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Gepostet on 18 Dez 2012 in Diözese

Wenn ich Dich je vergesse, oh Jerusalem!

Wenn ich Dich je vergesse, oh Jerusalem!

Sie sind zwischen 20 und 65 Jahren und haben eines gemeinsam: sie alle waren einmal Volontäre im Heiligen Land. Was wird aus diesen Männern und Frauen nach ihrem ein- bzw. zweijährigem Aufenthalt im Heiligen Land? Welche Erinnerung behalten sie von Jerusalem, wenn sie in ihren Berufsalltag wieder zurückkehren? Wir treffen zwei dieser Menschen…

Vom 1. September 2011 bis zum 1. August 2012 bestand die Hauptaufgabe von Louis-Marie in der Kooperation des Kommunikationsdienstes des Lateinischen Patriarchats.

Wenn man ihn fragt, welchen Eindruck er vom Heiligen Land behalten habe, antwortet Louis-Marie: „Ein Land, in dem alles sehr kompliziert scheint, und aus dieser Sicht war ich auch nicht enttäuscht worden! Der größte Unterschied zu unserem Westen liegt darin, dass das Heilige Land ein Ort ist, wo sich die Frage nach Gottes Existenz gar nicht stellt.“

Eine wahre Gnade

Heute sieht es Louis-Marie als einen Segen an, ein Jahr im Heiligen Land verbracht zu haben und das Leben seiner Einwohner miterlebt zu haben: Es hilft, die extreme Unsicherheit der dortigen Lage zu verstehen, die sich paradoxerweise wahrscheinlich nicht so bald ändern wird…“ Er würde auch wieder dorthin zurückkehren: „Ich bin überzeugt, dass jeder getaufte Mensch, der einmal das Heilige Land betreten hat, es anders wieder verlässt. (…) In dem Land zu leben, in dem Christus selbst gelebt hat, kann einen nicht unberührt lassen,  denn jeder Schritt auf diesem Boden sind Schritte in den Fußstapfen Jesu!“ … und nicht zu vergessen die Erinnerung daran, vor Ort die Feste des liturgischen Kalenders in Jerusalem, in Bethlehem und in der Grabeskirche miterlebt zu haben!

Ehrfurcht

Eine Ehrfurcht, die Daniel, der ein Jahr im Lateinischen Patriarchat verbracht hat, teilt. „Ich hatte unter anderem die Aufgabe,  abends mit den Kindern, die im Hospiz der Töchter der Nächstenliebe wohnten, einige Zeit zu verbringen.

Für Daniel war dieser Aufenthalt im Heiligen Land ein bedeutender Abschnitt auf seinem Weg der  Berufung zum Priester: „Ich hatte mein Studium der Philosophie abgeschlossen und wollte einige Zeit woanders verbringen, bevor ich das Studium der Theologie aufnehmen würde.“

Die größte Entdeckung für diesen Seminaristen, der jetzt am Institut von Notre-Dame de Vie Venasque studiert, lag darin, „dass in den meisten christlichen lokalen Kirchen arabisch gesprochen wird…  Andererseits wollte ich die drei monotheistischen Religionen an einem Ort zusammenleben sehen.“

Noch ein letzter Grund für Daniels Erstaunen war „die Realität der Erlösung, die ich in der Entdeckung der Heiligen Stätten spüren konnte.“ Die Öffnung des Körpers und Geistes für die Dimension dessen, was wir irgendwie nicht kennen.

Daher kann man nur jeden Christen auffordern und ermutigen, einmal im Leben eine bestimmte Zeit zum Schutze und zur Unterstützung der Heiligen Stätten zu opfern. So wie es der Lateinische Patriarch Fouad Twal immer gerne wiederholt: „Kommt wieder, liebe Pilger, um uns zu besuchen und uns zu unterstützen!“

Laurent Charnin