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Gepostet on 29 Nov 2012 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

S.E. Erzbischof Giuseppe Lazzarotto zieht feierlich in die Grabeskirche ein

S.E. Erzbischof Giuseppe Lazzarotto zieht feierlich in die Grabeskirche ein

Der neue apostolische Nuntius in Israel und Zypern und Apostolischer Delegat für Jerusalem und Palästina ist am Montag, den 26. November 2012, in Gegenwart zahlreicher ziviler und religiöser Würdenträger, Priester, Ordensleute und Gläubigen feierlich in die Grabeskirche eingezogen.

Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, der im vergangenen August von Papst Benedikt XVI. zum neuen Nuntius im Heiligen Land ernannt worden war, ist am 22. November in Tel Aviv eingetroffen. Er löst seinen italienischen Landsmann, Erzbischof Antonio Franco, ab, der seit 2006 dieses Amt ausführte und nun seinen Ruhestand antritt. Franco bleibt jedoch weiterhin verantwortlich für die Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel was Steuern, Tarife und Kirchengüter anbelangt.

„Es ist eine alte Tradition“ erinnert Kustos Pierbattista Pizzaballa, „dass religiöse oder auch zivile Amtsträger zu Beginn ihres Mandats in die Grabeskirche kommen, in die Basilika der Auferstehung, um den feierlichen Segen und ihr offizielles Amt zu empfangen.“ Das Mandat des neuen Nuntius fällt in eine angespannte Zeit und der Patriarch unterstreicht in seiner Rede, dass die Grabeskirche der Ort sein wird, wo der neue Nuntius „Energie und Kraft für seine zukünftige Mission in einer Stadt, die sich bis zum heutigen Tag nach Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung sehnt, erhalten wird.“ Der Patriarch drückte ihm seine besten Wünsche aus mit den Worten: „Der auferstandene Herr wird all Deine Schritte auf diesem Weg leiten.“

Seine Seligkeit Fouad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem, hatte alle Priester, Ordensleute und Gläubige von Jerusalem eingeladen, an dem feierlichen Einzug des Erzbischofs Lazzarotto in die Grabeskirche teilzunehmen. Die Franziskaner der Kustodie begannen eine feierliche Prozession vom Lateinischen Patriarchat am Jaffa Tor vorbei, und anschließend durch die engen Gassen des Souks hin zur Grabeskirche. Der neue apostolische Nuntius war bald nicht nur von Oberhäuptern der katholischen Kirchen des Heiligen Landes umgeben, sondern auch der anderen christlichen Kirchen. Zahlreiche Priester, Ordensleute und Gläubige gesellten sich unterwegs dazu und geleiteten den neuen Vertreter des Papstes im Heiligen Land zur Basilika der Grabeskirche.

Jerusalem braucht Rom

Vor dem bekanntesten christlichen heiligen Ort begrüßten Superioren der griechischen, armenischen und franziskanischen Klöster, der Hüter der Grabeskirche, den neuen Nuntius, bevor sich die Tore öffneten. Der Kustos vom Heiligen Land sprach einige Begrüßungsworte, nachdem der Nuntius den Stein der Salbung verehrt hatte.

In seiner Rede ermutigte ihn der Kustos in dieser neuen Mission: „Ihre Aufgabe, Ihre Exzellenz, ist nicht einfach. Ihre erste Aufgabe besteht vornehmlich darin, uns die Worte der Autorität des Apostels Petrus, dem Oberhaupt der Kirche, zu überbringen.“ Und der Kustos erinnerte daran, dass „Jerusalem Rom braucht. Wir, die Mutterkirche von Jerusalem, brauchen die Stimme des Heiligen Vaters, die uns inmitten unseres Lebens zur Wahrheit zurückführt. Obwohl wir hier sind, wo alles begonnen hat, brauchen wir Petrus. Er weist uns den Weg, er ist unser Vorbild, welches wir zur Ermahnung brauchen, damit unser Zeugnis glaubwürdig bleibt und unsere Riten und Traditionen nicht zu leeren Brauchtümern werden.“

Jerusalem als Ikone friedlichen Zusammenlebens und gegenseitigen Verstehens

Zum Schluss klang das Te Deum an, um nochmals die Festlichkeit der Zeremonie hervorzuheben. Der Nuntius vernahm vor der Ädikula das Evangelium der Auferstehung nach Matthäus. Am Grab Christi wurde er mit einer Ansprache des lateinischen Patriarchen (Patriarch Fouad Twal’s speech) von Jerusalem begrüßt. Darin hob Patriarch Fouad Twal nochmals die Rolle des Nuntius hervor: „Die Aufgabe des Nuntius liegt darin, die Beziehungen zwischen der lokalen Katholischen Kirche und dem Heiligen Stuhl und zwischen dem Heiligen Stuhl und den verschiedenen Ländern zu fördern, in diesem Fall dem Heiligen Land,“ was bedeutet, dass dem Mandat des Nuntius auch eine ökumenische und interreligiöse Dimension zuteil wird. Da die christliche Gemeinde im Heiligen Land weniger als 2% einer multikulturellen und multi-religiösen Gesellschaft darstellt, ist Dialog essentiell, bekräftigte der Patriarch. „Wir spüren unsere Berufung zu interreligiösem Dialog, ein Erbe, das uns von zwei großen Päpsten aufgetragen wurde, vom Seligen Johannes Paul II. und von Benedikt dem XVI.“ Der Patriarch sprach seinen Wunsch nach einer fruchtbaren Zusammenarbeit aus: „Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, Jerusalem zu einem Ort des Friedens und einer Ikone des friedlichen Zusammenlebens und gegenseitigen Verstehens zu gestalten! Wir rufen unser Volk und unsere Politiker auf, Verantwortung für die Unterschiede in einer versöhnten vielseitigen Gesellschaft zu übernehmen…“

Daraufhin dankte der Nuntius dem Franziskanerpater Pizzaballa und dem Patriarchen für die Willkommensworte und drückte selbst seine Freude darüber aus, „dem Heiligen Land als Pilger des Friedens, Freund Gottes und Freund der hier lebenden Gläubigen dienen zu dürfen“. Erzbischof Lazzarotto erklärte den Anwesenden, wie er auf den Vorschlag des Papstes, ihm den Auftrag für das Heilige Land zu erteilen, diesen sofort annahm und ausrief: „Wie könnte ich Jerusalem, die Heilige Stadt, vergessen!“ Gerne erinnere er sich an den Beginn seiner diplomatischen Laufbahn in der Apostolischen Delegation von Jerusalem.

Nach der festlichen Zeremonie kehrte die Prozession wieder durch die Straßen der Altstadt ins Patriarchat zurück. Im Salon des Lateinischen Patriarchats gab es dann einen Empfang zu Ehren Seiner Eminenz.

Christophe Lafontaine