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Gepostet on 6 Jun 2012 in Publikationen, Vertiefung

Bischof Matar: Die Medien müssen sich an die Sittlichkeit und an ein lebendiges Gewissen halten

Bischof Matar: Die Medien müssen sich an die Sittlichkeit und an ein lebendiges Gewissen halten

BEIRUT (El Nashrah) – Der Präsident der bischöflichen Medienkommission, Erzbischof Boulos Matar, betete während der Messe, die er in der Herz-Jesu-Kirche in Badaro locale anlässlich des „46. Welttages für die Kommunikation“ zelebrierte, für die Journalisten im Libanon und in der ganzen Welt.

In seiner Predigt verkündete er, dass die katholische Kirche auf der ganzen Welt an diesem Sonntag den „46. Welttag für soziale und mediale Kommunikation“ begeht. „Dies ist seit dem Abschluss des II. Vatikanischen Konzils zu einer Tradition geworden, das auf die Einrichtung neuer Formen der Kommunikation zwischen der Kirche und dem Rest der Welt jenseits aller religiösen, kulturellen und politischen Hindernisse abzielte. Dieses Vatikanische Konzil weckte das Bewusstsein seiner Gläubigen für die Tatsache, dass Christus nicht ihnen alleine gehöre, sondern dass sie zum ihm gehörten. Deshalb setzte es alles daran, um die Liebe Christi für alle Völker und die Nähe Christi zu jedem Einzelnen und Christi Willen für das Heil eines jeden Menschen zu manifestieren.

Indem sie diesem Konzept folgte, fügte er hinzu, verstand die Kirche die große Bedeutung der Medien für die Kommunikation zwischen allen Menschen, Völkern und Kulturen. Daneben wurde die Bedeutung des Dialogs für den gegenseitigen Austausch von Ideen und die Akzeptanz und die Ablehnung der gegenseitigen Vorurteile offensichtlich. Es ist die Aufgabe der Journalisten, eine lebendige Nachricht von einem zum anderen zu tragen und an der Wahrheit und dem Respekt der Rechte der Anderen festzuhalten, wer auch immer sie sein mögen. Um die Wahrheit zu vermitteln, sind große Anstrengungen und ein Verständnis für die Kultur und die Situation des Anderen notwendig.

Um sich dieses wichtigen Themas der Medien zu nähern und uns zu helfen, theoretische und praktische Fehler zu vermeiden, veröffentlicht der Heilige Vater, jedes Jahr an diesem Tag eine allgemeine Botschaft über die Medien, die einige Grundregeln liefert und die Kinder der Kirche anleitet, die volle Verantwortung in dieser Sache zu schultern. Die diesjährige Botschaft trug den Titel: „Stille und Wort: Weg der Evangelisierung“. Diese ruft uns dazu auf, in vollem Umfang über dieses Thema zu meditieren, um seinen tiefen Sinn zu verstehen und seinem Weg zu folgen. Zunächst können wir über diese ungewöhnlichen Worte erstaunt sein. Jedoch erklärte Seine Heiligkeit ausdrücklich, wie er es gewohnt ist, dass Stille zwei unterschiedliche Bedeutungen habe, wobei beide zum richtigen Dienst für die Medien führen. Die erste Bedeutung lässt uns nach dem Wissen über die Geheimnisse des Lebens durch Meditation suchen. Der Papst sagt: „In der Stille hören und erkennen wir uns besser.“ Es ist auch ein Mittel der Kommunikation zwischen denen, die sich einander lieben.

Die zweite Bedeutung ist das, so sagte Seine Heiligkeit, worauf wir zurückgreifen, wenn wir anderen zuhören und ihre Botschaft empfangen wollen. Manchmal ist dies schwer zu erreichen, denn es gibt einige, die sprechen und niemals still sein können, was ihnen die Fähigkeit nimmt, in Kommunikation mit anderen zu sein und anderen nicht erlaubt, mit ihnen zu kommunizieren. Wenn Stille und Wörter sich gegenseitig eliminieren, findet  Kommunikation nicht mehr statt. Dies ist der wohl vorherrschende Zustand in unserer Welt. Das Fehlen der Kommunikation führt dazu, dass man sich selbst und gleichzeitig den Anderen nicht kennt. Das ist der Grund, weshalb der Papst bekräftigt, dass in gleicher Weise  Stille und Wort Grundbedingungen und integrale Bestandteile der kirchlichen Kommunikation sind, die Christus auf eine neue Weise in unserer heutigen Welt verkündet.

Die Medien müssen in ihrer Berichterstattung wahrheitsgemäß sein und sich von Neigungen und persönlichen oder kollektiven Interessen distanzieren, die den Prozess der Versöhnung und den Frieden bedrohen. Die Medien müssen sich an die Sittlichkeit und an ein lebendiges Gewissen halten, so dass ihre Botschaft keine Sachverhalt beeinträchtigt, sondern weiterhin der Wahrheit dient, die allein von Gott stammt.

Der Bischof sagte weiterhin: „Wir, die wir im Libanon unter der Hitze der langen Jahre des Krieges, des Aufruhr, Totschlags und Zerstörung gelitten haben, sollten wir nicht unter diesen schwierigen Bedingungen dazu einladen, jede Form von Aufruhr zu begraben, die ihren Kopf erhebt, um zu verhindern, dass wir den Brennofen des Todes betreten, dem wir gerade so nach schwerer Not entkommen sind, ohne dass jemand davon profitiert hätte… Es gibt keinen anderen Weg als den, zu koexistieren und es gibt kein anderes Mittel als zu kooperieren, so dass die Völker in einer Atmosphäre gegenseitiger Achtung aller weiterhin zusammenleben und prosperieren können.

Abschließend sagte er: „Nur auf diese Weise wird die Rolle der Medien Fehler vermeiden und tadellos dastehen. Derjenige, der mit dem Wort und der Kommunikation unter den Menschen betraut ist, ist von Gott mit Seinem Wort betraut, das seine Arbeit in einen heiligen Auftrag für diese Welt verwandelt. Wir bitten Gott, dass er uns auf den rechten Weg durch sein geheiligtes Licht und mit der Sonne seiner lebensspendenden Wahrheit, die über unsere Welt scheint, führe. Amen.

Quelle : El Nashrah