Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 2 Okt 2012 in Dialog, Synode

Neuevangelisierung:  Ein Priester des Patriarchats als „Experte“ in Rom

Neuevangelisierung: Ein Priester des Patriarchats als „Experte“ in Rom

Für die bevorstehende Synode zur Neuevangelisierung vom 7. – 28. Oktober 2012 wurden von Erzbischof Nikola Eterovic, dem Generalsekretär der Bischofssynoden, mit der Zustimmung Benedikt XVI., 45 Experten nominiert. Unter ihnen Pater Rafiq Hanna Khoury aus dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, Professor am Seminar in Beit Jala. Interview.

Worauf beruht Ihre Nominierung als Experte der Synode?

Es scheint mir, dass sowohl mein Studium der Pastoraltheologie und Kathechese wie auch meine Erfahrung auf diesem Gebiet meine Nominierung beeinflusst haben. Da es in der nächsten Synode um pastorale Themen und um Kathechese geht, hat die Diözese meinen Namen für diesen Dienst an der Universalkirche vorgeschlagen.

Was wird dort Ihre Aufgabe sein?

Die Aufgabe des Experten ist in den Synodenstatuten deutlich festgelegt: Er soll die Arbeit der Synode mitverfolgen, um die Synodeväter bei der Abfassung der Berichte über die laufenden Gespräche zu unterstützen, und er soll mithelfen, die Vorschläge zu formulieren, die an den Heiligen Vater für das Apostolische Schreiben weitergegeben werden, das er im Anschluss an die Synode verkünden wird.

Was erwarten Sie sich von dieser Synode in ihrer Rolle als Priester vom Heiligen Land, und als Lehrer im Seminar von Beit-Jala?

Ich erwarte, dass diese Synode ein lebendiges Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Neuevangelisierung und für eine Erneuerung des Glaubens in allen Erdteilen weckt. Als Priester im Heiligen Land liegt mir sehr viel daran, dass diese Frage der Neuevangelisierung zur höchsten Priorität in unserem pastoralen Engagement, je nach unseren Bedürfnissen und der konkreten Lage unserer Christen im Heiligen Land, wird.

Als Lehrer würde ich es begrüßen, wenn die Synode uns dazu ermutigen könnte, über dieses Thema zu reflektieren.  Eine solche Reflexion ist zunächst für diejenigen von Interesse, die sich auf die Priesterweihe vorbereiten. Mir scheint, wir sollten unsere neuen Priester darauf vorbereiten, Botschafter dieser Neuevangelisierung in den verschiedenen Teilen unserer Diözese zu werden.

Beinhaltet die Ausbildung der Seminaristen in Beit Jala die Frage der Neuevangelisierung?

Selbstverständlich. Letztes Jahr haben wir im Kurs der Pastoraltheologie zu diesem Thema eine lange Reflexion geführt, hinsichtlich unserer konkreten Lage im Heiligen Land und im gesamten Nahen Osten.

Welche Botschaft kann das Heilige Land (und die Heilige Stadt Jerusalem) für diese Neuevangelisierung aussenden?

Die Botschaft des Heiligen Landes für diese Neuevangelisierung ist von großer Bedeutung. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Botschaft Jesu zum ersten Mal auf diesem gesegneten Land erklungen ist. Es geht darum, die Botschaft Jesu als Frohe Botschaft neu zu entdecken, die uns die Freude schenkt, Christ zu sein.

Und im Bezug auf die Heilige Stadt Jerusalem dürfen wir nicht vergessen, dass der Kern der christlichen Botschaft der Tod und die Auferstehung Jesu ist. Es war also in Jerusalem, wo sich dieses Geheimnis zugetragen hat. Jerusalem richtet eine Botschaft der Hoffnung, die sich aus dem österlichen Geheimnis ergibt, an alle Christen im Heiligen Land, an die Christen in der ganzen Welt und an die gesamte Menschheit, trotz aller Schwierigkeiten, die wir antreffen.

Amélie de La Hougue