Lateinische Patriarchat zwei Schulen mit 968 Studenten, davon sind 855 Nichtchristen und 113 Christen, was 12 % der Schüler entspricht. Dies sind andere Zahlen als die im Rest von Palنstina, wie Pfarrer Hijazen kommentiert:

„ Gaza ist eine sehr wichtige Schule für uns, denn sie bietet den Christen die Mِglichkeit im Land zu bleiben „. Der Direktor der Schulen Palنstinas verbirgt dabei nicht, dass auf die Kinder „ein gewisser Druck seitens des Islam“ ausgeübt wird. „Z. B. letzte Woche,“ so sagt er, “hat ein junger Christ beschlossen Muslim zu werden“. So ist diese Schule auch ein Weg den Jugendlichen dabei zu helfen „ ihrem Glauben treu zu bleiben“. Pater Jorge Hernandez, Direktor der Schule und Pfarrer der Pfarrei der Heiligen Familie und die drei Religionsgemeinschaften vor Ort sind sich dessen bewusst und stehen daher den jungen Leuten tنglich zur Verfügung. „Hier lebt man wie in einer Familie“, betont Pater Jorge.

Die Schule der Heiligen Familie, die in zwei Gebنuden untergebracht ist, beschنftigt 86 Angestellte (in der Verwaltung, als Lehrer und sonstige Mitarbeiter). Von diesen sind 22 Christen, die anderen Muslime. Eine Zusammenarbeit, die in Frieden und Brüderlichkeit im tنglichen Leben gelebt wird und damit auch die Schüler dazu einlنdt, es ihnen gleich zu tun. Sowohl diese Zahlen als auch die Atmosphنre in der Schule der Heiligen Familie spiegeln den Geist der Schulen des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem wider: „Offen sein für alle“.

Amélie de La Hougue