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Gepostet on 15 Jun 2012 in Diözese im Ausland, Kirche

Mailand: „ Lasst uns die Familien im Hl. Land nicht vergessen“

Mailand: „ Lasst uns die Familien im Hl. Land nicht vergessen“

MAILAND – Während des Abschlussgottesdienstes des 7. Welttreffens der Familien in Mailand am 3. Juni  betonte der Papst vor 850.000 Gläubigen aus 154 Ländern, unter ihnen das Hl. Land, dass, wenn „die Festigkeit des sozialen Netzes“ in Gefahr ist, die traditionelle Familie mehr denn je das Modell bleibt. Der Patriarch drückte einerseits seine Freude und andrerseits einiges Bedauern aus.

„Die Anwesenheit von50 Kardinälen, mehr als 300 Bischöfen und Hunderttausenden von Gläubigen aus 150 Ländern zeigt die globale Dimension und den Enthusiasmus dieses Familientreffens“, freute sich Patriarch Fouad Twal. Der Papst verteidigte mit Nachdruck den Sonntag als Feiertag und verwies auf das Thema des 7. Welttreffens der Familien – „die Familie: Arbeit und Fest“ – eine Initiative, die von Papst Johannes Paul II begründet wurde. Der Papst sprach davon, wie wichtig es sei „Zeiten der Arbeit mit den Bedürfnissen der Familie, des Berufs, der Vater- und Mutterschaft, Arbeit und Feier aufeinander abzustimmen, um „eine Gesellschaft mit einem menschlichen Antlitz zu formen.“ Allgemein erinnerte er die Gläubigen, immer die Logik des Seins über die des Habens zu stellen. Der Papst betonte, „wenn das soziale Netz in Gefahr ist, bleibt die Familie mehr denn je das Modell.“

Die Ortskirche im Hl. Land war bei diesem Treffen durch eine Delegation des „Committee of the Inter-Church Family“, einer größeren Gruppe von 16 arabisch sprechenden Familien und einer Familie hebräischer Herkunft, angeführt von Patriarch Fouad Twal und Erzbischof Maroun Lahham, Patriarchalvikar in Jordanien und Bischofsdelegat für die Familienpastoral, vertreten.

Der Patriarch erkannte die Freude, die über diesem Treffen aufleuchtete, drückte aber auch seine Ängste aus: „Ich fürchte, dass die Familien, die im Hl. Land leben, sich bei ihrer Rückkehr benachteiligt fühlen werden im Vergleich zu Lebensart und Standard im Westen. Ich fürchte, dass es unvermeidliche Vergleiche und Verbitterung geben wird.“

Und weiter: „Als Mitglied des Pontifikalamtes für die Familie und als Mitglied des Rates der katholischen Patriarchen im Osten hätte ich gern ein Wort über das Hl. Land und das Leben unserer Familien gesagt, um weder die Familien des Hl. Landes zu vergessen noch die Botschaft der Hl. Familie. Wenn man an die Familie aus Nazareth, die in Galiläa lebte, denkt und nach Jerusalem kommt, dann sind wir meiner Meinung nach wirklich berechtigt, von der Hl. Familie und von den Familien, die im Land der Hl. Familie leben, zu reden.“ Der Patriarch hofft nun darauf beim 8. Treffen der Familien, das 2015 in Philadelphia einberufen wird, sprechen zu können.

Der Osten ist aber nicht vergessen worden. Aus der Gruppe der sieben Familien, die mit dem Papst zu Mittag aßen, waren zwei Familien stellvertretend für Länder, die ganz besonders leiden, um so die enge Verbindung zum Papst zeigen zu können, unter ihnen die Familie Hassib aus Bagdad im Irak. Für den Patriarchen „steht diese Familie für alle Familie im Nahen Osten. Der Papst sagte, er würde für sie beten und segnete sie“.

 

Das Haus der Spiritualität für Familien im Hl. Land

Unter dem Eindruck der guten Neuigkeiten drückte der Patriarch am Flughafen der Bewegung „Erneuerung im Geist“ seine tiefe Dankbarkeit aus: Die Bewegung hat die Initiative ergriffen, in Nazareth ein „Internationales Zentrum für die Familie zu schaffen, sodass alle Familien in der Welt ein Haus der Spiritualität im Hl. Land haben, um von der Liebe und dem einfachen Leben von Jesus, Maria und Josef“ zu leben.

Kardinal Betone, vatikanischer Staatssekretär, betonte schon früher im Verlauf des Treffens in Mailand, dass „diese Initiative eine konkrete Geste kirchlicher Gemeinschaft im Rahmen unserer Verpflichtung für die Neuevangelisierung“ sei. In einem Treffen mit der Presse erklärte Kardinal Bertone, dass die innere Erneuerung, die Erneuerung der Familie darin besteht, den Glauben anzunehmen und zu einem Verhaltensmaßstab zu machen, der auch „im sozialen Leben, im öffentlichen und bürgerlichen Leben gelten muss“. Während seiner Reise 2009 segnete der Papst auf dem Berg Kedumim den Grundstein für das Zentrum „als ein Zeichen der Hoffnung in die Zukunft (…)“. Dann fügte er hinzu: „Wir beten, dass das Zentrum ein solides Familienleben in dieser Region fördert und den Familien überall Unterstützung und Beistand bietet und sie ermutigt in ihrer wichtigen Mission in der Gesellschaft.”

Christophe Lafontaine

Fotos : P. Mario Cornioli

 http://www.nazarethinternationalfamily.org/wordpress/french/