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Gepostet on 18 Jun 2012 in Liturgisches Leben, Sakramente, Gelübde, Weihe

Das Hochfest des Heiligen Sakraments – St. Cyrill von Jerusalem

Das Hochfest des Heiligen Sakraments – St. Cyrill von Jerusalem

Auszug aus der Taufkatechese XXII des hl. Cyrill von Jerusalem

Nach der Lesung des Paulusbriefs an die Korinther: „Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe“ (1 Kor. 11, 23)

 

1. Durch den Leib und das Blut Christi teilhaftig an den göttlichen Geheimnissen

Die Lehre des hl. Paulus genügt allein, um euch vollkommene Einsicht in die göttlichen Geheimnisse zu geben, die euch, seitdem ihr aufgenommen wurdet, teilhaben lassen am Leib und Blut Christi. Tatsächlich verkündete Paulus gerade: „Jesus der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zum meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut“ (1 Kor. 11,23-25). Aus diesem Grund, da das Wort (Christi) vom Brot sprach: „Das ist mein Leib“, wer wagte noch länger zu zweifeln? Und da sein eigenes Wort feststellte: „Das ist mein Blut“, wer würde das in Zweifel ziehen und so tun, als ob es nicht sein Blut wäre?

 

2. Kana präfigurierte die Transsubstantiation

Wenn wir es für glaubhaft halten, dass (Jesus) in Kana in Galiläa das Wasser in Wein verwandelte – der Wein ist wie das Blut – fällt es uns noch immer schwer zu glauben, dass er den Wein in Blut verwandelt? Wenn er also, als er zur Hochzeit eingeladen war, dieses erstaunliche Wunder vollbrachte, so sollten wir dann nicht noch mehr bekennen, dass er den hochgeehrten Kindern seine hochzeitliche Freude geben wollte, von seinem Leib und Blut zu genießen?

 

3. Das Abendmahl lässt uns an der göttlichen Natur teilhaben

Deshalb haben wir im vollen Vertrauen, unter der Gestalt des Leibes und Blutes Anteil an Christus. Denn in der Gestalt des Brotes, das dir gegeben wird, ist sein Leib, und in der Gestalt des Weines, der dir gegeben wird, ist sein Blut, so dass du, nachdem du am Leib und Blut teilhaftig geworden bist, du derselbe Leib und dasselbe Blut mit ihm sein wirst. Das ist der Weg, wie wir, nach dem hl. Petrus, Anteil an der göttlichen Natur (2 Pt. 1,4) erhalten.

 

4. Jesus wurde missverstanden, als er die Eucharistie versprach

Als er einmal eine Diskussion mit den Juden hatte, sagte Christus: „Wenn ihr das Blut des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch“ (Joh. 6,54). Seine Zuhörer waren empört, da sie seine Worte nicht in einem spirituellen Sinn verstanden, und zogen sich zurück, da sie dachten, dass er sie zum Kannibalismus einladen würde.

 

5. Das Schaubrot, eine Form der Eucharistie

Im Alten Testament gab es auch das Schaubrot, aber dieses alttestamentliche Institut hat Platz zugunsten des Neuen Bunds gemacht, in dem zur Heiligung der Seele und des Körpers das Himmelsbrot und der Kelch des Heiles gegen wurden: das Brot entspricht eher dem Körper, während das Wort Nahrung für die Seele ist.

 

6. Richter nach dem Glauben und nicht nach den Sinnen

Sieh im Brot und im Wein nicht einfache und natürliche Speisen, da der Herr ausdrücklich gesagt hat, dass sie sein Leib und sein Blut sind. Der Glaube gibt dir Sicherheit, auch wenn dir die Sinne etwas anderes sagen. Urteile nicht den Sinnen nach, sondern mit voller und zweifelsfreier Gewissheit, dass Christus dich für seinen Leib und sein Blut Christi würdig gemacht hat.

Cyrill von Jerusalem