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Gepostet on 18 Feb 2013 in Dialog, Ökumenismus

Woche der christlichen Einheit, ausführlich gelebt in Galiläa

Woche der christlichen Einheit, ausführlich gelebt in Galiläa

Semaine-unité-galilée-articleGaliläa – Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wurde in Galiläa in diesem Jahr besonders gefeiert. Der Lateinische Generalvikar, Bischof Giacinto- Boulos Marcuzzo, verfasste im Auftrag Seiner Seligkeit Fouad Twal einen Brief an alle Pfarreien und Gemeinden, in dem er sie einlud, im Jahr des Glaubens besonders zu feiern und aktiv an der Gebetswoche für die Einheit der Christen teilzunehmen.

Alle Pfarreien betonten den ökumenischen Aspekt bei Messfeiern an den Sonntagen am 20. und 27. Jänner. Die römisch-katholische Pfarre in Haifa hielt eine besondere Andacht am Freitag, den 25. Jänner, in Anwesenheit von vielen Priestern und Pastoren, Gläubigen und anderen Gemeinden. Die Zeremonie wurde von der Focolare-Bewegung veranstaltet, die eine starke ökumenische Berufung hat.

Die „Chemin Neuf Community“, auch mit ökumenischer Berufung, organisierte am 25.Januar  einen ökumenischen Gottesdienst im „Mary of Nazareth International Centre“. Vespern für die Einheit der Christen wurden in ihrer „Kapelle für die Einheit“ (Chapel of Unity)gelesen. Am letzten Tag der Woche versammelten sich mehr als 100 Menschen der  verschiedenen Kirchen – Lateinisch, Melkitisch, Maronitisch, Koptisch, Orthodox und Anglikanisch – um gemeinsam das Gebet von Christus „Alle mögen eins sein“ zu beten. Der Gottesdienst, geleitet von Bischof Marcuzzo, wurde in Arabisch und Französisch von den Brüdern und Schwestern der Gemeinde von Nazareth und Jerusalem und von Mitgliedern der lateinischen und melkitischen Chöre von Nazareth gefeiert. Während der Eingangsprozession legten zwei Personen eine leere Schale und Patene auf den Altar. Sie sind die Zeichen von Jesu Opfer und von seinem brennenden Wunsch, die Einheit Seiner Kirche erfüllt zu sehen, aber auch, weil sie leer sind, unser Gebet um die Realisation, da  die völlige Gemeinschaft zwischen unseren Kirchen noch nicht erreicht ist. In der „Chemin Neuf Community“ wird diese Geste jeden Donnerstagabend des Jahres erneuert für die Forderung nach der Einheit der Christen.

Freude der Einheit

In seiner Predigt kommentierte Archimandrite Emile Shouffani, ein melkitischer Priester aus Nazareth, die Einladung von Paulus an die Philipper, „sich allezeit im Herrn zu freuen“. Er bezeugte seine Freude am Anblick christlicher Menschen, die sich im Gebet einsetzen und den Herrn für die Einheit Seiner Menschen bitten, die nur Gott durch den Heiligen Geist geben kann. Der melkitische Priester sprach schließlich von den Initiativen und vergangenen Bemühungen des „Ökumenischen Komitees von Nazareth und den Empfehlungen und Regeln der Pastoralsynode der Ortskirche. Abschließend ermutigte er jeden, diese Initiativen und den Geist der Einheit wieder aufzugreifen.

Bischof Marcuzzo erinnerte am Beginn der Zeremonie die Gläubigen daran, dass „wir mit dieser Feier in eine große historische Spur von Gebeten, Hoffnungen, Treffen, Aktionen, Initiativen und Entscheidungen passen, die darauf abzielen, den größten Wunsch unseres Herrn zu erfüllen: die Einheit seiner Jünger. Wir passen in eine große geographische Reise, die die Kirchen aller Länder involviert in dem Bemühen, alle Gemeinden zu vereinen, in dem was uns eint, und die Faktoren der Einheit sind viel mehr als die Faktoren der Trennung“. Mit der Erinnerung, dass wir im Jahr des Glaubens stehen, erläuterte der Bischof dann den Unterschied zwischen Religion und Glauben. Er zeigte, dass „es oft eine religiöse Zugehörigkeit (die Tayfah, Bekenntnis oder Konfession) ist, besonders in ihrem kulturellen und historischen Erbe, die uns trennt. Der Glaube kann uns nur vereinen.“

Gemeinsam Ostern feiern

Zum Abschluss dankte der Bischof von Nazareth allen Teilnehmern und besonders der Chemin Neuf Bewegung. Er lud die Gläubigen ein, „nicht enttäuscht zu sein, sondern einen starken und lebendigen Glauben an die Realisation der Einheit zu bewahren. Die Tatsache, dass die katholische Kirche im Hl. Land beschlossen hat, die Vereinigung zum Thema der diesjährigen Feste zu machen, ist ein Zeichen, dass ernste Schritte auf dem Weg zur Einheit gesetzt werden.“ Große Freude zeigt sich in den Gesichtern der Gläubigen bei dem Hinweis, dass die Katholiken dieses Jahr Ostern in Übereinstimmung mit dem Julianischen Kalender feiern werden. Die Orthodoxen sind eingeladen, Weihnachten gleichermaßen nach dem Gregorianischen Kalender zu feiern.

Die gleiche Freude vereinte die Teilnehmer rund um das Buffet, das von der Chemin Neuf Gemeinde vorbereitet und in der schönen Ottoman Cafeteria im „Mary of Nazareth Centre“ serviert wurde.

Text von der Chemin Neuf Gemeinde und Focolare

Photos von K.K.

Semaine unité galilée album