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Gepostet on 17 Sep 2012 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

Ortas feiert das Fest Unserer Frau vom Garten

Ortas feiert das Fest Unserer Frau vom Garten

Ortas – Die Gläubigen der Pfarreien von Beit Sahour, Bethlehem, Beit Jala und Jerusalem versammelten sich am Kloster von Ortas, um am Sonntag, den 10.September, zu Unserer Frau vom Garten zu beten. Bischof Shomali erinnerte in seiner Predigt an die Dienerin Gottes, Schwester Maria Crescentia, Ordensschwester der Töchter von Unserer Frau vom Garten.

In der Region Bethlehem, bei den Dörfern um Ortas, am Grund eines engen Tales, wo ein üppig grüner Garten im Kontrast zu den umliegenden trockenen Hügeln steht, gibt es eine wunderbare Kirche, Unsere Frau vom abgeschlossenen Garten (Hortus Conclusus).

Die Hügel der Umgebung sind eine ausschließlich islamische Region. Genau hier kümmern sich die Schwestern von Unserer Frau vom Garten seit 1894 um das Heiligtum. Der Orden wurde von St. Anthony Mary Gianelli zur Erziehung von Jugendlichen, zur Pflege der Kranken und alten Menschen gegründet. Gemäß der Tradition ist der Hortus Conclusus der Garten von Salomon, der im Lied der Lieder, das die Jungfräulichkeit der Jungfrau Maria vorbildlich darstellt, besungen wird: “Du bist schön, meine Freundin, kein Mangel in dir….du bist ein abgeschlossener Garten, meine Schwester, meine Braut, ein abgeschlossener Garten, eine versiegelte Quelle“ (Lied von4.7-12).

Jedes Jahr finden sich die Gläubigen der Nachbarpfarreien (Bethlehem, Beit Jala, Beit Sahour) und auch von Jerusalem ein, um die Gesegnete Jungfrau Maria an den Tagen nach ihrem Geburtsfest am 8. September zu feiern. In diesem Jahr nahmen mehr als 150 Gläubige an der Messe, die von Bischof William Shomali, Patriarchalvikar von Jerusalem zelebriert wurde, und an der anschließenden Marienprozession teil, die von den Seminaristen aus Beit Jala und einigen Pfadfindern angeführt wurde.

Eine neue Blume im Garten der Heiligen

Während seiner Predigt an diesem inspirierenden Platz sagte der Bischof, dass jeder Christ zur Heiligkeit berufen ist, dass alle berufen sind, Blumen der Heiligkeit zu sein. Als Beispiel nannte der das Leben von Angelica Maria Crescentia (1897 – 1932), ursprünglich aus Argentinien und Schwester Unserer Frau vom Garten, die ihre Heiligung bestmöglich lebte. Ihr Motto war „tun, was Gott will, wollen, was Gott will, sein, was Gott will“.

An Tuberkulose erkrankt, starb diese geistige Freundin der Hl. Therese vom Kinde Jesu im Alter von 35 Jahren. Sie wurde am 22.Juni 2004 von Papst Johannes Paul II für ehrwürdig erklärt und wird am 17. November 2012 selig gesprochen. Nach diesem Beispiel von Heiligkeit am Beginn zitierte Bischof Shomali den Hl. Franz von Sales, der im 3. Kapitel seiner Philotea, Einführung in ein frommes Leben, schrieb: „Gott befahl den Pflanzen, bei der Schöpfung, Früchte zu tragen, jede nach ihrer Art (Genesis 1:11). In ähnlicher Weise befiehlt er den Christen, den lebendigen Pflanzen seiner Kirche, Früchte der Heiligkeit zu erzeugen(Frömmigkeit, op.cit.), jeder nach seiner Fähigkeit und Berufung.“

Christophe Lafontaine