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Gepostet on 15 Nov 2012 in Kultur, Politik und Gesellschaft, World News

Es muss noch mehr für den interkulturellen Dialog getan werden…

Es muss noch mehr für den interkulturellen Dialog getan werden…

DEUTSCHLAND – Vom 1. bis zum 3. November tagte in Bochum ein Symposium zum Schutze der Kulturen, zu dem auch Bischof William Shomali, Weihbischof von Jerusalem, als Repräsentant seines Landes geladen war, das sich seit langem in einem Konflikt befindet und sich nach Wiederversöhnung sehnt. Bei den letzten Gesprächen in Bochum, an denen auch die ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter und Lech Walesa sowie die Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi teilgenommen hatten, waren vor allem politische und ethische Aspekte des interkulturellen Dialogs in Zeiten der Globalisierung besprochen worden.

Auf dieser Tagung sprach Weihbischof Shomali über das Wesen der Religionen als mögliche Brandstifter oder Friedensstifter. Er hielt auch eine Predigt über Toleranz und Versöhnung.

Für den Bischof liegt der erste Schritt auf dem Weg zur Toleranz in der Anerkennung der gegenseitigen Unterschiede. Diese Akzeptanz des Anderen impliziert religiöse Freiheit; dies verlangt eine geistige Offenheit, von der die Menschheit noch weit entfernt scheint.

Keine Versöhnung  ohne Vergebung 

Im zweiten Punkt bezog sich Bischof Shomali auf die Versöhnung. Er erklärte unmissverständlich, dass es im Falle Jerusalems ohne Vergebung keine Aussöhnung geben kann.

Versöhnung bedeutet verzeihen und die Bitte um Verzeihung. Es ist keineswegs bedeutungslos daran zu erinnern, dass Christen sich täglich an den Herrn mit den Worten richten: „Und verzeih uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern…“.

Bischof Shomali illustrierte seine Auslegungen an einigen Beispielen: Es hat uns Katholiken sehr berührt, als Papst Johannes Paul II. den Mann im Gefängnis besuchte, der ihn hatte töten wollen, und dass er ihm Vergebung schenkte.

Ein weiteres Beispiel, das eines palästinensischen Jungen, Ahmed, und eines jüdischen Jungen, Yoni, deren Organe nach ihrem gewaltsamen Tod an Kinder des jeweils anderen  Volkes gespendet worden waren.

Am Ende seines Vortrags schloss der Weihbischof mit den Worten des Propheten Jeremias (29,11): Liebe Brüder, der Frieden, die Vergebung, die Großzügigkeit, die Versöhnung und die Einheit sind Werte, die wir heute gemeinsam predigen. Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken für euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, damit ich euch eine Zukunft und Hoffnung schenken kann…“.

Laurent Charnin