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Gepostet on 15 Okt 2012 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

Drei Tage mit dem Heiligen Franziskus von Assisi

Drei Tage mit dem Heiligen Franziskus von Assisi

Jerusalem – Drei besondere Ereignisse prägten die ersten Oktobertage der Kustodie des Heiligen Landes: der Transitus des Hl. Franziskus, das Hochfest des Hl. Franziskus und die Wiederaufnahme des akademischen Schuljahres. Zahlreiche Gläubige und Freunde nahmen an den drei Feierlichkeiten der Franziskanerbrüder und der Schüler der Seminare teil.

Am Abend des 3. Oktober war die katholische Pfarrkirche „St. Salvatore“ anlässlich der ersten Vesper zum Fest des Hl. Franziskus voll besetzt. Der Kustos, P. Pierbattista Pizzaballa, präsidierte die festliche Zeremonie. Fünfzehn  Franziskanerbrüder verschiedener Nationalitäten erneuerten an diesem Abend ihre zeitlichen Gelübde. Der Höhepunkt der Feier war die Erinnerung an den Transitus des Pater Seraphicus, die im Dunkeln bei Kerzenlicht von einem Diakon auf der Empore vorgetragen wurde. Wir veröffentlichen hier die in italienischer Sprache gehaltene Predigt von P. Pierbattista Pizzaballa.

Der weitere Abend verlief auf der Terrasse der Franziskaner, wo die Schüler der drei Seminare –  des franziskanischen, des salesianischen und des lateinischen von Beit Jala – einen freundschaftlichen Abend des gemeinsamen Austauschs verbrachten, begleitet von Tänzen und Gesangsauftritten. Darunter eine bezaubernde Interpretation des „Segensgebets für Bruder Leo“ des mehrstimmigen Chors der Franziskanerbrüder.

Das Hochamt des Hl. Franziskus am 4. Oktober wurde einer Tradition zufolge vom Prior der Dominikaner, P. Guy Tardivy, präsidiert. Konzelebriert haben der Kustos, P. Pierbattista Pizzaballa, Weihbischof William Shomali, der maronitische Bischof El Haj Moussa, der melkitische Bischof Joseph Zreiei und der armenische katholische Bischof Joseph Kelekian. Anwesend waren auch mehrere Regierungs- und Konsulatsvertreter aus Jerusalem.

Der Dominikanerpater Keven sprach in seiner Predigt in englischer Sprache über das Schlüsselelement des Hl. Franziskus, seine Einfachheit.

Am 5. Oktober feierte P. Pizzaballa für die  Lehrer und Studenten des „Studium Biblicum Franciscanum“, des „Studium Theologicum Jerosolymitanum“ und des „Studium Theologicum Salesianum“ die Hl. Messe zum Studienbeginn des akademischen Jahres 2012-2013. In seiner Predigt, inspiriert durch die erste Lesung, Job 38-40, analysierte der Kustos die Weisheit des Job. Und als spirituelle Wegweisung für das neue Schuljahr zitierte er am Ende die siebente Ermahnung des Hl. Franziskus von Assisi:

Der Apostel sagt: “Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig” (2 Kor 3,6). Jene sind durch den Buchstaben tot, die nur die Worte allein zu wissen trachten, damit sie unter den anderen für weiser gehalten werden und große Reichtümer erwerben können, die sie dann Verwandten und Freunden schenken. Und jene Ordensleute sind durch den Buchstaben tot, die nicht dem Geist des göttlichen Buchstabens folgen wollen, sondern mehr danach streben, einzig die Worte zu wissen und sie anderen zu erklären. Und jene sind vom Geist des göttlichen Buchstabens zum Leben erweckt, die jeden Buchstaben, den sie wissen und zu wissen trachten, nicht dem eigenen Leib zuschreiben, sondern sie durch Wort und Beispiel Gott, dem höchsten Herrn, zurückerstatten, dem jegliches Gute gehört. 

Artikel, Video und Photos von Andreas Bergamini