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Gepostet on 6 Nov 2012 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Der Grabeskirche droht Schließung wegen hoher Wasserrechnung

Der Grabeskirche droht Schließung wegen hoher Wasserrechnung

JERUSALEM – Infolge eines Disputs über eine nicht bezahlte Wasserrechnung steht die griechisch-orthodoxe Kirche, verantwortlich für einen Teil der Grabeskirche, vor einer Forderung nach ungefähr 1,8 Millionen Euro Nachzahlung und einem gesperrten Bankkonto. Der orthodoxe Patriarch von Jerusalem Theophilos III. wehrt sich heftig gegen diese Beschlagnahme. Diese Krise könnte die Schließung der Grabeskirche zur Folge haben.

Die Agentur AFP (Französische Nachrichtenagentur) berichtet: „Laut Maariv, einer israelischen Tageszeitung, sind die Bankkonten des griechisch-orthodoxen Patriarchats, welches für einen Teil der Grabeskirche (Auferstehungsbasilika) zuständig ist, von einer israelischen Wassergesellschaft, die eine hohe Summe an Nachzahlungen fordert, gesperrt worden. Früher war es die Stadt Jerusalem, die für die Wasserrechnungen aufkam. Aber nach der Überführung der Wasserbewirtschaftung in den Privatsektor begannen sich die Schulden der Wasserrechnungen zu häufen. Maariv bestätigt, diese Maßnahme sei von der Hagihon Gesellschaft unternommen worden, die nun 9 Millionen Shekel (2,1 Mio. Dollar bzw. 1,8 Mio. Euro) an noch offenen Rechnungen der letzten Jahre einklagt. Der Fall ist zum Rechtsstreit geworden. Das Wasserwerk forderte beim Verwaltungsgericht die Sperrung des israelischen Bankkontos der griechisch-orthodoxen Kirche.

Der Vorstehende der nationalen christlichen Koalition im Heiligen Land, Dimitri Diliani, ein griechisch-orthodoxer Palästinenser, erklärte gegenüber AFP, dieser Rechtsstreit um die Wasserrechnung sei nicht das einzige Problem. Seiner Meinung nach gelingt es Israel auf diese Weise, Druck auf die Kirchen auszuüben, indem seine Regierung immer wieder neue Regelungen erzwingt, die bis in das Heiligste der christlichen Stätten eindringen.

Proteste

Aus diesem Grund droht das griechisch-orthodoxe Patriarchat mit der Schließung der Grabeskirche, so die Tageszeitung Maariv. Eine Entscheidung, die nicht ohne die Zustimmung der lateinischen und armenischen Kirchen Jerusalems, die an dieser heiligen Stätte Mitverantwortung tragen, getroffen werden kann. Der orthodoxe Patriarch Theophilos III. wandte sich in persönlichen Schreiben an politische Führer im Ausland, um der Welt zu zeigen, „was sich im allerheiligsten Ort der Erde ereignet, einem Ort, an welchem Pilger und Touristen Millionen zugunsten von Israel ausgeben“.

Wie jeder weiß, ist die Grabeskirche einer der meistbesuchten christlichen Pilgerorte. Die Basilika wird jedes Jahr von mehr als 1 Mio. Pilgern besucht.

Die Griechisch-orthodoxen richteten  Protestschreiben an  Premierminister Benjamin Netanyahu und an Präsident Shimon Peres. Sie wollen ebenfalls um Unterstützung seitens des russischen Präsidenten Vladimir Putin, der griechischen und zyprischen Führer, des jordanischen Königs Abdallah II. und des amerikanischen Präsidenten Barack Obama bitten.

Das israelische Tourismusministerium erklärte das Problem zu einer internen Sache zwischen der Stadtverwaltung Jerusalems und der Kirche, bot sich aber an, zu intervenieren, um eine schnellstmögliche Lösung der Krise zu erlangen.

Christophe Lafontaine