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Gepostet on 21 Nov 2012 in Publikationen, Vertiefung

Michel Sabbah: Die Anerkennung von Palästina bei der UNO wäre ein Beitrag zum Frieden

Michel Sabbah: Die Anerkennung von Palästina bei der UNO wäre ein Beitrag zum Frieden

JERUSALEM (Agence Fides) – Der emeritierte lateinische Patriarch von Jerusalem hofft angesichts der Kämpfe in Gaza, dass die UNO Palästina als ständigen Beobachter anerkennt.

„Hinter den aus Gaza gefeuerten Raketen und den regelmäßigen Repressalien seitens Israels taucht immer wieder das Grundproblem auf: die israelisch-palästinensische Frage. Dieses grundsätzliche Problem muss gelöst werden muss, wenn man Frieden fϋr Gaza und Sicherheit fϋr Israel erreichen will.“ Das sind die Worte des emeritierten Lateinischen Patriarchen, Seine Seligkeit Michel Sabbah, gegenϋber der Agentur Fides.

Der emeritierte Patriarch erinnert daran, dass der Gazastreifen seit vielen Jahren unter einem „absurden Embargo leidet, das den Alltag von anderthalb Millionen Menschen unmenschlich macht und dauerhaft Feidseligkeit gegenϋber Israel schϋrt. Die internationale Gemeinschaft bleibt gleichgϋltig und erwacht nur dann, wenn es zu Eskalationen dieser Art kommt.“  Seiner Meinung nach muss man auf alle politischen und diplomatischen Möglichkeiten zurϋckgreifen, um die Palästinenser und Israelis zu einem definitiven Friedensvertrag zu verpflichten.

Aus diesem Grund wiederholt der emeritierte Patriarch gemeinsam mit zahlreichen christlichen Verantwortlichen im Heiligen Land seinen Aufruf an Europa und die internationale Gemeinschaft, Palästina in seiner Forderung nach einem Status als ständiger Beobachter bei der UNO zu unterstützen. „Ich kann nicht verstehen, wie man diese Bitte für ein Vorgehen gegen den Frieden halten kann. Auch die Kirchen müssen Verantwortung übernehmen, damit das Heilige Land kein Land des Krieges wird.“

Den Antrag der palästinensischen Autonomiebehörde jetzt entschieden zu unterstützen ist die letzte Chance, so Seine Seligkeit Michael Sabbah, um die Autorität des Präsidenten Abu Mazen einer kompletten Entlegitimation zu entziehen.

„Wird eine Autorität ständig gedemϋtigt zieht auch das Volk den Schluss, dass diese Autorität nicht viel wert sein kann. Abu Mazen ist ein palästinensisches Oberhaupt, das eindeutig den Frieden will. Sieht man jedoch die Art und Weise, wie man ihn behandelt, kann man sich nicht vorstellen, wer da noch nach ihm kommen kann.“

Der Aufruf der christlichen Verantwortlichen, der vor der israelischen Offensive auf Gaza ausgestrahlt wurde, war vor allem durch den griechisch-orthodoxen Erzbischof Atallah Hanna und den baptistischen Pastor Alex Awad unterzeichnet worden.

(GV) (Agence Fides 19/11/2012)