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Gepostet on 20 Dez 2012 in Diözese, katechetischen Zentrum

Das Zentrum der Katechese des Lateinischen Patriarchats wird interaktiver

Das Zentrum der Katechese des Lateinischen Patriarchats wird interaktiver

JERUSALEM – Im Jahr 1994 wurde auf Initiative des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem das Zentrum der Katechese gegründet, um die Pfarreien, Schulen und Katecheten zu unterstützen. Seit 2005 wird es von Schwester Virginie vom Orden der Rosenkranzschwestern geleitet, die sich gemeinsam mit dem Diözesanrat für den Religionsunterricht einsetzt. Das Zentrum dient Jerusalem und den palästinensischen Gebieten und arbeitet eng mit dem Zentrum von Nazareth für Israel und mit dem Zentrum in Jordanien zusammen.

Das Zentrum hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, um die verschiedenen Aktivitäten der Katechese besser zu organisieren, und somit mehr zu erreichen. Seine Aufgaben umfassen:

-die Weiterverfolgung des christlichen Religionsunterrichts in den Schulen;

-die Anfertigung des Unterrichtsmaterials für die Katecheten;

-die Koordinierung verschiedener Aktivitäten der Katechese;

-die professionelle Aus- und Fortbildung der Katecheten (Unterricht, Spiritualität, Doktrin)

 

Modernisierung der Unterrichtsmethoden für mehr Interaktivität

Laut Sr. Virginie gibt es genügend Katecheten (zwischen 50 und 60 Personen). Die Herausforderung liegt jedoch in ihrer guten Ausbildung. „Es ist wichtig, dass ihre moralische, spirituelle Einstellung mit dem, was sie unterrichten, übereinstimmt. Ich erinnere die Katecheten immer wieder daran, dass sie nicht wie ein Geographie- oder Mathelehrer unterrichten, sondern das, was sie lehren, auch selbst leben müssen.“

Die Katecheten absolvieren eine vierjährige Ausbildung der Religionswissenschaften, meist an der Universität von Bethlehem. Danach werden sie berufsbegleitend ständig fortgebildet; diese Weiterbildungsprogramme leitet Sr. Virginie, die selbst zwei Masters in Religionswissenschaften und Pastoraltheologie mit Spezialisierung in der Katechismuslehre einer pontifikalen Universität in Rom besitzt.

Es liegt Sr. Virginie sehr am Herzen, den Religionsunterricht moderner und interaktiver zu gestalten. „Wir haben hier drei Religionsstunden pro Woche, das ist eine große Chance, die wir auch nutzen müssen.“ Sie stellt den Katecheten hierzu eine Reihe von Mitteln und Möglichkeiten zur Verfügung: Mappen mit Gebeten, biblische Ausmalbilder nach Altersgruppen, Rätsel und Fragebögen zur Heiligen Schrift. Letztes Jahr war ein Gesangswettbewerb von drei Kommittees organisiert worden, in Ramallah, Jerusalem und Bethlehem. Die Texte und Musik sind von den Schülern selbst komponiert und aufgeführt worden. „Der Katechismus ist ein Mittel, die jungen Menschen ihre Talente entdecken zu lassen und sie einzuladen, diese zu fördern und in der Gesellschaft und Kirche Frucht tragen zu lassen,“ bekräftigt Sr. Virginie.

 

Die Herausforderungen von heute

Auf die Frage, welchen Herausforderungen das Zentrum der Katechese heute gegenübersteht, nennt Sr. Virginie drei Hauptaufgaben: die schwierige komplexe politische Lage (z.B. das Warten auf Bewilligungen, getrennte Gebiete etc), die finanziellen Schwierigkeiten, die manche Aktivitäten nicht zulassen und die Herausforderung des hohen Anspruchs an die Lehrer.

„Jede Schwierigkeit bedeutet für mich, dass ich einen anderen Weg suchen muss.“ Ihr Glaube an die göttliche Vorsehung hilft ihr, immer wieder neue Projekte zu finden.

 

Ein Dokument für das Jahr des Glaubens

Aus Anlass zum Jahr des Glaubens soll demnächst ein besonderes Schreiben an alle Katecheten herauskommen, erklärt Sr. Virginie. Es soll zum Ziel haben, den Kindern für das ganze Jahr drei Themen mit auf den Weg zu geben:

  1. Ihren Glauben besser kennenzulernen, um ihn ganz persönlich, und nicht bloß auf intellektuellem Niveau, zu erfahren und zu leben.
  2. In ihrem Glauben zu wachsen; dafür sollen Beispiele aus dem Leben großer Heiliger, wie z.B. des Hl. Augustinus, betrachtet werden. „Der Hl. Augustinus hatte ein schwieriges Leben, er hatte wie viele unserer jungen Menschen Glaubenszweifel, hat sich aber letztendlich von der Liebe Gottes berühren lassen, so hat sein Glaube enorme Früchte getragen“, erklärt Sr. Virginie.
  3. Wie kann man seinen Glauben in der Kirche und in der Gesellschaft leben und aus der Heiligen Schrift Kraft schöpfen. „Oft ignorieren unsere Schüler, dass die Heilige Schrift die Quelle unseres Lebens ist; man muss zu dieser Quelle zurückkehren.“

Sr. Virginie plant zum Abschluss des Jahres des Glaubens ein großes Fest, auf dem alle Aktivitäten des vergangen Jahres präsentiert werden sollen. Mit besonderem Akzent auf der Taufe, durch die jeder Christ das Jahr des Glaubens als eine Erneuerung erfahren kann.

Amélie de La Hougue