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Gepostet on 1 Okt 2012 in Neuigkeiten des Ordens, Orden vom Heiligen Grab, Statthaltereien

Seine Seligkeit Patriarch Fouad Twal: Lasst uns weiter für den Frieden beten…

Seine Seligkeit Patriarch Fouad Twal: Lasst uns weiter für den Frieden beten…

INDIANAPOLIS – Auf seiner Reise in die USA besuchte Seine Seligkeit Patriarch Fouad Twal vom 28.-30. September die Damen und Ritter des Ordens vom Heiligen Grab in Indianapolis, und nutzte die Gelegenheit, auf die beunruhigende Lage in Syrien und im gesamten Nahen Osten aufmerksam zu nachen.

In seiner Eröffnungsrede vom 30. September vor der Statthalterei des Nordzentrums (Indianapolis) gratulierte Seine Seligkeit Fouad Twal, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, seinen zukünftigen Rittern und Damen des Ordens vom Heiligen Grab: „Sie sind der Beweis, dass die Kirche lebt! Seien Sie ein Volk der Vision! Das Wort Gottes erinnert uns daran, dass dort, wo keine Vision herrscht, das Volk untergeht…“(Sprichwörter 29,18).

Der Patriarch rief die anwesenden Mitglieder dazu auf, ihre Mission fortzusetzen: „Ich glaube, Sie sind die Damen und Herren, deren Einfluss entscheidend ist (…). Sie können das Leben der Kirche allgemein beinflussen, und das der Mutter Kirche, ganz speziell. Aus diesem Anlass möchte ich sie dazu ermutigen, auf Ihre Identität stolz zu sein!“

Ein zweites zentrales Anliegen seiner Rede: die Lage im Nahen Osten. Disbezüglich ist klar: die Vereinigten Staaten sind ein wichtiger Faktor in dieser Region, sie sind de facto der Schlüssel für den Frieden im israelisch-palästinensischen Konflikt. „Sie tragen eine große Verantwortung in der Friedensumsetzung. (…) Ich rufe Sie daher auf, uns in der Umsetzung dieser Vision nicht allein zu lassen.“

Das Chaos in Syrien

Der Patriarch von Jerusalem verurteilte die Situation in Syrien mit sehr harten Worten: „Die Beobachtung dieses Aufstands, die Grausamkeiten, und die Intervention machtvoller Rivalen erinnern mich ein wenig an den spanischen Bürgerkrieg, der eine maßgebliche Probe für den Zweiten Weltkrieg war. (…) Es gibt etwa 2 Millionen Christen in diesem Land“, propagierte der Patriarch, „man muss wissen, dass alles, was sich dort abspielt, auf Jordanien und die anderen arabischen Länder Einfluss haben wird.“

Er lud alle Gläubigen ein, eine Wallfahrt ins Heilige Land zu unternehmen: „Eine Wallfahrt, um den lebenden Steinen des Heiligen Landes zu begegnen“, bekräftigte er.

Eine Predigt in 6 Punkten

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem greift dieselben Aspekte in seiner Predigt nochmals auf.

1 „Die Divisionen unter uns Christen sind ein Skandal. Die übertriebenen militärischen Ausgaben sind ein Skandal. Die politische Lage, die Grenzübergänge und Check-points sind ein Skandal…“

2 Der Patriarch verschweigt nicht, dass er sich in einer heiklen Position befinde: vor seiner Entscheidung zu sprechen oder zu schweigen, müsse er sich erst die Zeit zum Beten nehmen.

3 „Viele Menschen fassen den Entschluss, angesichts der besorgniserregenden Situation für den Frieden zu beten“, fügt er zur Beruhigung seiner Zuhörer hinzu.

4 „In der heutigen hedonistischen Mentalität nimmt die Evangelisierung der Politik, der Unternehmen und Institutionen, der Schulen, Universitäten und Krankenhäuser zunehmend eine wichtige Rolle ein.“

5 Der Patriarch erinnert daran, was Jesus im Evangelium sagt: „Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.“

6 „Letztendlich ist die Kirche von Jerusalem der Ort“, so der Patriarch zusammenfassend, „wo alle Ereignisse der Universalkirche ihren Anfang haben und wieder ihren Anfang finden müssen. Bald beginnt in Rom die Synode zum Thema „Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens“. Es gibt kein neues Dogma, und „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit“ (Hebr.13,8).

Seine Seligkeit Fouad Twal bat am Ende seiner Predigt die Gemeinde darum, weiter für den Frieden zu beten.

Laurent Charnin