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Gepostet on 27 Aug 2012 in Uncategorized

Erneuter Aufruf der Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes (ACOHL) zu den Opfern des Menschenhandels im Sinai

Erneuter Aufruf der Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes (ACOHL) zu den Opfern des Menschenhandels im Sinai

Er schaut von seiner heiligen Höhe, und der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,

daß er das Seufzen des Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes

(Psalm 102:19-20)

Erneuter Aufruf der Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes zu den Opfern des Menschenhandels im Sinai

Wir, die Oberhäupter der Katholischen Kirche im Heiligen Land, appellieren weiterhin an die Welt, da wir zutiefst besorgt bleiben über das Schicksal der afrikanischen Asylbewerber, die während ihrer Durchreise im Sinai entführt wurden. Am 20. März 2012 haben wir den Aufruf unseres Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI. wiederholt, das Drama der Entführungen, der Folterung und des Menschenhandels unserer Brüder und Schwestern zu beenden.

In den vergangenen Tagen gab es dramatische Veränderungen der Lage im Sinai. Aufgrund einer Stationierung ägyptischer Truppen im Sinai, nachdem es wiederholt Gewalt an der israelisch-ägyptischen Grenze gegeben hat, scheint sich eine neue Chance zu eröffnen. Sie muss dazu genutzt werden, um die fortwährenden Wunden der Gefängnisse und der Folterungen im Sinai zu beenden. Bis jetzt behaupten die ägyptischen Behörden immer wieder, sie seien nicht in der Lage, die allgemeine Gesetzlosigkeit im Sinai und die kriminellen Banden, die die afrikanischen Asylbewerber jagen, in den Griff zu bekommen. Trotz des wachsenden internationalen Drucks erklären ägyptische Beamte, Ägypten könne seit des 1978 in Kraft tretenden Camp David Abkommens und der Entmilitarisierung der Zone auf diesem Gebiet nicht mehr handeln. Wegen der fehlenden Maßnahmen der zentralen Regierung sind diese Folterlager weiterhin in Betrieb.

Wir rufen die ägyptische Regierung dringend dazu auf, jetzt zu handeln. Diese jüngste Stationierung von Truppen ermöglicht es auch den Behörden, die Folterlager zu schließen und sicherzustellen, dass der Menschenhandel endlich beendet wird. In diesem Moment werden noch immer viele hunderte von Opfern (überwiegend aus Eritrea und dem Sudan) in solchen Lagern im Sinai festgehalten. In diesem Augenblick werden sie gefoltert (an ihren Gliedmaßen aufgehängt, mit weißglühenden Eisen verbrannt, mit Stromschlägen an Körperteilen versetzt und systematisch vergewaltigt). All das wurde auf mutigste Weise von Menschenrechtsaktivisten dokumentiert. In diesem Moment zahlen Verwandte der Opfer hohe Summen Lösegeld, um ihre geliebten Familienmitglieder frei zu bekommen.

Möge der Schrei der Unterdrückten von denen gehört werden, die jetzt die Möglichkeit haben, sie aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Wo jetzt der Monat des Ramadan dem Ende zugeht, wird der  barmherzige Allmächtige, unser aller erbarmungsvoller Gott, sicherlich diejenigen segnen, die das Weinen der Leidenden hören.