Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 17 Sep 2012 in Aktuelles des Heiligen Vaters, Dialog, Kirche, Synode

Zusammenfassung des Apostolischen Schreibens „Ecclesia in Medio Oriente“

Zusammenfassung des Apostolischen Schreibens „Ecclesia in Medio Oriente“

Vatikanstadt, 15. September 2012 (VIS). Wir geben eine Zusammenfassung des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens “Ecclesia in Medio Oriente“ wieder, das am Nachmittag des 14. September in Beirut (Libanon) veröffentlicht wurde.

Es ist ein von Papst Benedikt XVI ausgearbeiteter Text, unter Berücksichtigung der 44 finalen Vorschläge der Synode für den Nahen Osten, die vom 10. bis zum 26. Oktober 2010 im Vatikan stattgefunden hat.  (Die Katholische Kirche im Nahen Osten: Gemeinschaft und Zeugnis. “Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele”(Apg 4.32)”). Der Text gliedert sich in drei Teile, einschließlich einer Einführung und eines Abschlusses.

PRÄMISSE

Das Nachsynodale Apostolische Schreiben “Ecclesia in Medio Oriente” ist ein vom Heiligen Vater Benedikt XVI. auf Grundlage der 44 finalen Vorschläge der Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten, die sich vom 10. bis 24. Oktober 2010 zum Thema: “Die katholische Kirche im Nahen Osten, Gemeinschaft und Zeugnis“ im Vatikan zusammengefunden hat. „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele”(Apg 4.32)  Der Text besteht aus drei Teilen mit einer Einführung und einem Abschluss.

EINFÜHRUNG

Das Apostolische Schreiben fordert die katholische Kirche im Nahen Osten dazu auf, die Gemeinschaft in ihrem Innern mit Blick auf die „einheimischen Gläubigen“, die den katholischen Ostkirchen sui iuris  angehören, zu erneuern und sich dem Dialog mit Juden und Muslimen zu öffnen. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaft, eine Einheit, die es in der Vielfalt des geografischen, religiösen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Kontextes im Nahen Osten zu erreichen gilt. Benedikt XVI erneuert seinen Appell zur Erhaltung und Förderung der Riten der orientalischen Kirchen als Erbe der ganzen Kirche Christi.

ERSTER TEIL

Der Papst fordert dazu auf, die Christen, die im Nahen Osten leben und “edel und authentisch” zum Aufbau des Leibes Christi beitragen, nicht zu vergessen. Bei seiner Beschreibung der Situation der Region und der dort lebenden Menschen, unterstreicht Benedikt XVI dramatisch die Toten, die  Opfer “der menschlichen Blindheit”, die Angst und die Demütigungen. Das Apostolische Schreiben erinnert uns daran, dass die Position des Heiligen Stuhls bezüglich der  verschiedenen Konflikte in der Region und des Status von Jerusalem und den Heiligen Stätten weithin bekannt sind. Es ruft zur Umkehr, zum Frieden, zur Überwindung aller Unterschiede von Rasse, Geschlecht und Klasse und zur Vergebung sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich auf.

Das christliche und ökumenische Leben

Dieses Kapitel ist ein Appell zugunsten der ökumenischen Einheit “die nicht etwa eine Uniformierung der Traditionen und der liturgischen Feiern bedeutet“: in einem politisch schwierigen, instabil und momentan für Gewalt anfälligen Kontext wie im Nahen Osten, „lebt die Kirche in einer beachtlichen Vielfalt. Neben der katholischen Kirche gibt es sehr viele altehrwürdige Kirchen, zu denen kirchliche Gemeinschaften jüngeren Ursprungs hinzugekommen sind.“ Es ist ein Mosaik, das „einen beträchtlichen und beharrlichen Einsatz“ erfordert, um das christliche Zeugnis zu stärken. Das Apostolische Schreiben unterstreicht die Bedeutung der theologischen Arbeit und der verschiedenen ökumenischen Kommissionen und kirchlichen Gemeinschaften, so dass sie sich – im Einklang mit der Lehre der Kirche – mit einer Stimme „zu den großen moralischen Fragen in bezug auf die Wahrheit über den Menschen, die Familie, die Sexualität, die Bioethik, die Freiheit, die Gerechtigkeit und  den Frieden äußern.“ Wichtig ist auch die „diakonische Ökumene“ auf karitativem Gebiet und im Bildungswesen. Anschließend werden einige konkrete Vorschläge für eine gemeinsame ökumenische Seelsorge aufgeführt: eine gewisse „ Communicatio in Sacris“ (d. h. die Möglichkeit für die Christen, Anteil an den Sakramenten der Kirche zu haben, die nicht ihre eigene ist) für die Sakramente der Buße, der Eucharistie, der Krankensalbung und für eine gemeinsame Übersetzung des Vater Unsers  in den lokalen Sprachen der Region.

Der interreligiöse Dialog

Unter Hinweis auf die historische und geistige Bande zwischen Christen, Juden und Muslimen, bekräftigt er, dass der interreligiöse Dialog nicht so sehr von pragmatischen Gesichtspunkten einer politischen oder sozialen Ordnung diktiert werden, sondern sich in erster Linie auf die theologischen Grundlagen des Glaubens stützen sollte: Juden, Christen und Muslime glauben an einen Gott und deshalb hegen wir die Hoffnung, dass sie im  “Andersgläubigen“ einen zu liebenden und respektierenden Bruder erkennen können, ohne sich „als wirklich Glaubender für ungerechtfertigte Konflikte instrumentalisieren zu lassen“. Im Hinblick auf den christlich-jüdischen Dialog, erinnerte der Papst an das gemeinsame spiritiuelle Erbe, basierend auf der Bibel, die „die jüdischen Wurzeln des Christentums enthält “; er fordert die Christen dazu auf, sich des Geheimnisses der Inkarnation bewußter zu werden und verurteilt die „unterschwelligen und gewaltsamen Verfolgungen der Vergangenheit“.

“In Treue zur Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils” benutzt Benedikt XVI für die Muslime das Wort “Hochachtung” ; er bedauert jedoch, dass die dogmatischen Unterschiede sowohl für die einen als auch die anderenals Vorwand gedient haben, im Namen der Religion Praktiken der Intoleranz, Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung zu rechtfertigen. Das Apostlische Schreiben hebt dann  hervor, dass die Anwesenheit der Christen im Nahen Osten weder neu noch zufällig ist, sondern geschichtlich: dies habe “eine besondere Symbiose” mit der umgebenden Kultur zur Folge und – zusammen mit Juden und Muslimen – haben sie zur Formung einer reichen Kultur, typisch für den Nahen Osten, beigetragen.

Im Hinblick auf die Katholiken der Region weist der Text darauf hin, dass sie einheimische Bürger des Nahen Ostens sind, Bürger , die das Recht und die Pflicht haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und nicht als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden. Der Papst sagt, dass die  Religionsfreiheit – die Summe aller Freiheiten, heilig und unveräußerlich – die freie Wahl der Religion, die man für die wahre hält, und diese und seine Symbole öffentlich, ohne Gefährdung seines eigenen Lebens oder seiner persönlichen Freiheit,  zu bekunden, beinhaltet.  Zwang und Gewaltanwendung in religiösen Dingen sind nicht erlaubt. Daher die Aufforderung von der religiösen Toleranz zur Religionsfreiheit zu gelangen, was aber nicht bedeutet dem Reltivismus die Türe öffnen, sondern “eine erneute Berücksichtigung der anthropologischen Beziehung zur Religion und zu Gott”.

Zwei neue Realitäten

Die Laizität mit teilweise extremen Formen und der gewalttätige Fundamentalismus, der einen religiösen Ursprung beansprucht. Eine gesunde Laizität impliziert Unterscheidung und  Zusammenarbeit zwischen Politik und Religion, in gegenseitigem Respekt, und garantiert der Politik ein Arbeiten ohne die Religion zu instrumentalisieren und der Religion ein Leben ohne die Last politischer Interessen. Religiöser Fundamentalismus – der in einem Klima der sozio-politischen Unsicherheit, dank der Manipulation von einigen und eines ungenügenden Verständnisses der Religion von anderen, heranwächst – strebt nach Macht – manchmal mit Gewalt – über das Gewissen der einzelnen und die  Religion. Diesbezüglich richtet der Papst einen dringenden Appell an alle religiösen Führer im Nahen Osten, damit sie „mit ihrem Beispiel und ihrer Lehre alles zu tun versuchen, damit diese Bedrohung ausgemerzt werde, die unterschiedlos und tödlich die Gläubigen aller Religionen ergreift“.

Die Migranten

Der Papst stellt eine entscheidende Frage, nämlich die des Exodus der Christen, die sich in einer schwierigen, manchmal hoffnungslosen Lage befinden  und unter den negativen Folgen der Konflikte leiden, indem sie sich oft gedemütigt fühlen, obwohl sie seit Jahrhunderten am Aufbau ihrer jeweiligen Länder beteiligt sind. Ein Naher Osten ohne oder mit wenigen Christen ist nicht mehr der Nahe Osten. Hierzu ruft der Papst die Politiker und Religionsführer auf, Politik und Strategien zu vermeiden, die einen uniformen Nahen Osten anstreben würden, die in keiner Weise seine reiche menschliche und historische  Realität wiederspiegelt. Benedikt XVI. fordert dann die Hirten der katholischen Ostkirchen dazu auf, ihre Priester und ihre Gläubigen in der Diaspora mit Liebe zu umgeben und sie zu ermutigen, mit ihren Familien und ihren Kirchen in Kontakt zu bleiben, und die Seelsorger der kirchlichen Gebiete, die die orientalischen Katholiken aufnehmen, dazu, ihnen die Möglichkeit zu geben, nach ihren eigenen Traditionen zu feiern. Dieses Kapitel behandelt auch das Problem der Einwanderer – oft Katholiken mit dem lateinischen Ritus –  aus Afrika, dem Fernen Osten und dem indischen Subkontinent, die allzu oft Diskriminierung und Ungerechtigkeit erfahren.

ZWEITER TEIL

„Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele“ (Apg 4,32)

Der zweite Teil richtet sich an die Teile, aus denen sich die katholische Kirche zusammensetzt:

– Die Patriarchen: Die Verantwortlichen der Kirchen sui iuris, in unverbrüchlicher Einheit mit dem Bischof von Rom, machen die Universalität und Einheit der Kirche greifbar und im Zeichen der Gemeinsamkeit, werden sie die Einheit und Solidarität im Rahmen des Rates der katholischen Patriarchen des Ostens und der patriarchalischen Synoden stärken können,in dem sie  immer die grundlegenden Fragen für die Kirche vorziehen werden.

– Die Bischöfe: Als sichtbares Zeichen der Einheit in der Vielfalt der Kirche, die als ein Leib verstanden wird, dessen Haupt Christus ist,  sind sie die ersten, die als Jünger in alle Nationen gesandt sind. Sie müssen die Integrität und die Einheit des Glaubens, in diesen schwierigen Situationen, an denen es leider im Nahen Osten nicht fehlt, mutig verkünden und standhaft verteidigen. Die Bischöfe sind auch zu einer guten, ehrlichen und transparenten Verwaltung der kirchlichen Güter aufgerufen, wobei   der Papst daran erinnerte, dass die Synodenväter eine ernsthafte Prüfung der Finanzen und Güter verlangen, um Verwechslungen von persönlichem Vermögen und dem der Kirche zu vermeiden. Außerdem müssen die Bischöfe den Priestern einen angemessenen Unterhalt gewährleisten, damit diese nicht in der Suche nach materiellen Dingen aufgehen. Die Veräußerung von Gütern der Kirche muss sich streng nach den kanonischen Normen und päpstlichen Bestimmungen richten. Schließlich fordert der Papst die Bischöfe zu einer Fürsorge im  pastoralen Sinn für alle Christgläubigen, unabhängig ihrer Nationalität oder kirchlichen Herkunft, auf.

– Die Priester und Seminaristen: Der Papst betont, dass die Priester das Volk Gottes zum Aufbau einer Kultur der Liebe, wie es das Evangelium lehrt, und Einheit erziehen müssen und dies erfordert eine tiefgründige Verkündigung des Wortes Gottes, der Tradition und der Lehre der Kirche, zusammen mit der intellektuellen und spirituellen Erneuerung der Priester. In diesem Zusammenhang ist das Zölibat wichtig – unbezahlbares Geschenk Gottes an die Kirche – , aber auch der Dienst der verheirateten Priester, die ein alter Bestandteil der östlichen Traditionen sind. Als Diener der Einheit, müssen die  Priester und Seminaristen ein mutiges Zeugnis ablegen, einen tadellosen Lebenswandel führen und   offen für die kulturelle Vielfalt ihrer Kirchen sein.

-Das gottgeweihte Leben: Das Mönchtum in seinen verschiedenen Formen entstand im Nahen Osten  und steht am Anfang einiger Kirchen. Die Ordensleute sollten den Bischof in der Seelsorge und den missionarischen Aktivitäten unterstützen. Sie sind dazu aufgerufen ausführlich und sorgfältig über die evangelischen Räte (Armut, Keuschheit und Gehorsam) nachzudenken, denn ohne eine entschlossene und unmißverständliche Rückkehr zur Suche nach Gott, kann es zu keiner spirituellen Erneuerung – der Gläubigen, der Gemeinschaft und der ganzen Kirche – kommen.

-Die Laien: Durch die Taufe sind die gläubigen Laien volle Glieder des Leibes Christi und haben daher teil an der Sendung  der universalen Kirche. Den Laien überträgt der Papst die Aufgabe einer guten Verwaltung der öffentlichen Güter, des Einsatzes für Religionsfreiheit und Achtung der Würde jedes einzelnen. Sie sollen mutig die Sache Christi bezeugen. Und damit ihr Zeugnis wirklich Frucht bringt, sollten die Laien die Teilung und alle subjektiven Interpretationen des christlichen Lebens überwinden.

-Die Familie: Sie ist eine auf die Ehe gegründete göttliche Institution (“Die eheliche Liebe ist das geduldige Projekt eines ganzen Lebens”) und heute vielen Gefahren ausgesetzt. Die christliche Familie muß bei ihren Problemen und Schwierigkeiten unterstützt werden und sich immer wieder durch die Kraft des Wortes und der Sakramente erneuern, damit sie die Hauskirche sein kann, die zum Gebet und zum Glauben erzieht, eine Pflanzstätte von  Berufungen, natürliche Schule der Tugenden und der sittlichen Werte, lebendige Grundzelle der Gesellschaft. Viel Raum räumt das Apostolische Schreiben der Frau im Nahen Osten und der Notwendigkeit ihrer Gleichstellung mit dem Mann ein. Sie ist oft Diskriminierung ausgesetzt und damit wird nicht nur die Frau selbst gedemütigt wird, sondern vorallem Gott selbst.  Der Papst weist darauf hin, dass Frauen sich stärker für das öffentliche und kirchliche  Leben einsetzen und darin noch mehr einbezogen werden sollten. In Bezug auf Rechtsstreitigkeiten bezüglich Eheproblemen muss die Stimme der Frau gleich der des Mannes ohne Ungerechtigkeit  gehört werden. Hierzu ermutigt der Papst zu einer gerechteren und besseren Anwendung des Kirchenrechts, damit Rechtssteitigkeiten in Ehefragen nicht zum Glaubensabfall führen. Schließlich müssen die Christen im Nahen Osten sowohl in der Ehe als anderswo ihr Recht ohne Einschränkungen anwenden können.

-Die Kinder und die Jugendlichen: Der Papst fordert sie auf, sich nicht zu fürchten oder zu schämen Christen zu sein, die anderen Gläubigen, Juden und Muslime, zu respektieren und durch das Gebet  die echte Freundschaft mit Jesus zu pflegen, indem sie Christus und die Kirche lieben. Auf diese Weise können sie mit Weisheit die Werte der Moderne , die für ihre volle Verwirklichung nützlich sind,  erkennen, ohne sich von Materialismus oder gewissen sozialen Netzwerken, deren wahlloser Gebrauch  die wahre Natur der menschlichen Beziehungen beeinträchtigen kann, verführen zu lassen. Das Schreiben appeliert an Eltern, Erzieher, Ausbilder und öffentliche Einrichtungen, die Rechte der Kinder vom Augenblick der Empfängnis an anzuerkennen.

DRITTER TEIL

Das Wort Gottes, die Seele und Quelle der Gemeinschaft und des Zeugnisses:

Nachdem das Apostolische Schreiben seine Dankbarkeit gegenüber der exegetischen Schulen (Alexandrien, Antiochien, Edessa und Nsibis), die zur dogmatischen Formulierung des christlichen Mysteriums im 4. und 5. Jahrhundert beigetragen haben,  zum Ausdruck gebracht hat, empfiehlt sie eine wahre biblische Pastorale, um Vorurteile oder Missverständnisse, die zu unnötigen und demütigen Streitigkeiten führen,  zu zerstreuen. Daher der Vorschlag, ein Jahr der Bibel –  je nach den pastoralen Bedingungen der einzelnen Länder der Region –  zu verkünden und darauf eine jährliche Woche der Bibel folgen zu lassen. Die christliche Präsenz in den biblischen Ländern des Nahen Ostens –  die weit über eine soziologische Zugehörigkeit oder einen bloßen wirtschaftlichen und kulturellen Erfolg hinausgeht– wird, indem sie den Elan des Ursprungs in der Nachfolge der ersten Jünger wiederfindet, einen neuen Anlauf nehmen. Schließlich unterstützt der Papst  die Entwicklung von neuen Kommunikations-  und Ausbildungstrukturen – nicht nur technische, sondern auch dogmatische und ethische – von Spezialisten auf diesem Gebiet, neuralgisches Zentrum der Evangelisierung.

Die Liturgie und das sakramentale Leben:

Für die Menschen des Nahen Osten ist die Liturgie  ein wesentliches Element der spirituellen Einheit und der Religionsgemeinschaft. Die Erneuerung der Feierlichkeiten und der liturgischen Texte – soweit erforderlich – soll auf das Wort Gottes gegründet und  in Zusammenarbeit mit den Kirchen, die gemeinsame Hüter derselben liturgischen Traditionen sind, durchgeführt werden. Im Zentrum steht die Einladung, die Bedeutung der Taufe zu betrachten, die es denjenigen, die sie erhalten, erlaubt in Gemeinschaft zu leben und eine echte Solidarität mit den anderen Mitgliedern der menschlichen Familie, ohne Diskriminierung aufgrund von Rasse oder Religion, zu entwickeln. In diesem Sinne fordert der Papst eine ökumenische Vereinbarung über die gegenseitige Anerkennung der Taufe zwischen der katholischen Kirche und den Kirchen, mit denen sie einen theologischen Dialog führt, um in der Folge die volle Gemeinschaft im apostolischen Glauben wiederherstellen zu können. Das Apostolische Schreiben wünscht sich auch eine häufigere Praxis des Sakramts der Vergebung und Versöhnung und fordert die Hirten und Gläubigen zu Friedensinitiativen, auch inmitten der Verfolgung, auf.

Das Gebet und die Wallfahrten:

Der Nahe Osten ist ein beliebter Ort Wallfahrtsort für viele Christen, um hier ihren Glauben zu festigen und zutiefst spirituelle Erfahrung machen zu können. Der Papst fordert, dass die Gläubigen ohne Einschränkung freien Zugang zu den Heiligen Stätten haben können. Auch ist es wichtig, dass die heutige biblische Wallfahrt zu ihrer ursprüngliche Motivation zurückkehrt: ein Weg der Buße, auf der Suche nach Gott.

 

Evangelisierung und Nächstenliebe:

Auftrag der Kirche. Das Schreiben betont, dass die Weitergabe des  Glaubens eine wichtige Mission der Kirche ist. Daher die Einladung des Papstes zur  Neuevangelisierung, die in der derzeitigen im Wandel befindlichen Lage dem Gläubigen die Bedeutung seines Lebenszeugnisses bewußt macht: Es stärkt sein Wort, wenn er  mutig und offen von Gott spricht, um die gute Nachricht der Erlösung zu verkünden. Insbesondere im Nahen Osten muss die Vertiefung des theologischen und pastoralen Sinns der Evangelisierung zwei Dimensionen berücksichtigen:  die ökumenische und die interreligiöse. Bezüglich der verschiedenen Bewegungen und kirchlichen Gemeinschaften ermutigt der Papst, in Einheit mit dem Ortsbischof und in Übereinstimmung mit den pastoralen Vorschriften, sowie unter Berücksichtigung der Geschichte, Liturgie, Spiritualität und lokalen Kultur, Verbindendes aufzubauen. Die katholische Kirche im Nahen Osten ist schließlich dazu eingeladen, seinen missionarischen Geist zu erneuern, eine umso dringlichere Aufgabe in diesem multikulturellen und multireligiösen Umfeld. Einen starken Anreiz in diesem Zusammenhang wird das Jahr des Glaubens bringen. Was die Nächstenliebe betrifft, so erinnert das Schreiben daran, dass die Kirchen dem Beispiel Christi folgen sollten, der den Schwächsten immer nahe war: den Waisen, den  Armen, den Behinderten, den Kranken.  Schließlich grüßt der Papst alle Menschen, die sich in Bildungszentren, Schulen, Hochschulen und katholischer Universitäten im Nahen Osten engagieren. Diese Instrumente der Kultur, die von den politischen Entscheidungsträgern unterstützt werden müssen, zeigen, dass es im Nahen Osten möglich ist, durch Erziehung zur Toleranz in Respekt und Zusammenarbeit zu leben.

Die Katechese und christliche Erziehung :

Das päpstliche Schreiben fordert zum Lesen des Katechismus der katholischen Kirche und einer konkreten Einführung in die Soziallehre der Kirche auf. Gleichzeitg lädt der Papst die Synoden und anderen bischöflichen Einrichtungen dazu ein, den Gläubigen den Zugang zu den Schätzen der Kirchenväter zu erleichtern und die Lehre der Kirchenväter zu erneuern, welche die biblische Schulung ergänzen wird.

SCHLUSS

Auf feierliche Weise bittet Benedikt XVI im Namen Gottes die politischen und religiösen Führer nicht nur das Leid aller, die  im Nahen Osten leben, zu lindern, sondern auch alle Ursachen zu beseitigen und alles zu tun, damit endlich Frieden erreicht wird. Gleichzeitig sind die katholischen Gläubigen dazu aufgerufen die Gemeinschaft miteinander zu festigen und in ihr zu leben “Die Lauheit mißfällt Gott “, daher sollen die Christen des Nahen Ostens, Katholiken und die  anderen, gemeinsam und mutig ein Zeugnis für Christus abgeben. Dabei handelt es sich um kein leichtes, aber dafür umso mitreißenders  Zeugnis.