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Gepostet on 29 Okt 2012 in Aktuelles aus der Diözese, Dialog, Diözese, Ökumenismus, Versammlung der katholischen Ordinarien

Ostern 2013: Katholiken und Orthodoxe werden gemeinsam feiern

Ostern 2013: Katholiken und Orthodoxe werden gemeinsam feiern

In zwei Jahren, wenn der entgültige Beschluss vorliegt und durch den Heiligen Stuhl anerkannt wird, werden alle Katholiken des lateinischen und des orientalischen Ritus der Diözesen im Heiligen Land den Julianischen Kalender (der Orthodoxen) übernehmen. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem will schon im kommenden Jahr Ostern als gemeinsames Fest begehen.

Mit der neuen Anweisung durch die Versammlung der Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes wird in der Geschichte des Ökumenismus zwischen Katholiken und Orthodoxen ein weiteres konkretes Kapitel aufgeschlagen. Man verdankt dies zum großen Teil dem dringlichen Wunsch der Gläubigen selbst: viele Familien im Heiligen Land bestehen aus gemischten Ehen zwischen Katholiken, Orthodoxen und Protestanten; da die Katholiken sich nach dem Gregorianischen Kalender richten  und die Orthodoxen nach dem Julianischen Kalender, können viele Familienmitglieder nicht gemeinsam Ostern feiern.

Das Konzil von Nicäa schrieb vor, Ostern an dem Sonntag zu feiern, der dem Vollmond nach dem Äquinoktium (Tag- und Nachtgleiche) des Frühlings folgt. Papst Gregorius XIII. führte im Jahre 1582 eine Reform des bis dahin geltenden Julianischen Kalenders ein, um diese säkulare Abweichung zu korrigieren. Viele orthodoxe Kirchen übernahmen nicht den neuen Gregorianischen Kalender, der seit Mitte des 15. Jahrhunderts das Kirchenjahr regelte, und behielten den Julianischen Kalender bei, was zur zeitlichen Verschiebung der liturgischen Feste führte.

Wer Einheit will, muss sich anpassen können

Um die weiteren Osterfeste ab 2015 zu regeln, wurde ein Dekret von der Versammlung der Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes verfasst, und dem Heiligen Stuhl zur Zustimmung vorgelegt. Alle Katholischen Kirchen im Heiligen Land sollen sich von nun an für die Feier des Osterfestes am Julianischen Kalender orientieren  und „deshalb ihren liturgischen Kalender für die Zeit von Aschermittwoch bis Pfingsten angleichen. (…) Diese Entscheidung soll von allen Katholiken sowohl des lateinischen als auch des orientalen Ritus, und von den einheimischen wie auch den ausländischen Katholiken, die in unseren Pfarreien leben, angenommen, respektiert und ausgeführt werden,“ so lautet die Anweisung.Die Angleichung der liturgischen Daten gemäß dem Julianischen Kalender ist im Lateinischen Patriarchat schon  erprobt worden: Jordanien, Zypern und eine große Mehrheit in Palästina haben Ostern mit Erfolg gemeinsam gefeiert. Diese neue Entscheidung betrifft vor allem die Pfarreien des Patriarchats in Israel. Man hofft, dass sich schon im kommenden Jahr die Mehrheit der katholischen Kirchen diesem Beschluss anschließen und Ostern am 5. Mai vereint feiern werden. Ausnahme bilden Jerusalem und die Region Bethlehem aufgrund ihres Status Quo.

2014 wird ein Jahr des ökumenischen Mondes. Katholiken und Orthodoxe werden daher am gleichen Tag, dem 20. April, feiern. Man wird sich nicht die Frage stellen müssen, welchen Kalender man adoptiert.

Christophe Lafontaine