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Gepostet on 5 Jul 2012 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

Das St. Louis-Krankenhaus wird erweitert

Das St. Louis-Krankenhaus wird erweitert

JERUSALEM – Das St. Louis-Krankenhaus, das vor mehr als 160 Jahren in Jerusalem vom Lateinischen Patriarchat und dem französischen Konsulat gegründet würde, plant eine Erweiterung. Das Institut, das von den Schwestern von St. Joseph geführt wird, hat seinen guten Ruf sowohl durch die Qualität der Pflege als auch durch die Aufnahme aller, unabhängig von ihrem religiösen Bekenntnis.

Das einzige Krankenhaus in Jerusalem, das auf Schmerztherapie und Onkologie spezialisiert ist, ist gleichzeitig christlich und eingebettet in das israelische Gesundheitssystem; das macht das St. Louis Krankenhaus einzigartig. Es ist ein Platz, wo jeden Tag jüdische Patienten, christliche Doktoren und muslimische Familien zusammenkommen. Oder vice versa. An diesem Ort ist es für die Schwestern von St. Joseph, die dem Krankenhaus seit 1948 dienen, eine Ehrensache, jeden aufzunehmen, unabhängig von seiner Religion und Herkunft. Sogar 30 Freiwillige aus allen vier Ecken der Erde arbeiten mit Großzügigkeit mit ihnen zusammen.

Auf dem Weg in die Zukunft

Das Krankenhaus, das von der Knesset 1988 den „Preis für die Lebensqualität“ erhalten hat, beginnt zu wachsen. „Wir haben zwei Projekte für die kommenden Jahre; Restrukturierung und Modernisierung der Zimmer bis 2013 und die Schaffung von 10 neuen Betten bis 2016“, erklärt Schwester Monika, die Chefschwester. Der notwendige Betrag für die Fertigstellung der Arbeit sind 2 Millionen Euro, von denen zur Zeit nur eine halbe Million aufgebracht ist. Mit der Fertigstellung der Erweiterung wird das Krankenhaus 60 Patienten aufnehmen können. Heute beherbergt es 50, von denen 17 Dauerpatienten sind und 33 Erkrankte. 20 Prozent sind Christen.

Wir wollen sicherstellen, dass jeder von ihnen so angenommen wird, wie er ist.

Jeden Patienten, wie er/sie ist, zu respektieren. Ihre Herkunft, ihren Glauben und ihre Gewohnheiten respektieren. Der Wahlspruch des Krankenhauses ist „Wir versuchen einen Platz zu schaffen, wo der Mensch – der Patient – im Zentrum steht. Ihn zu respektieren, wie er ist, ohne ihn ändern zu wollen“, sagt Schwester Monika. „Aus diesem Grund wurde das St. Louis Krankenhaus das einzige christliche koschere Spital“, erklärt die Nonne. Und es hat seine eigene Kapelle.

Es passiert oft, dass christliche, jüdische oder muslimische Patienten ein Zimmer  teilen. Das ermöglicht ungewöhnliche Begegnungen zwischen den Familien, was Schwester Monika schon erlebt hat. So entstand zum Beispiel eine Freundschaft im Alltag zwischen einem jüdischen Vater am Bett seiner im Koma befindlichen Tochter und dem Ehemann einer muslimischen Patientin. „Am Bett eines Angehörigen, der leidet, kommen sich Herzen näher, werden Hände ausgestreckt…und die sozialen, religiösen oder politischen Grenzen verschwinden langsam.“

Angesichts der Frage, ob Leiden notwendig ist, um die Menschgen zusammenzubringen, antwortet Schwester Monika mit einem entschiedenen „Nein“. „Man muss das Leiden nicht ausnutzen. Besonders, wie sich deutlich zeigt, in dieser Region, wo Leiden manchmal der Grund für Gewalt ist.“ Abschließend erklärt sie, „ es ist wahr, dass Leiden Türen öffnen kann, dass es uns erlaubt, in das Herz eines Menschen zu sehen“ und in diesem Sinn „sind wir uns bewusst, dass die Kranken uns das Geschenk des Friedens geben. Denn wenn man das Herz sieht, ist Friede möglich.”

Amelie de La Hougue