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Gepostet on 16 Jul 2012 in Aktuelles der religiösen Gemeinschaften, Diözese

150. Jahrfeier der Mission des Ostens in St. Peter in Gallicantu

150. Jahrfeier der Mission des Ostens in St. Peter in Gallicantu

JERUSALEM – Das Fest der heiligen Peter und Paul wurde gewählt, um 150 Jahre der „Mission des Ostens“ zu feiern. In St. Peter in Gallicantu, hielt P. Jean-Daniel Gullung, der Obere der Gemeinschaft der Assumptionisten und Rektor der Wallfahrtsstätte, nach der Vesper einen Vortrag zum Thema: Im Jahr 1882 konzipiert Pater Emmanuel d’Alzon das Projekt für den Kauf des Abendmahlssaals.

Mit dem 150. Jahrestag der Mission des Ostens soll zugleich eine neue Tradition entstehen. Es gehört zur Gewohnheit der verschiedenen religiösen Kongregationen, zu ihrem jeweiligen Patronatsfest einzuladen. In St. Peter in Gallicantu wird dieser Termin in Zukunft der 29. Juni sein.

Da am Abend des 28. Juni der Apostolische Nuntius in Notre-Dame von Jerusalem eine Messe für den Papst feierte, bei der er sich gleichzeitig vom Heiligen Land verabschiedete, und da am Morgen des 29. Juni in der Erlöserkirche die Diakonats- und Priesterweihen der Franziskaner stattfanden, bevorzugten die Oblaten der Himmelfahrt der Einfachheit halber, zu einem feierlichen Vesper einzuladen. Dieser Gebetsstunde folgte ein Vortrag und eine kleine Erfrischung. Insgesamt waren an diesem Abend mehr als sechzig Personen gekommen.

Besondere Freude und Ehre wurde dieser Feier durch das Kommen von Msgr. William Shomali, Weihbischof von Jerusalem, zuteil, der die Vesper leitete, vom Kustos P. Pierbattista Pizzaballa, vom  Erzbischof Pierre Grégoire Melki, dem syrisch-katholischen Bischof, von Bischof Josef Kelekian, dem Armenisch Katholischen Bischof, P. Joseph Saghbini, ein melkitischer Archimandrit und von P. Paul Collin, dem ehemaligen Pastor von Beerscheba, der Nachfolger des Assumptionistenpaters Jean-Roger war, dem Gründer der dortigen hebräischsprachigen Pfarrei. Ebenfalls waren viele Vertreter von unterschiedlichen Ordensgemeinschaften und zahlreiche Freunde gekommen.

Der Vortrag von P. Jean-Daniel Gullung, dem Oberen der Gemeinschaft und Rektor der Wallfahrtsstätte, musste die Öffentlichkeit von Jerusalem interessieren, die davor nicht wusste, wie P. d’Alzon begonnen hatte, in den Jahren 1861-1863 zu versuchen, den Abendmahlsaal zu kaufen, um dort das maronitische Seminar zu gründen, und das Grab der Jungfrau Maria (das heißt, den Grund der Dormitio zu erwerben), um dort die Assumptionistenschwestern zu beherbergen. Diese Begebenheit kann man in den Geschichtsbüchern nicht finden und wir werden nie wissen, ob die Geschichte anders verlaufen wäre, und wie der Abendmahlssaal heute aussähe…

Das Projekt entstand, nachdem P. D’Alzon acht junge Syrer in sein Seminar in Nimes aufgenommen hatte, die dem Massaker vom Frühjahr 1860 an Christen im Libanon und Damaskus entkommen waren. Er hoffte damit, dass sie die Saat für ein Priesterseminar in Jerusalem würden. Als er im Frühjahr 1862 für die Heiligsprechung der japanischen Märtyrer nach Rom ging, traf er dort mit Kardinal Barnabo, dem Präfekten der Propaganda Fide zusammen, um über dieses Projekt zu sprechen. Dieser gab ihm darauf seine Zustimmung. Aber einige Personen in Rom hatten die Auffassung, dass die notwendigen finanziellen Mittel, die er vom Heiligen Stuhl erhalten wollte, besser in Rom für die Unionsbewegung eines Teils der bulgarischen Kirche verwendet würden. Papst Pius IX. bestätigte in einer Privataudienz am 3. Juni 1862 seinen Wunsch, dass sich P. d’Alzon eher in Richtung Konstantinopel und Bulgarien orientieren sollte. Da P. d’Alzon den Wunsch des Papstes als Gottes Willen erkannte, gab er das Projekt in Jerusalem zugunsten Bulgariens auf. Seine Entscheidung war verantwortlich für eine entscheidende Wende in der apostolischen Orientierung seiner Kongregation. Um die Patres in dieser Mission zu unterstützen, gründete er 1865 die Kongregation der Oblatenschwestern der Himmelfahrt. Dies ist jedoch eine andere Geschichte, die beim ihrem 150. Jubiläum ihrer Gründung erzählt wird.

Zwei Briefe, die an die Kongregation im Mai 2012 gesendet wurden, einer von Papst Benedikt XVI. und ein anderer vom Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomaios I., ermutigen unsere Gemeinschaften, die in dieser Mission des Ostens, in Bulgarien, Rumänien, Russland, Griechenland, Türkei und Jerusalem engagiert sind.

Von unserem Korrespondenten in St. Peter in Gallicantu