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Gepostet on 24 Jul 2012 in Politik und Gesellschaft, Regionalnachrichten

Treffen mit den Christens des Ostens

Treffen mit den Christens des Ostens

NAHER OSTEN – Sie sind Studenten, 23 und 24 Jahre alt, und werden mit dem Auto ab kommenden September sechs Monate lang ca. 21000 Meilen auf den Straßen des Ostens fahren. Maxime Delpierre und Vincent Gelot starten von Beirut, um christliche Gemeinden in ungefähr 20 Ländern zu treffen, unter anderem im Irak, in Kasachstan, Jordanien und Ägypten. Bis nach Jerusalem.

Was war die treibende Kraft für Ihr Abenteuer?

Der Funke, der unser Projekt „Tausend und ein Glaube“ gezündet hat, war die Nachricht vom Besuch von Benedikt XVI im Libanon von 14.bis 16. September 2012. Der Papst wird ein apostolisches Mahnschreibenunterzeichnen, das die Arbeit der Bischofssynode für den Nahen Osten des Jahres 2010 abschließt. Der Papst wird den Christen des Ostens eine Botschaft des Friedens und der Einheit bringen. Wir zwei beschlossen, die lange Reise auf den Straßen von 21 Ländern des Ostens zu unternehmen, um Christen zu treffen, die in diesen Ländern manchmal isoliert sind, manchmal verfolgt werden, und um ihnen diese Botschaft zu bringen. Dabei vergessen wir nicht, den Reichtum und die Schönheit der östlichen Kirchen zu zeigen. Unsere Reise kann den Gemeinden ein Gesicht geben, von denen niemand spricht, wie in Usbekistan zum Beispiel. Mit Sicherheit werden wir viel lernen, wenn wir den Glauben dieser Christen entdecken.

Wie haben Sie die Treffen mit diesen Gemeinden im Osten geplant?

Wir haben ein bequemes Auto für unsere Reise. Es passt für große Entfernungen und erlaubt uns, länger in Gemeinden zu bleiben, die uns willkommen heißen. Für die Treffen mit den Gemeinden haben wir Kontakte auf unterschiedlichen Ebenen hergestellt, z. B. mit dem Patriarchat in Syrien und mit verschiedenen Gemeinden im Irak. Für Kirgisistan müssen wir genaue Kontaktangaben bekommen, um herauszufinden, wo sie sind. Im Libanon besuchen wir verschiedene religiöse Führer christlicher Kirchen, die unser Projekt unterstützen, wie Erzbischof Cyril Salim Bustos, das griechisch-melkitische Patriarchat von Beirut und Jbeil, Monsignore Paul Matar, den maronitischen Erzbischof von Beirut. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Twal, hat seine Unterstützung zugesagt und den Wunsch ausgesprochen, uns bei unserer Ankunft in Jerusalem zu treffen. Wir können aber die Tatsache nicht leugnen, dass die Erfahrung zeigt, nicht alle Details zu planen.

Was sind die Schwierigkeiten dieses Projektes?

Der Nahe Osten erlebt momentan historisch-politische Umwälzungen. Wenn, trotz all der Einladungsbriefe, in einigen Ländern die Situation gefährlich würde, werden wir auf eine Ausweichroute zurückgreifen. In finanzieller Hinsicht ist das Vorhaben noch nicht gelöst. Wir werden auf verschiedenen Wegen Unterstützung suchen. Aus diesem Grund und um verständlich zu machen, dass wir Christen treffen werden, haben wir unser Programm in mehrere Sprachen übersetzt, um Sprachbarrieren zu überwinden.

Was ist nun Ihre neue Initiative?

Am Anfang hatten wir nicht die Absicht, etwas Originales zu tun. Wir hatten nur eine Absicht: „Treffen“. Es wird nach dem Plan von Providence stattfinden.

Vielleicht unterscheiden wir uns von anderen Projekten durch die gewählte Reiseroute, weil wir nicht auf der Seidenstraße oder der Gewürzstraße oder auf anderen bekannten Routen reisen. Wir für unseren Teil werden eine Rundreise im Osten machen, die eine Bandbreite von verschiedenen Ritualen und Erfahrungen von Christen in dieser Weltregion zeigt. Wir werden alle christlichen Gemeinden treffen, verfolgt oder nicht, isoliert oder nicht, arm oder nicht. Wir haben kein bewegendes Thema wie „die vergessenen Christen in Kleinasien…“. Wir planen eine „Ehrenliste“ unserer Begegnungen. Wir werden sie „das Buch des Ostens“ nennen. Sie wird die Gebetsziele der Christen sammeln, die wir besuchen.

Wird Jerusalem die letzte Station auf der Reise sein?

Ja, Jerusalem ist unsere letzte Station. Der Abschluss des Abenteuers in der Stadt des Heils wird uns zur Quelle der Christenheit zurückbringen, zur Kirche des Ursprungs. Bei dieser Gelegenheit werden wir den lateinischen Patriarchen besuchen, um ihm das Buch des Ostens zu übergeben.

Interview von Christophe Lafontaine