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Gepostet on 28 Mai 2012 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

Tabgha – Einweihung des neuen Benediktinerklosters, 17. Mai 2012

Tabgha – Einweihung des neuen Benediktinerklosters, 17. Mai 2012

TABGHA – Finden Sie hier die Rede von Bischof Michel Sabbah.

Eminenz Kardinal Joachim Meißner, Erzbischof von Köln,

Exzellenz Erzbischof Antonio Franco, Nuntius,

Brüder im Amt, Priester,

Brüder und Schwestern,

Eure Eminenz,

In Vertretung seiner Seligkeit Patriarch Fouad Twal (der nicht bei und sein kann) und  im Auftrag von Seiner Exzellenz Bischof Boulos Marzucco, Generalvikar und Weihbischof für Israel, hier anwesend,

und mit allen hier anwesenden Bischöfen (Erzbischof Butros Muallem, Bischof Kamal Bathish, beide emeritiert, Erzbischof Kiriakos, griechisch orthodoxer Erzbischof von Nazareth),

heißen wir Sie an diesem Christi Himmelfahrtstag in diesem Hl. Land und an diesem Hl. Platz, wo Jesus betete und sich durch seine Lehren und Wunder offenbarte, willkommen. Im Namen der Kirche des Hl. Landes, aller Kirchen des Hl. Landes, begrüßen wir Sie und mit Ihnen die Kirche von Deutschland, die uns mit ihren Gebeten begleitet und die in diesem neuen Kloster mit uns das Privileg teilen will, an den Plätzen, an denen  Jesus lebte und betete, zu leben und zu beten.

Hier hatte Jesus Mitleid mit der Menge und gab ihr Brot zu essen. Dann versuchte er, ihre Augen für die Wirklichkeit des Geistes zu öffnen, für das Brot, das das ewige Leben von Gott selbst gibt. Hier sahen die Menschen das Wunder, hörten die Worte, und blieben verbunden mit der weltlichen Realität und dem Leid, und wollten, dass Jesus ihr König auf Erden wird. Aber Jesus ging allein, um zu beten und seine Gemeinschaft mit dem Vater zu leben, er betete, dass alle eins mit Ihm werden, so wie er eins mit dem Vater ist.

Dieses neue Kloster ist ein neues Zeugnis für die Anwesenheit Gottes im Leben dieses Landes, eine neue spirituelle Triebfeder im Leben dieses Landes, ein neuer spiritueller Begleiter für alle Bewohner dieses Landes, Juden, Christen, Moslems und Drusen, alle auf der Suche nach Gott und auf der Suche nach Frieden.

Ein Kloster, in dem gebetet wird, ist überall auf der Welt lebensnotwendig, aber in besonderer Weise hier, wo Gott sich selbst offenbarte, und wo Männer und Frauen in diesem Land noch immer in einem langen, leidvollen Konflikt leben, der Versöhnung mit Gott und unter den Menschen braucht. Hier muss das Land den wahren Menschen erkennen lernen und sehen, den Menschen, der von Gott nach seinem Bild geschaffen wurde, fähig zur Liebe wie Gott liebt, um die Wege zum Frieden und zu einem wirklich humanen friedlichen Leben zu finden. Dafür wird die Kirche von Deutschland weiterhin beten, dafür wird dieses Kloster weiterhin beten und Gott in seinen Gebeten die Tragödie dieses Landes mit allen Freuden und Schmerzen seiner Bewohner darbringen.

Wir danken Ihnen für Ihre Anwesenheit und für Ihr Gebet.

Möge Gott Ihnen und uns sein Licht schenken und unsere Herzen mit seinem Geist und seiner Liebe füllen, damit wir jeden Konflikt und jedes Unrecht überwinden und wieder zu den Menschen werden, die Gott nach seinem Bild geschaffen hat, versöhnt mit Ihm und untereinander.

+Michel Sabbah