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Gepostet on 30 Jan 2013 in Kirche

Solidaritätstreffen im Heiligen Land 2013: Schlussbericht

Solidaritätstreffen im Heiligen Land 2013: Schlussbericht

Coordination-300x225Vom 8. bis 10. Januar 2013 trafen sich Teilnehmer des Solidaritätstreffens im  Heiligen Land, die aus europäischen und nord-amerikanischen Bischöfen besteht, mit der Mutterkirche, um die örtlichen Gemeinden zu besuchen. Hier der Schlussbericht ihrer Sitzungen:

Koordinierung Heiliges Land – Schlussbericht 2013

10. Januar 2013

Seit der Versammlung der Bischöfe des Solidaritätstreffens im Heiligen Land im Januar 2012 erleben die Bewohner dieser Region erneut eine dramatische Zeit: den Konflikt in Gaza und im Süden von Israel, den Bürgerkrieg in Syrien, der zu großen Flüchtlingswellen und und daraus resultierenden starken Beeinträchtigungen der Ressourcen in den angrenzenden Ländern führt, was schließlich wiederum die Polarisierung zwischen Israel und Palästina fördert. Anhand dieser Reihe negativer Entwicklungen wächst die Sorge aller Menschen in dieser Region, von Israelis, Palästinensern, Juden, Muslimen bis hin zur christlichen  Bevölkerung, die ständich  abnimmt.

Dieses Jahr haben wir die Möglichkeit wahrgenommen, die christlichen Gemeinden im Gazastreifen, in Bethlehem, in Beit Jala, in Madaba und in Zarqa zu besuchen. Im Cremisantal haben wir von den Rechtsstreitigkeiten um die Bewahrung von Grundstücken und lokalen religiösen Institutionen und von den Übergriffen auf die israelische “Sicherheitsmauer”erfahren. Wir sind auch über die Berichte von Ordensfrauen bestürzt, die sich für die Migrationsarbeiter, Opfer von Menschenhandel und Gefangene engagieren. Wir werden weiterhin unsere Regierungen dazu auffordern, sich gegen diese Ungerechtigkeiten einzusetzen.

Andererseits durften wir die Kraft und den Mut vieler Menschen erfahren, die unseren Glauben dadurch sehr bereichert haben: der Gläubigen in der Messe in Zarqa in Jordanien; derer, die sich um die Schwächsten in der Gesellschaft kümmern, unter anderen um die Flüchtlinge des Terrors und der Gewalt aus Syrien und aus dem Irak; derer, die gegen Unterdrückung und Unsicherheit in den Regionen ankämpfen, die zum Heiligen Land gehören. Es liegt uns sehr am Herzen, einen gerechten Frieden zu fördern und die Christen unserer Heimatländer wie auch alle Menschen guten Willens aufzurufen, den Einsatz in dieser Region fortzusetzen, um eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Zwei Organisationen, die wir besucht haben, leisten eine gute Arbeit: das Caritas Flüchtlingsprogramm und die Catholic Relief Services in Jordanien.

Wir müssen uns auch darüber bewusst sein, wie der Glaube an Gott den Menschen im Heiligen Land Licht in ihr Leben bringt. Die Kirche engagiert sich tatkräftig in der Erziehung und Bildung, eine lohnende Investierung für die Zukunft. Als bestes Beispiel gilt hier die Bethlehem Universität, wo wir beeindruckende Berichte aus dem Leben der Studenten gehört haben, und die amerikanische Universität von Madaba in Jordanien. Im Jahr 2009 hat Papst Benedikt XVI. das Kollegium und die Studenten der Region gebeten, an einer gerechten und friedvollen Gesellschaft zu arbeiten, die Völker verschiedener ethnischer und religiöser Herkunft in sich vereint.

Mit den Bischöfen vor Ort bemühen wir uns um eine pragmatische Unterstützung der schwächsten Mitmenschen, der (Aus-)Bildung für junge Menschen und der Friedensarbeit. Wir laden alle Christen dazu ein, Pilgerreisen ins Heilige Land zu unternehmen und diesselbe Gastfreundschaft zu erleben wie wir sie erfahren durften. Wir werden unsere Regierungen über die Ursachen des Leids in diesem Land aufklären, um die Friedensbemühungen zu verstärken.

Wir wiederholen nochmals den Aufruf des Papstes in seiner letzten Ansprache an das diplomatische Korps vom Heiligen Stuhl: „Infolge der Anerkennung Palästinas als beobachtender Nicht-Mitgliedstaat durch die UNO-Vollversammlung  möchte ich erneut meine Hoffnung äußern, dass sich Israelis und Palästinenser mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für eine friedliche Koexistenz zweier souverainer Staaten engagieren, damit der Respekt vor der Gerechtigkeit und die legitimen Erwartungen der beiden Völker garantiert werden. Möge die Stadt Jerusalem ihrem Namen gerecht werden! Eine Stadt des Friedens, nicht der Entzweiung.“

Mit den Worten eines Verses der Psalmen, die wir täglich gemeinsam beten: „Betet für den Frieden von Jerusalem.“ (Psalm 122, 6).

Unterzeichner des Schlussberichts:

Mgr Richard Smith – Edmonton, Canada

Mgr Joan-Enric Vives – Urgell et Andorre, Espagne

Mgr Gerald Kicanas – Tucson, États-Unis

Mgr Stephan Ackermann – Trèves, Allemagne

Mgr Michel Dubost – Evry, France

Mgr William Kenney – Représentant de la ComECE

Mgr Bürcher Peter – Reykjavik, Conférence des évêques nordiques

Mgr Declan Lang – Clifton, Angleterre et Pays de Galles.