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Gepostet on 28 Jan 2013 in Dialog, Ökumenismus

6 Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen

6 Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen

OecuTexteDie Gebetswoche für die Einheit der Christen geht weiter. Die Christen Jerusalems haben sich in der syrisch-orthodoxen Kirche zusammengefunden. Im folgenden finden Sie die Texte, die vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen veröffentlicht wurde.

Texte für
die Gebetswoche für die Einheit der Christen
und das ganze Jahr 2013

Mit Gott gehen
(Micha 6,6–8)

 

 

6. Tag Mit Gott gehen
Grenzen überschreiten

Lesungen

Rut 4,13–18 Die Nachkommen von Rut und Boas: Das gesegnete Kind
Ps 113 Gott, der Helfer der Notleidenden
Eph 2,13–16 Christus hat die trennende Wand zwischen uns niedergerissen
Mt 15,21–28 Jesus schenkt Heilung aufgrund des Glaubens der kanaanäischen Frau

OecuAlbum

Meditation

Mit Gott gehen heißt, die Grenzen zu überschreiten, die die Kinder Gottes voneinander trennen. Die Christen in Indien sind sich der Grenzen zwischen ihnen durchaus bewusst. Der Apostel Paulus erlebte die verheerenden Trennungen zwischen Heidenchristen und Judenchristen. Gegen diese und jede andere trennende Wand schreibt Paulus: „Er (Christus) ist unser Friede; durch sein Sterben vereinigte er die beiden Teile (Juden und Heiden) und riss die trennende Wand der Feindschaft nieder.“ Weiter schreibt Paulus: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid „einer“ in Christus Jesus“ (Galater 3,27-28). Am Kreuz hat Christus alle Grenzen zwischen Menschen niedergerissen.

Religiöse Barrieren sind oft besonders schwer zu überwinden. Die Christen Indiens, die in einem multireligiösen Umfeld eine kleine Minderheit sind, erinnern uns an die Bedeutung des interreligiösen Dialogs und der Zusammenarbeit mit Menschen anderer Religionen.

Das Matthäusevangelium erzählt, dass auch die Jünger Jesu die Grenzen von Religion, Kultur und Geschlecht nicht ohne weiteres überwinden konnten. Als Jesus von einer kanaanäischen Frau angefleht wird, ihre Tochter zu heilen, wollen sie diese Frau wegschicken. Auch Jesus selbst zögert, ihr zu helfen. Doch der Glauben der Frau in ihrer Not überwindet die Ablehnung und das Zögern. Von da an überschreiten Jesus und seine Jünger die von Menschen errichteten Grenzen und Barrieren der Alten Welt.

Das gibt es schon in der hebräischen Bibel. Die Moabiterin Rut heiratet den Israeliten Boas. Sie überwinden die Grenzen von Kultur und Religion. Rut und Boas sind die Großeltern Isais, des Vaters Davids. In der Abstammung des von Gott erwählten Königs David wird deutlich, dass Gottes Wille da erfüllt wird, wo Menschen die Grenzen von Religion und Kultur überwinden. Mit Gott gehen heißt heute, die Grenzen zu überwinden, die Christen voneinander aber auch von Menschen mit anderem Glauben trennen. Anders wird der Weg zur Einheit der Christen nicht zum Ziel führen.

Gebet

Vater, vergib, dass wir noch immer Grenzen errichten. Gier, Vorurteile und Verachtung trennen uns als Christen untereinander und von Menschen anderen Glaubens. Lass uns durch deinen Geist Grenzen mutig überwinden und Mauern einreißen. So gehen wir mit Christus, um die Botschaft der Liebe und Einheit in die ganze Welt zu tragen. Stärke uns dazu.

Gott des Lebens, führe uns hin zu Gerechtigkeit und Frieden. Amen

Fragen

• Was trennt Christen in unserer Stadt/unserem Dorf?
• Was trennt Christen von Menschen anderen Glaubens in unserer Stadt/unserem Dorf?
• Wie unterscheidet sich die Überwindung von Grenzen zwischen Christen von der Überwindung von Grenzen zwischen Christen und Menschen anderen Glaubens?