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Gepostet on 2 Okt 2012 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

Das Caritas Baby Hospital feiert sein 60-jähriges Jubiläum

Das Caritas Baby Hospital feiert sein 60-jähriges Jubiläum

Am 23. September feierte das Caritas Baby Hospital sein 60-jähriges Bestehen. Vor fünfzig Jahren gab es nicht mehr als 14 Betten in zwei Zimmern. Seitdem hat sich diese pädiatrische Einrichtung als eine  zuverlässige Referenz im palästinensischen Gesundheitssystem durchgesetzt. 

„Wir sind für euch da“, so heißt das Versprechen, welches das Caritas Baby Hospital seit 60 Jahren für Kinder und Mütter in den palästinensischen Gebieten unabhängig ihrer Religion und finanziellen Lage zu halten versucht. Es wurde 1952 von Pater Ernst Schnydrig gegründet und war seither dank internationaler Spenden ständig gezwungen, sein Pflegeangebot zu erweitern. Während der letzten 5 Jahre haben zahlreiche Aktivitäten der „Kinderhilfe Bethlehem“ (die das Hospital finanziell unterstützt) dazu beigetragen, dass das Hospital seit 2010 vergrößert und verbessert werden konnte.

Die Diagnosen, die in diesem Hospital aufgrund von Armut am häufigsten auftreten, sind Dehydrierung, Krankheiten der Lungenwege, Darminfektionen. Heute werden Kinder im Caritas Baby Hospital von Spezialisten folgender Pathologien untersucht: chronische Krankheiten, Stoffwechselkrankheiten, Blasen- und Nierenleiden, Orthopädie, Augenkrankheiten, Hals-, Nasen-und Ohrenerkrankungen, Nervensysteme, psychische Entwicklung des Kindes, Echographie und Echokardiographie.

Laut Statistiken des Hospitals sind an die 33.000 Kinder und Babies ambulant behandelt worden. Die 82 Betten der verschiedenen Stationen nehmen rund 4000 Kinder pro Jahr auf. Die „Kinderhilfe Bethlehem“ lässt die Mütter bewusst an der Pflege ihrer Kinder teilnehmen, um weitere Krankheiten möglichst zu vermeiden. Die Familien sind de facto im Genesungsablauf ihrer Kinder miteinbezogen.

Ein Stern für Bethlehem

Die europäische Finanzkrise stellt auch für das Hospital eine enorme Herausforderung dar, da es hauptsächlich von Spenden lebt. 2011 sind die Einnahmen um 9% zurückgegangen. Die Kampagne ”Ein Stern für Bethlehem ” wird seither zum Leitmotiv der „Freunde des Caritas Baby Hospitals“, um die Arbeit in Bethlehem zu unterstützen. In diesem Sinne und in der Hoffnung einer starken Unterstützung sind zum 60. Jahrestag seiner Gründung eine Reihe von Gästen eingeladen worden, unter ihnen S.E. Gmür, der als Bischof von Basel als Schirmherr des Caritas Baby Hospitals gilt. Zu diesem Anlass wurde auch eine Messe in der Kreuzfahrerkapelle der Geburtskirche gefeiert.  S.E.  Shomali, Weihbischof von Jerusalem, der die Eucharistiefeier zelebrierte, erinnerte zurecht daran, dass Bethlehem als Geburtsort Jesu uns unvermeidlich an „Kindheit“ denken lässt. Hier liegt die Berufung und der Auftrag des Caritas Baby Hospitals, „dass an dem Ort der Geburt Jesu keinem Kind medizinische Versorgung vorenthalten bleibt“.

Zur Erinnerung, in Bethlehem gibt es noch drei andere katholische Institutionen, die sich um Kinder kümmern: die „Creche Kinderkrippe“ der Filles de la Charité/St. Vincent de Paul für Findelkinder, „Effata“ für gehörlose und stumme Kinder, das „Hogar Ninos Dios“ für körperlich und geistig behinderte Kinder.

Der Bischof gedachte der Anstrengungen der Gründer und Wohltäter des Hospitals wie auch an Generationen von Personalmitgliedern, vornehmlich der Elisabeth-Schwestern, und erinnerte an das bleibende Erbe, welches das Hospital im 21. Jahrhundert wie ein Wunder von Ausdauer und Großzügigkeit gegenüber den Kindern fortbestehen lässt. Während er das Evangelium des Tages (Mk 9, 30-37) auslegte, erklärte Bischof Shomali, dass das Hospital „an Jesus und seine Worte zum Thema Kinder“ erinnerte: „Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.“ Dies bedeutet für den Bischof,  „sobald wir den Kleinsten, den Ärmsten, den Schwächsten, der sich nicht verteidigen kann, aufnehmen, empfangen wir Jesus selbst. Jesus identifiziert sich mit all denen, die unbedeutend sind, an den Rand gedrängt und um die sich am wenigsten gekümmert wird. Meine lieben Schwestern und Brüder, aus diesem Grund wurden Waisenkinder, verstoßene Kinder, kranke und behinderte Kinder immer von der Kirchenpastorale privilegiert unterstützt.“ Und der Bischof beendet seine Predigt indem er auf die universelle Dimension dieser Aufgabe der Nächstenliebe hindeutet: „Unsere Einrichtungen trennen nicht die Christen von Nicht-Christen. Jedes Kind besitzt die gleiche Würde wie jeder andere Mensch. Warum? Weil jedes Kind ein Abbild Gottes ist, weil jedes Kind ein Abbild des Jesuskindes ist.“

Nach der Messe nahmen alle Mitarbeiter, Repräsentanten der Politik, Wirtschaft und Kultur an den Festlichkeiten dieses Jubiläumstages teil. Unter ihnen Pater Michael Schweiger, Präsident der Kinderhilfe Bethlehem, der Vize-Bürgermeister, und Repräsentanten des Ritterordens vom Heiligen Grab. Ein kulturelles Programm mit Vorträgen und Ausstellungen zeigten die Geschichte und Entwicklung des pädiatrischen Hospitals auf. Führungen durch das Hospital waren ebenfalls organisiert.

Christophe Lafontaine

Predigt von Mgr. Shomali auf englisch: