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Gepostet on 29 Jan 2013 in Dialog, Ökumenismus

7. Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen

7. Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen

EcuTexte JERUSALEM – Die Gebetswoche für die Einheit der Christen nähert sich dem Ende. Der vorletzte Gebetsabend am  Samstag, den 26. Januar 2013, fand bei den Äthiopiern  mit einer Feier entsprechend dem orthodoxen Ritus in äthiopischer Sprache statt: die Atmosphäre, belebt durch die Farben Afrikas, war tief ergreifend. Im folgenden finden Sie die Texte, die vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen veröffentlicht wurde.

 

 

Texte für
die Gebetswoche für die Einheit der Christen
und das ganze Jahr 2013

Mit Gott gehen
(Micha 6,6–8)

7. Tag Mit Gott gehen
Unterwegs in Solidarität

EcuAlbum

Lesungen

Num 27,1–11 Das Erbrecht auch für die Töchter
Ps 15 Wer wird bleiben in Gottes Heiligtum?
Apg 2,43–47 Die Christen hatten alles gemeinsam
Lk 10,25–37 Der barmherzige Samariter

Meditation

Mit Gott gehen heißt, solidarisch unterwegs sein mit allen, die für Gerechtigkeit und Frieden streiten. Das stellt allen, die diese Woche für die Einheit der Christen beten, die Frage: Was für eine Einheit ist das, die wir suchen? Die Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, der sowohl die Mitglieder des Ökumenischen Rates der Kirchen als auch die katholische Kirche angehören, versteht Einheit als „sichtbare Einheit in einem Glauben und in einer eucharistischen Gemeinschaft“. Die ökumenische Bewegung zielt darauf ab, die geschichtlichen und aktuellen Grenzen zu überwinden, die Christen trennen. Aber sie tut dies mit der Vision einer sichtbaren Einheit, in der das Wesen und der Auftrag der Kirche verbunden sind mit dem Dienst an der Einheit der Menschheit. Dazu gehört, dass alles überwunden wird, was die Würde der Menschen verletzt und was uns voneinander trennt. In dem Dokument Nature and Mission of the Church äußert sich die Kommission für Glauben und Kirchenverfassung so: „Die Kirche ist dazu berufen und ermächtigt, durch den Einsatz und die Sorge für die Armen, Schwachen und an den Rand Gedrängten das Leiden aller zu teilen. Das bedeutet, dass sie ungerechte Strukturen kritisch analysiert, aufdeckt und auf ihre Veränderung hinarbeitet… Dieses gewissenhafte Zeugnis kann auch bedeuten, dass einzelne Christen um des Evangeliums willen leiden. Die Kirche ist dazu berufen, zerbrochene Beziehungen unter den Menschen zu heilen und zu versöhnen und Gottes Werkzeug zu sein bei der Versöhnung von Spaltungen und von Hass unter den Menschen“.

Es gibt viele Beispiele dafür, wie die indischen Kirchen den Dienst der Heilung und Versöhnung tun. Noch bis vor Kurzem hatten in Indien die Töchter christlicher Familien kein Erbrecht. Die Kirchen unterstützen die Forderung nach Aufhebung dieses archaischen Gesetzes. Die Geschichte der Töchter des Zelofhad, in der Mose sich an Gott um Gerechtigkeit im Blick auf das Erbrecht von Töchtern wandte, war Anlass, Gerechtigkeit für Frauen einzufordern. So wurden die christlichen Dalits in ihrem Kampf um Gerechtigkeit ermutigt durch das biblische Zeugnis.

Das biblische Bild einer in Solidarität mit den Unterdrückten verbundenen Kirche ist das Gleichnis Jesu vom Barmherzigen Samariter. So wie die Dalits, stammt auch der Barmherzige Samariter aus einer verachteten und ausgestoßenen Gemeinschaft. Er ist der Einzige in der Geschichte, der dem Überfallenen am Wegesrand hilft. Durch seine tätige Solidarität verkündigt er die Hoffnung und den Trost des Evangeliums. Der Weg zur christlichen Einheit ist untrennbar damit verbunden, in Solidarität unterwegs zu sein mit allen, die auf Gerechtigkeit warten.

Gebet

Dreieiniger Gott, du selbst bist das Urbild heiler Beziehungen. Sich gegenseitig brauchen, liebevoll miteinander umgehen, solidarisch sein, das wollen wir von dir lernen. Lehre uns, die Hoffnung zu teilen, die wir überall da finden, wo Menschen für das Leben kämpfen. Ihre Standhaftigkeit ermutige uns, die eigenen Trennungen zu überwinden. Hilf uns, einmütig miteinander zu leben und den Weg gemeinsam und solidarisch zu gehen.

Gott des Lebens, führe uns hin zu Gerechtigkeit und Frieden. Amen

Fragen

• Wer ist in Ihrer Stadt/Ihrem Dorf auf die Solidarität der christlichen Gemeinde angewiesen?

• Wo haben Sie die Solidarität von Christen erlebt?
• Wie würde sich eine größere, sichtbarere christliche Einheit auf die Solidarität der Kirchen mit denen auswirken, die dringend auf Solidarität angewiesen sind?