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Gepostet on 3 Okt 2012 in Dialog, Ökumenismus

Ökumene erklingt aus dem Garten von Gethsemane

Ökumene erklingt aus dem Garten von Gethsemane

Jerusalem –  Dank der „Eucharistischen Symphonie“ von Pater Pierucci OFM verbreiteten sich am 22. September2012 bei Sonnenuntergang wunderbare Gesänge verschiedenster Kirchen Jerusalems aus dem Garten Gethsemane über die ganze Heilige Stadt.

Es schien so, als ob sich alle Kirchen des Heiligen Landes an diesem Samstagabend verabredet hätten. Gemeinsam erhoben sie ihre Stimmen zum Gebet während der „Eucharistischen Symphonie“, die von dem italienischen Musiker Pater Armando Pierucci OFM komponiert worden war. Ein einzigartiges Erlebnis. Der Titularorganist der Grabeskirche hatet sich von den liturgischen Gesängen der zwölf verschiedenen christlichen Kirchen und musikalischen Traditionen der Heiligen Stadt inspirieren lassen. A capella eröffnete jeder religiöse Verantwortliche der verschiedenen Kirchen mit seinem traditionellen liturgischen Gesang die Komposition, und wurde dann vom Chor und Orchester durch die persönliche Interpretation Pieruccis abgelöst. So konnte man zum Beispiel den griechisch-melkitischen (katholischen) Erzbischof. Jules Joseph Zerey seine Hymne der Cherubime „Nachid al Cheroubim“ singen hören. Oder den Erzbischof Swerios Malki Murad des syrisch-orthodoxen Ritus sein „Abun Dashmayo“, das „Vater Unser“ rezitieren hören. Für die lateinische Kirche interpretierte Bruder Jad Sara OFM die Litanei der Heiligen. Dann stimmten auch die orthodoxen Armenier, die griechisch Orthodoxen, die russisch Orthodoxen, die Kirche der Lutheraner und Anglikaner, die katholischen Armenier, die äthiopisch orthodoxe Kirche, die orthodoxen Kopten, die katholischen Syrer und die Chaldäer, wie auch die Maroniten ein jeder seinen traditionellen Gesang mit an.

Der Reichtum der Vielfalt als Weg zur Einheit

Neben S.E. Shomali, dem Weihbischof von Jerusalem, nahmen auch zahlreiche andere Vertreter verschiedener Kirchen an diesem hoch symbolischen Konzert teil. Die dadurch entstehende Harmonie zwischen den Kirchen soll dazu einladen, den Reichtum jeder Kirche neu zu entdecken und auf dem Weg der Ökumene weiterzukommen. Dieses Projekt der Symphonie wird außerdem durch die Vereinigung zur Förderung des außergewöhnlichen Gebetes aller Kirchen für die Versöhnung, die Einheit und den Frieden unterstützt.

„Das oberste Ziel dieses Projekts ist ein besseres gegenseitiges Verständnis der westlichen und östlichen Kirchen. Es ist eine Einladung an alle, die Pluralität der Traditionen anderer Kirchen in aufrichtigem brüderlichem Geiste zu entdecken, indem man die Vision der Schönheit des mystischen Leibes Christi in seiner bezaubernden Vielfalt wiederherstellt. Durch die universale Sprache der Musik sollen alle Christen in ihrem Glauben fest verankert bleiben. Die Symphonie präsentiert sich auch als gemeinsames christliches Zeugnis vor der Gemeinschaft der Nationen, und als Aufruf zum Respekt vor der Religionfreiheit, welche immer noch in vielen Ländern der Erde bedroht ist. Sie ist ein Ausdruck der Solidarität des Leibes Christi mit seinen leidenden (Mit-) Gliedern.“

Spätere Aufführungen der eucharistischen Symphonie sind in Genf, in der Kathedrale von Milano und in der Kirche San Pietro Caveoso in Matera, Italien geplant.

Das Konzert wurde live in sechs verschiedenen Sprachen von mehreren TV Sendern weltweit übertragen.

Amelie de la Hougue