Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 31 Okt 2012 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

Festlicher Beginn des Jahr des Glaubens in Deir Rafat

Festlicher Beginn des Jahr des Glaubens in Deir Rafat

Der Jungfrau Maria, so hat es das Heilige Land beschlossen, wird das Jahr des Glaubens am Wallfahrtsort von Deir Rafat anvertraut. Die feierliche Messe wurde von den Katholischen Ordinarien des lateinischen und orientalischen Ritus zusammen mit ca. 70 Priestern zelebriert. Mehr als 2000 Personen waren anwesend: Familien und Kinder, Seminaristen und Freiwilligen sowie Ritter des Heiligen Grabes. Ein wichtiges kirchliches Ereignis.

“Der Jungfrau Maria scheine wie ein Stern auf dem Weg der Neuevangelisierung”. Der Papst selbst wollte am Schluss seiner Predigt zur Eröffnung des Jahres des Glaubens (Oktober 2012-November 2013) am 11. Oktober die Kirche unter das Patronat der Heiligen Jungfrau stellen. Diese “spirituelle Pilgerreise”, die das Jahr des Glaubens ist, appellierte er an alle Katholiken auf der ganzen Welt, lädt dazu ein, den Glauben zu vertiefen. Diese innere Dynamik muss zweifellos auch die Neuevangelisierung inspirieren, während die ihr gewidmete Synode endete.

Die Versammlung der Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes hatten beschlossen, das Jahr des Glaubens im Heiligen Land am Sonntag, den 28. Oktober in Deir Rafat zu eröffnen. Weder das Datum noch der Ort waren zufällig. Denn genau am Fest der Diözese haben sich Christen des Heiligen Landes versammelt, um sich gemeinsam auf den Weg, zu dem die Universalkirche für die nächsten 12 Monate aufgerufen ist, zu machen. Jedes Jahr um diese Zeit (d. h. dem auf den 25. Oktober folgenden Sonntag) feiern die Christen des Landes das Fest  Unserer Lieben Frau, Königin von Palästina und des Heiligen Landes, in Deir Rafat. Der Wallfahrtsort befindet sich auf halbem Weg zwischen Jerusalem und Tel Aviv. Er wurde 1927 gebaut, um die Jungfrau Maria um den Schutz ihrer Heimat zu bitten. Wer kann die Gläubigen des Heiligen Landes besser durch dieses Jahr des Glaubens führen  als Maria von Nazareth!

Es war ein sehr schönes Fest, ein starker Moment kirchlicher Gemeinschaft. Familien, Kinder, Priester und Seminaristen, Nonnen und Volontäre im Heiligen Land waren gekommen, um gemeinsam zu beten; insgesamt mehr als 2000. Der Lateinische Patriarch Emeritus, Erzbischof Michel Sabbah, stand der Messe vor (S.S. Erzbischof Fouad Twal befand sich wegen der Synode in Rom). Es konzelebrierten Vertreter aller lateinischer Riten: des katholischen, maronitischen, melkitischen, armenischen, chaldäischen und syrisch- katholischen. Eine Schar, die ein Zeichen der Einheit und eines starken nebeneinander gelebten Glaubens setzte.

Ein  Geschenk und eine Reise der Hoffnung

Diese Einheit ist im Heiligen Land, wo die Herausforderungen zahlreich sind, unabdingbar. Das Risiko der Gemeinschaften im Nahen Osten besteht darin, den Glauben nur als eine soziale Identität zu sehen. Die Bischöfe wünschen, dass der Glaube in einer Beziehung der Liebe, des Vertrauens und der Treue zu Gott gelebt wird. Darum hat die Diözese Predigten, ein Programm angemessener Katechese, Initiativen für das Lesen der Bibel in den Familien, dem gewissenhaften Umgang mit den Sakramenten, zur Teilnahme an der Messe und Feiern zwischen den Riten, für Wallfahrten und Gebeten an den Heiligen Stätten vorbereitet.

In seiner Predigt erinnerte S.E. Weihbischof Lahham, Vikar in Amman, daran, dass “Maria die berühmtesten Frau dieses Landes ist” dadurch dass sie das schönste Attribut erhalten hat “voll der Gnade”. “Dabei”, erklärte der Bischof, “hatte die Jungfrau Maria um nichts gebeten: die Gaben Gottes sind frei und beziehen sich nicht auf unsere eigenen Vorzüge”. Maria reagierte mit ihrem “Ja” (“Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort”) und ihrem “Danke” (im Magnificat). “Auf die gleiche Weise,“ so weiter der Bischof,“ sind wir Christen des Heiligen Landes dazu aufgerufen, dieses Jahr des Glaubens in Dankbarkeit und ohne Vorbehalte anzunehmen. Weil wir hier leben, müssen wir als erste Zeugnis für unseren Glauben und unsere Hoffnung ablegen.” In ihrem Hirtenbrief für das Jahr des Glaubens hatten die Kirchenhirten der Diözese, indem sie das Nachsynodale Apostolische Schreiben „Ecclesia in Medio Oriente“ zitierten, alle daran erinnert,  dass “das Beispiel der erste Gemeinschaft Jerusalems als Vorbild für die Erneuerung der aktuellen Christengemeinde dienen kann”. Das Jahr des Glaubens – so kündigt es der Hirtenbrief an – nimmt einen besonderen Charakter an.“ Wegen der Geografie dieser Geschichte des Glaubens erhebt sich die Wolke der Zeugen des Glaubens, die das Land, in dem die  Heiligen Schriften entstanden, bewohnen (…) Die Mutter-Kirche von Jerusalem, die Hüterin des Glaubens der Apostel, ist unsere Kirche und schenkt uns bis in die heutige Zeit Modelle des Glaubens: die Selige Maryam Bawardi, die Selige Marie-Alphonsine, die ehrwürdige Samaan Sruji “. Diese schwierigen  Zeiten im Nahen Osten machen die Tatsache, dass der Glaube keine Frage der Anstrengung,  sondern des kostenlosen Geschenks des Herrn ist, deutlich. Ein Weg der Hoffnung.

Es war eine gut organisierte feierliche Messe mit dem Chor, gefolgt von einer schönen traditionellen Prozession mit der Ikone und der Statue der Jungfrau Maria. Marienlieder, der Segen, Beichtgelegenheiten… die Gelegenheit für das Volk Gottes im Heiligen Land seine Liebe zu der Jungfrau Maria, der privilegierten Tochter dieser Erde, zu zeigen.

Christophe Lafontaine

Das gesamte Programm der geplanten Veranstaltungen für das Jahr des Glaubens können auf Englisch, Italienisch und Spanisch auf der Webseite www.annusfidei.va eingesehen werden.