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Gepostet on 25 Jun 2012 in Diözese im Ausland, Kirche

Der Patriarch spricht in Dublin aus dem Herzen

Der Patriarch spricht in Dublin aus dem Herzen

DUBLIN – Patriarch Fouad Twal erreichte die Delegation des Heiligen Landes, die am 50. Internationalen Eucharistischen Kongress in Irland teilnahm. Am Freitag, den 15. Juni hielt er die Predigt (hier) zum Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Während desselben Gottesdienstes wurden Hunderten von Menschen das Sakrament der Krankensalbung gespendet.

Auf jeden Fall war die Einladung, die Predigt am Fest des Heiligsten Herzens Jesu zu halten, für den Patriarchen Fouad ein schönes Geschenk – dessen Name auf Arabisch „Herz“ bedeutet. Dies umso mehr, wenn man ebenfalls den vom ihm gewählten bischöflichen Wahlspruch betrachtet, „Mein Herz ist bereit“ (Psalm 57).

Der Patriarch erinnerte bei dieser Gelegenheit daran, dass die Eucharistie das Herz des christlichen Lebens ist, die als Sakrament im Abendmahlssaal von Jerusalem eingesetzt wurde: das Herz der Kirche. „Bei diesem Eucharistischen Kongress erneuern wir das Bewusstsein, dass sich dieses Ereignis in Jerusalem zugetragen hat. Ich fühle mich mit Euch zu Hause, während wir hier, mitten unter euch das eucharistische Ereignis fortsetzen zu feiern“, sagte er.

Patriarch Fouad verweilte bei diesem „permanenten Wunder“, welches das Leben Jesu Christi ist und der im „Sakrament der Eucharistie“ wohnt, „das uns hier in Irland und in der ganzen Welt verbindet“. „Die Eucharistie“, so fuhr er fort, „richtet unsere gebrochene Menschlichkeit wieder auf.“

 

„Angst ist keine akzeptable Antwort für einen Jünger Christi“

Der Patriarch sprach auch als ein „Pastor einer kleinen Herde“ von Christen, die im Heiligen Land leben, die in diesem „Gelobten Land“ leiden, „in diesem Land der neuen Versprechungen, der internationalen Resolutionen, die bisher nicht verwirklicht wurden“. Auch wenn viele Jahrhunderte vergangen sind, so verglich der Patriarch die Situation von damals mit der von heute: „Zu Beginn der Kirche waren die Christen von Jerusalem nur wenige und gewannen ihren Mut nur aus der Gewissheit, dass Christus mit ihnen war. Heute müssen wir auf dieselbe Weise das Bewusstsein erneuern, dass Christus mit uns ist, und in Ihm Mut finden.

Der Patriarch Fouad Twal erwähnte die sinkende Zahl der einheimischen Christen in Jerusalem, doch gerade diese Tatsache drängte ihn dazu, eine Einladung auszusprechen, um „treu zu sein, wo der Herr uns gestellt hat.“ Und er fügte hinzu: „Wenn wir die politische Lage im Nahen Osten berücksichtigen, ist es menschlich, Angst zu haben, da wir leiden und wir uns in unserer Existenz bedroht fühlen. Aber die Angst ist keine akzeptable Antwort für einen Jünger Christi. (…) Wir müssen der starken Tendenz Widerstand leisten, uns als Opfer zu betrachten, die sich in ihrer Situation bemitleiden (…). Auch wenn wir uns alleine fühlen, ist Christus unsere Hoffnung, unsere Freude und unsere Freiheit.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem erklärte, dass er an mehreren Projekten beteiligt war, um den lokalen Christen zu helfen. Allerdings wies er darauf hin, dass die eigentliche Hilfe aus dem „Gebet und der Anerkennung unseres Herrn in der Eucharistie“ stammt.

Patriarch Fouad Twal drückte zum Ende seine Freude über die Präsenz von mehr als 100 Gemeinschaften von Ordensmänner und -frauen im Heiligen Land aus. Von diesen sind 15 kontemplative Gemeinschaften, die Tag und Nacht in der eucharistischen Anbetung verweilen.

Schließlich wendete sich der Patriarch an alle Teilnehmer des Kongresses, um sie für ihre Gebete zu bitten, „damit Frieden und Gerechtigkeit im Heiligen Land werde.“

 

Versöhnung

Msgr. Shomali, Weihbischof von Jerusalem, kommentierte den Kongress wie folgt: „Der Beitrag des Patriarchen erhielt sehr viel Beifall, insbesondere als er sagte, dass wir stolz darauf sein sollten, katholisch zu sein. Die Gruppe aus dem Heiligen Land war sehr froh, dass sie an dieser Wallfahrt teilnehmen konnte.“

Der Bischof traf auch den Premierminister und den Präsidenten von Irland, die er im Namen der Delegation des Heiligen Landes grüßte. Vier weiterer Kardinäle und Bischöfe waren neben Bischof Shomali bei dieser Begegnung anwesend: Der päpstliche Gesandte Kardinal Marc Ouellet, Erzbischof Diarmuid Martin, Erzbischof von Dublin, Kardinal Sean Brady, Primas von Irland und Erzbischof Piero Marini, Leiter des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Kongresse.

Bischof Shomali teilt dem Premierminister seine Hoffnung mit, dass Palästinenser und Israelis den Weg der Versöhnung gehen, die Nordirland und Südirland eingeschlagen haben“. Der Ministerpräsident brachte seine „Unterstützung für einen palästinensischen Staat“ zum Ausdruck, was auf eine tiefe Kenntnis der Situation im Heiligen Land schließen lässt.

Der irische Präsident, der P. Gregory Collins aus der Benediktiner-Abtei der Dormitio in Jerusalem kennt, bat den Bischof, ihm seine Grüße zu übermitteln.

Die Gruppe des Heiligen Landes wird morgen früh wieder nach Amman und Jerusalem „glücklich und im Glauben gefestigt“ zurückkehren, konstatierte Bischof Shomali.

Christophe Lafontaine

 

 

 

 

 

 

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