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Gepostet on 24 Jan 2013 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

Gaza sechs Wochen nach dem Waffenstillstand

Gaza sechs Wochen nach dem Waffenstillstand

Gaza-messe-Noel-300x225GAZA – In Gaza, dem Ort, an dem die Heilige Familie auf ihrer Flucht nach Ägypten Halt machte, auf diesem kleinen Landstrich im  Heiligen Land feierte Weihbischof Shomali, Patriarchalvikar von Jerusalem, das Weihnachtsfest, genau einen Monat nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands vom 21. November, die dem acht Tage andauerndem Krieg ein Ende setzte.

Einige hundert christliche Familien kamen am 24. Dezember 2012, in die Pfarrei der Heiligen Familie in Gaza, um gemeinsam mit Weihbischof Shomali, der die Messe zelebrierte, mit Abouna Faysal Hijazin, dem Verantwortlichen der katholischen Schulen in Palästina, und dem Gemeindepfarrer Jorge Hernandez und seinem Vikar P. Gabriele, die Weihnachtsmette zu feiern. Unter den Gläubigen befanden sich außer den katholischen Gemeindemitgliedern auch viele orthodoxe Christen. Nach der Hl. Messe gab es eine Aufführung der Verkündigungs- und Geburtsszene, und danach ein festliches Abendessen, zu dem alle der rund 600 Gäste von der Pfarrei eingeladen waren.

Erwartung des Heils in der Hoffnung

Dieses Jahr wurde Weihnachten nach kaum einem Monat Waffenstillstand gefeiert, der am 21. November die Operation „Säule der Verteidigung“ beendet hatte. Für viele der Pfarrei war diese Waffenruhe wie ein Wunder der Hl. Gottesmutter. Die Geburt Christi und die Nachricht der Frohen Botschaft erhielten  in Gaza dieses Jahr für die dort lebenden Christen einen noch tieferen Sinn. Diesen Eindruck vermittelte auch Weihbischof Shomali bei seiner Rückkehr aus Gaza am 25. Dezember. „Bei der Feier der Hl. Messe in der Pfarrei der Heiligen Familie konnte ich regelrecht die Sehnsucht der Gaza-Christen nach dem Heil, nach Rettung, spüren.“ Eine starke Hoffnung und eine tiefe Freude zugleich. „Die Atmosphäre war sehr herzlich“, bezeugten auch die Schwestern von „Verbo Incarnato“, die diesen Tag vorbereitet hatten. Und dennoch kann sich jeder gut vorstellen, wie tief das Trauma der acht Tage Bombardierungen noch in den Herzen und den Köpfen der Menschen präsent sein muss. Vor allem natürlich bei den Kindern, mit denen Abouna Faysal Hijazin, Verantwortlicher der katholischen Schulen in Palästina, Gespräche führen konnte. Die Patriarchatsschulen in Gaza werden von 1.500 christlichen und muslimischen Schülerinnen und Schüler besucht.

Israel erteilte 530 Einreisegenehmigungen

Jedes Jahr erteilt der israelische Staat den Christen in den palästinensischen Gebieten spezielle Genehmigungen, um während der Feiertage die Heiligen Stätten besuchen zu dürfen. An diesem Weihnachtsfest 2012 wurden 530 Erlaubnispapiere an Christen von Gaza ausgestellt (insgesamt leben 1.550 Christen im Gazastreifen). Viele von ihnen nahmen an der Weihnachtsmesse in ihrer Pfarrei der Heiligen Familie teil und fuhren erst dann zu den Heiligen Stätten. Ein schönes Zeugnis der Zugehörigkeit zur eigenen Pfarrei, die für ihre Mitglieder Familie sein will; aber auch eine Bestätigung für den Pfarrer Jorge Hernandez, den Vikar und die drei religiösen Gemeinschaften vor Ort: die Rosenkranzschwestern, die Missionarinnen der Nächstenliebe und die Schwestern vom „Verbo Incarnato“.

Amélie de la Hougue

(Fotos von Nicola M. Scopelliti)

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