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Gepostet on 26 Jan 2013 in Dialog, Ökumenismus

5. Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen

5. Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen

P1090625JERUSALEM – Am Donnerstag, den 25. Januar fand das Treffen des fünften Tages der Gebetswoche für die Einheit der Christen im Abendmahlsaal statt. Das ist der Ort, an dem sich die erste christliche Gemeinde versammelt hatte und wo sie das Herabkommen des Heiligen Geistes an Pfingsten erlebt haben. Alle geteilte Christen sehen in diesem Ereignis den Ursprung ihrer Gemeinschaft und der Verkündigung von Christus als Retter und Herr. Im folgenden finden Sie die Texte, die vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen veröffentlicht wurde. 

Texte für
die Gebetswoche für die Einheit der Christen
und das ganze Jahr 2013
Mit Gott gehen
(Micha 6,6–8)

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5. Tag Mit Gott gehen
Unterwegs als Freunde Jesu

Lesungen
Hld 1,5–8 Liebe und Liebende
Ps 139,1–6 Du hast mich erforscht und du kennst mich
3 Joh 2–8 Gastfreundschaft für die Freunde in Christus
Joh 15,12–17(14) Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage

Meditation

Mit Gott gehen heißt, nicht alleine zu gehen, sondern mit denen, die lebendige Zeichen der Gegenwart Gottes für uns sind: unsere Freunde. „Vielmehr habe ich euch meine Freunde genannt“, sagt Jesus im Johannesevangelium. In der Freiheit der Liebe können wir uns unsere Freunde aussuchen und auch als Freund ausgesucht werden. „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“, sagt Jesus zu jedem von uns. Die Freundschaft Jesu mit jedem von uns verwandelt auch unsere Beziehungen zur Familie und zur Gesellschaft. In ihr drückt sich Gottes tiefe und unvergängliche Liebe zu uns allen aus.
Das Liebesgedicht der Bibel, das Hohelied Salomos, wurde auf unterschiedlichste Weise ausgelegt: Als Ausdruck der Liebe Gottes zu Israel oder als Liebe Christi zu seiner Kirche. Es bleibt aber in jedem Fall das Zeugnis der Leidenschaft zwischen Liebenden, die auch die Grenzen gesellschaftlicher Konventionen überschreitet. Wenn die Liebende zu ihrem Liebsten sagt: „Braun bin ich, doch schön“, so steckt darin auch die Bitte: „Schau mich nicht so an, weil ich braun bin.“ Aber der Liebende schaut sie trotzdem an und wählt die Liebe, so wie Gott in Christus die Liebe gewählt hat.

Was ist es, das der Herr von denen erwartet, die dazu gerufen sind, mit Jesus und seinen Freunden unterwegs zu sein? In Indien ist es der Ruf an die Kirchen, die Dalits als gleichwertige Freunde eines gemeinsamen Freundes in die Arme zu schließen. Für die Einheit der Christen zu beten, wie wir es in dieser Woche tun, heißt nichts anderes, als Freunde der Freunde Jesu zu werden. Christen auf der ganzen Welt sind dazu aufgerufen, Freunde all derer zu werden, die gegen Diskriminierung und Ungerechtigkeit ankämpfen. Der Weg zur Einheit der Christen erfordert von uns, mit Gott zu gehen, indem wir mit den Freunden Jesu und als seine Freunde gehen.

Gebet
Jesus, vom ersten Moment unseres Daseins an hast du uns deine Freundschaft angeboten. Deine Liebe umfasst alle Menschen, besonders aber die, die ausgeschlossen oder zurückgewiesen sind durch Kaste, Rasse oder Hautfarbe. Lass uns im Vertrauen auf dich und in der Gewissheit der Würde, die bei dir alle Menschen haben, solidarisch aufeinander zugehen und einander im Geist der Liebe als Kinder Gottes umarmen.
Gott des Lebens, führe uns hin zu Gerechtigkeit und Frieden. Amen

Fragen
• Wer sind die Menschen in unseren Gemeinden, die Christus uns als Freunde ans Herz legen möchte?
• Was hindert Freunde Jesu daran, auch miteinander befreundet zu sein?
• Was heißt es für das Verhältnis der getrennten Kirchen, dass sie doch alle Freunde Jesu sind?