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Gepostet on 24 Mai 2012 in Publikationen, Vertiefung

Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe – Grabesritter-Orden nimmt 37 neue deutsche Mitglieder auf

Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe – Grabesritter-Orden nimmt 37 neue deutsche Mitglieder auf

©KNA - Der Päpstlichen Ritterorden vom Heiligen Grab in Jerusalem hat sich der Unterstützung religiöser, wohltätiger, kultureller und sozialer Aktivitäten der katholischen Kirche im Heiligen Land verschrieben.

MÜNCHEN (KNA) – Bei einem Gottesdienst in der Münchner Michaelskirche werden am Samstag 37 Personen in die Deutsche Statthalterei des Päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab in Jerusalem aufgenommen. Unter den Bewerbern sind auch fünf Damen und sieben Priester, darunter der Passauer Generalvikar Klaus Metzl. Das teilte der Orden am Freitag in der bayerischen Landeshauptstadt mit. Dem Gottesdienst steht der Münchner Kardinal Reinhard Marx in seiner Funktion als Großprior vor. Erwartet werden mehr als 1.100 Gäste, darunter 500 Ordensmitglieder aus dem In- und Ausland.

Der Orden hat sich nach eigenen Angaben der Unterstützung religiöser, wohltätiger, kultureller und sozialer Aktivitäten der katholischen Kirche im Heiligen Land verschrieben. Dabei erstrecken sich die Hilfen auf Israel, Palästina und Jordanien. Den Christen solle damit eine lebenswürdige Existenz ermöglicht werden. Die Tradition der Grabesritter reicht bis ins Mittelalter zurück. Ende des 19. Jahrhunderts kam es zur Neugründung unter Papst Pius IX.. Die Deutsche Statthalterei gibt es seit 1933.

Soziale Unterstützung

Wie der Vorsitzende der Heilig-Land-Kommission, Michael Wirtz, erläuterte, fördert der Orden derzeit 44 Patriarchatsschulen mit 65.680 Kindern, von denen 53 Prozent Christen seien. Aus einem Sozialfonds in Höhe von 500.000 Euro würden zudem Christen in Krankheitsfällen unterstützt, Klinikaufenthalte oder Medikamente bezahlt. Immer häufiger komme auch die Nachfrage nach Mietbeihilfen. Weiter gebe es Patenschaften von sechs deutschen Ordensprovinzen mit Pfarreien im Heiligen Land sowie Stipendien für christliche Studenten.

Die deutsche Statthalterei hat rund 1.400 Mitglieder in sechs Ordensprovinzen und 38 Komtureien. Von ihnen seien 17 Prozent Damen und 12 Prozent Priester, hieß es. Der Orden finanziert sich über Jahresbeiträge, Spenden und Vermächtnisse. Im vergangenen Jahr kamen 1,4 Millionen Euro an Spenden zusammen. In Bayern gibt es acht Komtureien. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig zu Gottesdiensten und Vorträgen, außerdem wirken sie bei der Fronleichnamsprozession und kirchlichen Festen mit.

Nichts Geheimnisvolles

Um den Orden gebe es eigentlich nichts Geheimnisvolles, sagte Kardinal Marx dem “Münchner Merkur” (Freitag). In erster Linie lebe dieser aus den Tugenden Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe. Darüber hinaus seien Mildtätigkeit und Treue wesentliche Bestandteile des Ordenslebens. “Romantische Vorstellungen und Legenden über das Rittertum des Mittelalters haben mit den Aufgaben heute wenig zu tun”, betonte der Kardinal.

Weltweit zählt der Orden an die 28.500 Mitglieder in 58 Statthaltereien. Die Kandidaten müssen aktive Katholiken sein, einen geordneten Lebenswandel vorweisen und empfohlen werden. Der Investitur geht eine zweijährige Vorbereitungszeit voraus.

Quelle: ©KNA und katholisch.de