Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 19 Mai 2012 in Politik und Gesellschaft, World News

Christen in der arabischen Welt, ein Jahr nach dem arabischen „Frühling“

Christen in der arabischen Welt, ein Jahr nach dem arabischen „Frühling“

BRÜSSEL – Die Kommission der katholischen Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) und die Fraktionen der Europäischen Volkspartei und der Europäischen Konservativen und Reformisten des Europäischen Parlaments, haben am 9. Mai im Europäischen Parlament eine Sitzung abgehalten, die der stets unsicheren und gefährlichen Situation gewidmet war, in der sich die Christen in den arabischen Ländern befinden.

Haben sich die Erwartungen nach Demokratie und nach Achtung der Menschenrechte und der religiösen Minderheiten, die sich aus dem „arabischen Frühling“ schöpften, realisiert? Dies war die zentrale Frage des Kolloquiums mit dem Titel „Christen in der arabischen Welt, ein Jahr nach dem arabischen Frühling“, das in diesen Tagen stattgefunden hat.

Ziel des Seminars war es, die Mitglieder des Europäischen Parlaments zu versammeln, um zu verstehen, inwieweit der „arabische Frühling“ die Erwartungen erfüllt hat, um eine größere Achtung liberaler Werte wie Demokratie und die Grundrechte des Menschen zu erreichen.

Die Demokratisierung des Nahen Ostens hat den Menschen nicht geholfen, die in diesen Ländern leben, und dies ist eine sehr bittere Wahrheit ein Jahr nach dem arabischen Frühling. Wenn die EU eine glaubwürdige Verteidigerin der Menschenrechte bleiben möchte, muss (…) sie eine klare Position zur Verteidigung der Christen im Nahen Osten beziehen. Wir bestehen auf einer Reaktion auf jeden Akt von Diskriminierung, und wir erwarten, dass dieses Problem bei politischen oder geschäftlichen Gesprächen zwischen der EU und der arabischen Welt stets präsent ist“, sagte Konrad Szymanski, MdEP der ECR-Fraktion.

„Eine vertrauensvolle Präsenz“

Vertreter verschiedener internationaler Organisationen wie der Vereinigung päpstlichen Rechts Hilfe für die Kirche in Not (ACN), Open Doors International, und das Pew Forum on Religion & Public Life, sprachen über die Situation der Christen in der arabischen Welt. Weitere wichtige christliche Zeugen, die im Nahen Osten leben und arbeiten, wie Erzbischof Samir Nassar, der maronitische Erzbischof von Damaskus (Syrien), Pater Pierbattista Pizzaballa OFM, Kustos des Heiligen Landes, nahmen an dem Symposium teil. „Nach dem Wandel, der in Ägypten stattgefunden hat, zeigt die Situation, in der sich Syrien befindet, eindeutig, wie sich das Panorama im Nahen Osten verändert. Bis vor einem Jahr wäre es undenkbar gewesen, ähnliche Szenarien vorherzusagen“, sagte Pater Pierbattista Pizzaballa OFM, in einem Appell an die Agentur Fides am 30. April diesen Jahres. Was die Rolle der Kirche betrifft, so erläuterte diese Pater Pizzaballa bei dieser Gelegenheit: „Bei den Menschen bleiben, diejenigen aufnehmen und helfen, die in Not sind, ohne einen Unterschied von Rasse, Religion oder Nationalität zu machen. Durch eine vertrauensvolle Präsenz den religiösen Dienst an den Gläubigen sichern, damit sie die Bedeutung ihres Bleibens in ihrem eigenen Land verstehen. Dies bleibt der Sinn der franziskanischen Mission“.

Im Kontext dieses großen historischen Wendepunktes, in dem sich die arabische Welt befindet, wird Papst Benedikt XVI. im kommenden September den Libanon besuchen, um das Apostolische Schreiben der Synode für den Nahen Osten zu übergeben. Die libanesische Tageszeitung Al Safir hat bereits eine Zusammenfassung der Vorschläge des neuen „Apostolischen Schreibens“ veröffentlicht.

Christophe Lafontaine, mit Agenturen