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Gepostet on 22 Nov 2012 in Patriarch, Rede und Interviews FT

Mons. Twal reagiert auf die Instabilität in der Region

Mons. Twal reagiert auf die Instabilität in der Region

Pressemitteilung: Benedikt XVI. appellierte am Mittwoch, den 21. November an die «Verantwortlichen beider Parteien (Israel und Hamas) mutige Entscheidungen zu Gunsten des Friedens zu treffen». Im Anschluß an den Heiligen Vater, verurteilt der Lateinische Patriarch, Erzbischof Fouad Twal den Krieg im Gaza-Streifen aufs schärfste. Und zweitens fordert der Patriarch seine Landsleute in dem von Demonstrationen erschütterten Jordanien zur Ruhe auf.

Bezüglich der israelischen Offensive gegen Gaza, die nun schon über eine Woche anhält, drückt der Lateinische Patriarch von Jerusalem den Opfern der Operation „Säule der Verteidigung“ sein tiefes Mitgefühl aus. Erzbischof Fouad Twal ist entsetzt über die gewaltigen Schäden dieses Krieges, die er in Bezug auf die Menschlichkeit und die Wirtschaft als katastrophal bezeichnet. Gestern, also Dienstag den 20. November, war es dem Patriachen möglich gewesen die lateinische Pfarrei telefonisch während der Beerdigung eines orthodoxen Christen zu erreichen. Bei dieser Gelegenheit versicherte er seine geistliche sowie moralische Unterstützung, die er im Namen der Mutterkirche geben könne. Er bestätigte den religiösen Gemeinschaften vor Ort und zu seiner Gemeinde seinen Besuch am 16. Dezember, um mit ihnen Weihnachten zu feiern. Ein pastoraler Besuch, der jedes Jahr im selben Zeitraum geplant ist

Der Patriarch erklärt nachdrücklich, dass dieser Krieg nichts Gutes für niemanden bringt. Die Bombardierungen treffen alle, Kinder und Eltern. Von entsetztlicher Angst ergriffen sucht jeder Zuflucht in den Korridoren. Auf der einen Seite die Palästinenser im Gazastreifen, die wegen der unverhältnismäßigen Luftangriffe Israels leiden, und auf der anderen Seite die Israelis, die unter den Raketen aus dem Gazastreifen leiden.

Einige Pilgergruppen haben ihre Buchungen storniert. Es zieht schon der dunkle Schatten des Krieges herauf. Doch Gott weiß, wie viel die Pilgerreisen zum Frieden beitragen. Sie sind ein Zeichen der spirituellen, menschlichen und wirtschaftlichen Solidarität für alle Bewohner des Heiligen Landes, welche auch immer. Der Patriarch erinnert daran, dass ein Krieg nie heilig ist. Er verurteilt Krieg, Gewalt und Zerstörung als Option, die die Sicherheit und Stabilität in der Region bedroht. Daher fordert er alle Menschen guten Willens und all jene, die das Schicksal ihres Volkes in ihren Händen halten, auf zu handeln. Er beschwört sie an all die Unschuldigen zu denken.

Man muss verstehen – erinnert er –, dass die Situation im Gaza-Streifen einem Freiluftgefängnis gleicht und die verzweifelten Bewohner deshalb weit davon entfernt sind, ein normales Leben zu führen. Der Patriarch hofft auf die diplomatischen Bemühungen der Arabischen Liga, Ägyptens und Israels, einen Waffenstillstand zu erreichen, und bestätigt sogleich, dass ein Waffenstillstand nicht die beste Lösung ist. Es braucht eine gerechte und dauerhafte Lösung, betont er nachdrücklich. “Wir müssen zu Gott beten, den Frieden zu bringen, den die Menschen nicht in der Lage sind zu erreichen“, schließt er.

Im Osten der Diözese: Jordanien

Der Patriarch bestätigt, dass er die Ängste der Jordanier und ihrer Familien bezüglich der Lebenshaltungskosten teile. Außerdem teilt er die Sorgen derer, die das Land in einer Zeit der globalen und lokalen Krise führen, nicht zu vergessen die Präsenz von Hunderttausenden von syrischen Flüchtlingen im eigenen Land. Für den Patriarchen sind die Demonstrationen nicht die Lösung.

Während seines Besuches in Ägypten anlässlich der Inthronisation des koptischen Patriarchen Tawadros II haben viele die Sorge des Patriarchen bezüglich der Unruhen in Jordanien, bekannt für seine Stabilität, wo die Logik und der gesunde Menschenverstand der Führungskräfte und Managern oft anerkannt werden, geteilt. Der Patriarch hofft inständig, dass es “kluge Menschen, denen das Wohle Jordaniens am Herzen liegt” und “reiche Menschen”, die aus Gewissensgründen und Liebe, den armen Familien zu Hilfe kommen, geben werde. Sie mögen den Mut und die Großzügigkeit haben, ihre Herzen und ihre Taschen zu öffnen, um das Leid der Bewohner zu lindern.

Wir tragen diese Region, ihre Führer und ihre Menschen in unseren Gebeten an ihren Heiligen Stätten», verkündet der Patriarch.