Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 21 Nov 2012 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

GAZA – “Für das Wohl unserer Kinder: Stoppt den Krieg und schließt Frieden!”

GAZA – “Für das Wohl unserer Kinder: Stoppt den Krieg und schließt Frieden!”

Pfarrer Faysal Hijazen, Direktor der lateinischen Patriarchatsschulen in Palästina appelliert an die israelischen Politiker, sich zum Wohle ihrer Kinder und der palästinensischen Kinder für den Frieden einzusetzen, da viele Kinder in diesen Zeiten des Konflikts im Heiligen Land leiden.

In dieser schwierigen Zeit im Nahen Osten und nun ganz besonders hier in Palästina teilen wir das Leid unserer Kinder und deren Eltern in Gaza, die ihrer Freiheit, ihrer Sicherheit und ihrer Würde beraubt sind. Sie können wegen der schweren kontinuierlichen Bombardierungen über ihren Häusern, Wohnvierteln und Institutionen nicht schlafen. Seit Jahren bitten sie um ihre Freiheit, ihre Sicherheit  und den Respekt ihrer Würde. Sie sehnen sich nach einer besseren Zukunft und nach einem Leben in Frieden und Freude. Ich höre die Kinder rufen: „Wir wollen unsere Kindheit leben. Befreit uns, rettet uns. Wir wollen spielen, lernen und leben.

Zur gleichen Zeit ist die Angst auch in die Herzen israelischer Kinder eingedrungen. Sie können auch nicht mehr schlafen, da sie die Sirenen heulen hören, die die Raketen auf ihre Häuser und Wohnviertel ankündigen. Sie rufen wie die Kinder in Gaza: „Befreit uns von eurem Hass, von eurer Verbissenheit, von eurem Krieg und eurer Besatzung. Schenkt uns unsere Freiheit, das Leben zu genießen, zu lernen und zu leben.“

Wir bitten die israelische Regierung und alle einflussreichen Menschen  inständig, aus Mitleid mit ihren  Kindern, den Kindern aus Gaza und ganz Palästina, die Gewalt sofort einzustellen. Krieg bedeutet Zerstörung, Zerstörung des Menschen, und auch Zerstörung von Steinen und Bäumen. Der Krieg zerstört die Zukunft des Menschen, die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Im Namen all dieser Kinder, die eine bessere Zukunft anstreben, bitten wir nochmals eindringlich „Beendet den Krieg und schließt Frieden.“

Den Frieden zu sichern ist die Aufgabe jeder Gesellschaft. Es ist die Mission von uns allen. Darum müssen wir uns in Erinnerung rufen, dass die Schulen und Universitäten die ersten Orte sind, wo unsere Kinder aufwachsen – ob in Israel oder in Palästina – wo sie die Kultur des Friedens und nicht die Kultur des Krieges erfahren. Wir appellieren daher an alle Gewissen der Welt und rufen alle Erzieher und Lehrer auf:

–  sich dafür einzusetzen, dass die Menschenwürde respektiert wird

–  die Werte und Rechte besonders von Kindern anzuerkennen

–  Kinder zum Frieden und zur Gerechtigkeit zu erziehen, ihre Rechte zu verteidigen und die Rechte der anderen anzuerkennen

Papst Benedikt XVI. verkündete in seiner Botschaft für den Weltfriedenstag am 1. Januar 2012:

„Ich möchte mich auch an die Verantwortlichen der Einrichtungen wenden, die

Erziehungsaufgaben haben: Sie mögen mit großem Verantwortungsgefühl darüber  wachen, dass die Würde jeder Person unter allen Umständen geachtet und zur Geltung gebracht wird.

Durch eine Begleitung, welche die Gaben fruchtbar werden lässt, die der Herr einem jeden

gewährt hat, mögen sie dafür Sorge tragen, dass jeder junge Mensch seine persönliche

Berufung entdecken kann. Sie sollen den Familien die Sicherheit geben, dass ihren Kindern

ein Bildungsweg geboten wird, der nicht im Gegensatz zu ihrem Gewissen und ihren

religiösen Prinzipien steht.“

„Wer nichts hat, kann auch nichts weitergeben.“ Wir erwarten von unseren Erziehern und Lehrern, dass sie eine Kultur des Friedens annehmen und diese mit Überzeugung leben. Dass sie selbst daran arbeiten, diese Kultur des Friedens und der Gerechtigkeit, die Kinder und Jugendliche respektiert, zu schaffen. Dass sie ihnen helfen, auf positive Weise ihre Berufung und ihr Recht auf ein würdiges Leben zu entdecken und eine Zukunft zu schaffen, die das Gute verkündet.“

Weiter sagte der Heilige Vater in derselben Botschaft: „Möge jeder Bereich pädagogischer Arbeit ein Ort der Offenheit gegenüber dem Transzendenten und gegenüber den anderen sein; ein Ort des Dialogs, des Zusammenhalts und des Hörens, in dem der Jugendliche spürt, daß seine persönlichen Möglichkeiten und inneren Werte zur Geltung gebracht werden, und lernt, seine Mitmenschen zu schätzen. Mögen sie dazu anleiten, die Freude zu empfinden, die daraus entspringt, daß man Tag für Tag Liebe und Mitgefühl gegenüber dem Nächsten praktiziert und sich aktiv am Aufbau einer menschlicheren und brüderlicheren Gesellschaft beteiligt.“

Als Direktor der lateinischen Patriarchatsschulen in Palästina appelliere ich im Namen aller Kinder: Möge die Menschenwürde in unseren Schulen und erzieherischen Einrichtungen respektiert werden. Ich bitte alle Schüler, Lehrer, Direktoren und das ganze Personal unserer Schulen sich solidarisch mit Palästina zu zeigen und um das Ende des Krieges zu bitten, damit Gerechtigkeit und Frieden realisiert werden kann und jedes Kind im Heiligen Land in Würde und Freiheit Gerechtigkeit und Frieden leben und seine legitimen Rechte und seine Meinungsfreiheit genießen kann indem es laut ruft:

„Nein zum Tod, Ja zum Leben.

Stoppt den Krieg und schließt Frieden.“

18. November 2012,

Pfarrer Faysal Hijazen

Generaldirektor der Schulen des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem in Palästina

Generalsekretär der christlichen Schulen von Palästina und Jerusalem