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Gepostet on 12 Nov 2012 in Publikationen, Vertiefung

Christen angesichts der Konflikte im Nahen Osten

Christen angesichts der Konflikte im Nahen Osten

ROM (Agenzia Fides) – Die Forderungen der Arabischen Völker nach konstitutionellen, ökonomischen und sozialen Reformen sind gerechtfertigt und legitim, dürfen jedoch weder von außen noch mit Gewalt auferzwungen werden. Krieg und Gewalt sind keine Mittel, um diese Ziele zu erreichen.

Diese Kriterien sind auf einer der Sitzungen der Bischofssynode zur Neuevangelisierung, die vom 7. bis  28. Oktober im Vatikan stattgefunden hat, von den anwesenden Patriarchen, Kardinälen und Bischöfen zur Beobachtung der Lage ausgearbeitet worden. Diese besondere Versammlung ist auf Einladung des maronitischen Patriarchen Bechara Boutros El Rai am Montag, den 15. Oktober, im päpstlichen maronitischen Kolleg einberufen worden, um gemeinsam mit den Kardinälen Timothy Dolan, Leonardo Sandri, Louis Tauran and Pèter Erdo, und dem griechisch-melkitischen Patriarchen Gregorius Laham III. auf die schwierige politisch-historische Situation der Rolle der Christen im Libanon und im Nahen Osten tiefer einzugehen.

Fides Agency berichtet weiter, alle beteiligten Synodeväter hätten sich bezüglich der Krise in Syrien einstimmig dafür ausgesprochen, dass eine Lösung gefunden werden muss und die Reformen nur „durch Dialog und politische und diplomatische Verhandlungen“ umgesetzt werden können. Man betonte, dass der Ursprung der Spannungen und Spaltungen des Nahen Ostens im „israelisch-palästinensischen Konflikt und im arabisch-israelischen Konflikt“ zu finden sei und rufe daher die internationale Gemeinschaft auf, die Inkraftsetzung international legitimierter Resolutionen zu befürworten.

Die im päpstlichen maronitischen Kolleg versammelten Patriarchen, Kardinäle und Bischöfe sprachen  auch ihr Bedauern über die Politik einiger westlicher und Nahost Staaten aus, die „aus Eigeninteresse an steigendem Waffenimport und an der Durchsetzung ihrer persönlichen strategischen Interessen die Situation der Protestbewegungen und deren Forderungen dazu ausnutzen, Chaos zu verbreiten und interne und religiöse Auseinandersetzungen anzustiften“. Alle Teilnehmer stimmten darin überein, dass die Wegweisung für die Christen des Nahen Ostens für diese historische Phase in den Worten Papst Benedikt XVI. während seines Pastoralbesuchs im Libanon vorgegeben wurde.

Die Aufforderung an alle Christen des Nahen Ostens lautet daher, die Herausforderung der christlich-islamischen Koexistenz anzunehmen, und kulturellen und religiösen Konflikten, die von „regionalen und internationalen Mächten“ gehegt werden, zu widerstehen. (GV)                                                                           (Agenzia Fides 18/10/2012)