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Gepostet on 19 Nov 2012 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Gaza – Die Lateinische Pfarrei am 5° Tag nach Beginn der Offensive

Gaza – Die Lateinische Pfarrei am 5° Tag nach Beginn der Offensive

Gaza lebt seit fünf Tagen unter Raketenbeschuss. Der Pfarrer von Gaza, Pater Jorge Hernandez, der sich aus familiären Gründen in Argentinien befand, kehrte am Sonntag morgen in seine Pfarrei und zu seinen  Gläubigen zurück,  “um sie nicht einen Tag länger allein zu lassen”. Hier der Bericht von Pater P. Pablo De Santo von  Verbo Incarnato, seinem Stellvertreter.

Sonntag, 18. November Gaza.

“Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?” Rom 8, 31

Gott sei Dank geht uns allen gut; die Nacht von Samstag auf Sonntag ist bis jetzt die schwierigste gewesen. Obwohl wir etwas von einem Waffenstillstand gehört hatten, begannen die Raketenbeschüsse  um 23.00 Uhr ununterbrochen bis 7.00 Uhr morgens. Diesmal sind die Raketen auch in unserer Nähe eingeschlagen. Es gab aber keine Schäden in der Pfarrei oder den Häusern, der hier lebenden  Schwestern.

Telefonseelsorge

Gestern Nachmittag (Samstag) haben die Schwestern mit der “Telefonseelsorge” begonnen: sie versuchten die Gemeindemitglieder telefonisch zu erreichen, um sie zu fragen, wie es ihnen geht, ob sie etwas brauchten und haben ihre Hilfe angeboten. Die meisten Menschen bleiben zu Hause und versuchen, ihre Häuser so wenig wie möglich zu verlassen. Diejenigen, mit denen wir gesprochen haben, waren sehr verängstigt und können nachts nicht schlafen.

Am heutigen Sonntag konnte ich zumindest die Messe im Beisein der Schwestern und vier Gemeindemitgliedern, unseren Nachbarn,  feiern. Wir haben gebetet und wir beten für Frieden und Gerechtigkeit. In meiner Predigt erinnerte ich an die Worte des Heiligen Paulus: “Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder  Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert (der Krieg, die Raketen)?… Doch all das überwinden wir durch ihn, der uns geliebt hat.” Und ich sagte, wir sollten die Kraft des Gebets nicht vergessen, das die Herzen  und die Ereignisse in der Welt ändern kann. Schließlich dankten wir Gott für die Rückkehr von Pater Jorge Hernandez, dem Pfarrer von Gaza, der aus familiären Gründen in Argentinien war; er hatte sich auch mit S.E. William Shomali, dem Weihbischof in Jerusalem, austauschen können, der erklärte,  sehr besorgt über die Lage zu sein, und  ihm all seine Gebete versicherte.

Ich möchte mit den Worten unseres Herrn Jesus Christus abschließen: “In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: ich habe die Welt besiegt“ John 16, 33.

Pater Pablo De Santo, IVE, stellvertretender Pfarrer in Gaza

Foto: Pfarrer Mario Cornioli – Sonntag, 18. November 2012