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Gepostet on 12 Nov 2012 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Widerstand gegen IDF Rekrutierung von arabischen Christen

Widerstand gegen IDF Rekrutierung von arabischen Christen

NAZARETH – Viele  Stimmen haben sich  gegen  die Versuche der israelischen Armee, palästinensische Christen zu rekrutieren, erhoben.

Vor kurzem hielten die israelischen Behörden ein Treffen in Nazareth in Illit ab, um Christen für die israelische Armee und den Zivildienst zu rekrutieren. Die Teilnahme von Mitgliedern des christlichen Klerus löste starke Reaktionen aus, besonders in den sozialen Netzwerken, weil diese Aktion ein Abweichen von der allgemeinen Position der Araber in Israel darstellt, die die Verweigerung, in einer Besatzerarmee zu dienen, beinhaltet.

Der emeritierte Patriarch Michel Sabbah sagte in einem Interview mit der Zeitung „Kull al-Arab“ (alle Araber):

Das ist eine Besatzerarmee, eine Besatzung, die den Palästinensern aufgebürdet wird. Die israelischen „Gewehre“ richtet sich gegen die Palästinenser, daher ist es nicht logisch, dass sich ein Palästinenser von dieser Armee anwerben lässt. Es handelt sich um eine Frage des Gewissens und der Würd. Der palästinensische israelische Christ ist ein Teil des Aufbaus einer israelischen Gesellschaft, aber er kann diese nicht durch das Blutvergießen an seinem palästinensischen Bruder unter israelischer Besatzung mit aufbauen.

Dann fügte er hinzu: „So lange die israelische Armee versucht, die Palästinenser auszulöschen oder die Besatzung aufrecht zu erhalten, wie es im Moment der Fall ist, ist kein Palästinenser mit Gewissen in der Lage, an einer derartigen Aktion teilzunehmen. Zu allererst hat Israel die Pflicht, den Besatzungsstatus zu beenden und die palästinensische Situation und das Schicksal, das vollständig in seinen Händen liegt, in einer gerechten, moralischen und unparteiischen Weise zu lösen.

Der emeritierte Patriarch Sabbah fügte hinzu: „ Jedes menschliche Wesen ist verantwortlich für jede menschliche Person ohne Unterschied von Religion, Nationalität oder Rasse. Ein christlicher Palästinenser in Israel ist Teil der israelischen Gesellschaft und muss zu seinem Wohlergehen wie jeder Bürger in jedem Land beitragen, aber er muss nicht in eine Armee eintreten, die die Unterdrückung seiner Brüder verursacht. Zusätzlich muss man erkennen, dass man Teil eines Staates ist, der immer wieder Gesetze erlässt, die ausdrücklich die grundlegenden Menschenrechte diskriminieren und leugnen. Wie kann man sich also in die Arme einer Einrichtung begeben, die einen ablehnt?“

Weiter sagte er: “Palästinensische Christen, die in die Israelische Armee eintreten, können das auf einem individuellen Level tun. Sie werden es vielleicht nicht als eine Angelegenheit des Gewissens oder der Würde tun, sondern eher als Gelegenheit, die Privilegien und Vorteile zu nutzen, die denen gewährt werden, die in der Armee dienen (wie vor allem in Universitäten zu kommen oder Arbeitsmöglichkeiten etc.) Aber er wird die Gleichberechtigung, die einem zusteht, nicht erhalten, weil er in den Augen des jüdischen Staates immer ein „Araber“ sein wird. Der Wert eines Individuums liegt in seiner Menschlichkeit und in seiner Würde. In diesem Fall wird die Würde gemessen an der Antwort auf die Frage: Wird oder kann ein Bruder eine Waffe auf seinen Bruder richten?“

Quelle: abouna.org  /Nazareth – Agencies