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Gepostet on 26 Apr 2012 in Aktuelles des Heiligen Vaters, Kirche

Sieben Jahre treuer Aufmerksamkeit für das Heilige Land

Sieben Jahre treuer Aufmerksamkeit für das Heilige Land

Jerusalem – Die Woche der Jahrestage für unseren Papst Benedikt XVI. Letzten Montag feierte er seinen 85. Geburtstag. Am 19. April 2012 seine siebenjährige Amtszeit. Schon sieben Jahre! Sieben Jahre im Dienste der Kirche als Petrusdiener. Sieben Jahre im Dienst der Humanität als Mediator für Menschen, damit alle in Frieden leben können. Besonders im Heiligen Land. Lassen sie uns einen kurzen Rückblick geben.

Vor sieben Jahren, am 19. April 2005, stieg weißer Rauch aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle, Habemus Papam! Der Selige Johannes Paul II und die Kardinäle, geleitet durch den Heiligen Geist, wählten „einen demütigen und einfachen Arbeiter im Weingarten des Herrn“: Kardinal Ratzinger. Unter dem Patronat des Hl. Benedikt setzte er den Auftrag fort, den der Herr Petrus anvertraut hat: „Weide meine Schafe“ (Joh 21:16)

Vom ersten Jahr seines Pontifikats an hat er nie das Hl. Land und die Konflikte, die es erschüttern, vergessen. Im Herbst 2005 empfing er Israels Präsident Moshe Katsav (17.Nov.) im Vatikan, und 15 Tage später den Präsident der Palästinenser Mahmud Abbas (3. Dez). Beide luden ihn darauf ins Hl. Land ein. Ein Monat später, am 9.1.2006, erklärte der Heilige Stuhl beim Empfang des Diplomatischen Chores: “Der Staat Israel muss friedlich existieren können, gemäß den Normen des Internationalen Rechts; in gleicher Weise muss das palästinensische Volk friedlich seine eigenen demokratischen Institutionen entwickeln können für eine freie und erfolgreiche Zukunft“. In der Zwischenzeit erklärte er in seiner Weihnachtspredigt: „In dieser Nacht, in der wir alle nach Bethlehem schauen, wollen wir auch in besonderer Weise für den Ort beten, an dem unser Erlöser geboren wurde, und für die Menschen, die hier leben und leiden. Wir wollen beten für den Frieden im Heiligen Land: Schütze, Herr, diese Region, die dir als dein Geburtsort so teuer ist. Lass dein Licht auf dieses Land scheinen und lass Frieden werden!“

Zwischen 2006 und 2008 ereignete sich vieles im Heiligen Land. Am 21. Juni 2008 übernahm Patriarch Fouad Twal die Aufgaben des Lateinische Patriarchat. Es kam aber auch zur Übernahme von Gaza in die Kontrolle der Hamas, zu weiteren Siedlungstätigkeiten, Friedensgesprächen, zum Israelisch-Libanesischen Krieg im Sommer 2006, dem Gazakrieg (von Dez.2008 bis Januar 2009). Der Heilige Vater erinnerte immer an diese Ereignisse, forderte zum Gebet auf und zur Arbeit für einen stabilen Frieden. Lasst uns seine Worte beim Angelus vom 4. Jänner festhalten, als die Kämpfe in Gaza kein Ende zu nehmen schienen: „Die Patriarchen und Führer der christlichen Kirchen von Jerusalem laden die Gläubigen ein, in allen Kirchen des Hl. Landes für ein Ende des Krieges im Gazastreifen zu beten und um Gerechtigkeit und Frieden für ihr Land zu bitten. Ich vereinige mich mit ihnen und bitte alle, das auch zu tun. Die dramatischen Nachrichten, die uns aus Gaza erreichen, zeigen, dass die Ablehnung des Dialogs zu Situationen führt, die eine unerträgliche Last für die Bevölkerung, die schon wieder Opfer von Hass und Krieg sind, darstellen.

Einige Monate später, von 3. bis 15. Mai, kam Benedikt XVI ins Hl. Land. Ein einzigartiger Moment und doch verwurzelt in den Herzen der Gläubigen im Hl. Land. Vom Berg Nebo

(Jordanien) zum Heiligen Grab, vom Aida Flüchtlingslager (Bethlehem) zur Klagemauer, von Treffen mit politischen Führern bis zum Kontakt mit den Menschen, aber auch – und zum ersten Mal für einen Papst – beim Besuch im Felsendom, überall hat Benedikt XVI um Frieden und eine rasche und andauernde Lösung des Konfliktes gebetet.

Einige Stunden nach der Verkündigung der Papstwahl hat Pater Pizzaballa, OfM, Kustos des Hl. Landes, der Agentur Fides gesagt:“ Es ist keine Hoffnung, sondern eine Gewissheit: Papst Benedikt wird ein Brücken bauender Papst sein. Ein Prophet für den Frieden im Hl. Land. Ich bin sicher, dass Benedikt XVI über die Anliegen der Kirche und des Heiligen Stuhl dem Hl. Land gegenüber wachen wird. Ich weiß, dass er Worte des Friedens sprechen und Brücken der Versöhnung bauen wird.“

Er hatte Recht diese Gewissheit zu nähren. Mit Gottes Gnade wird Benedikt XVI weiterhin ein Zeuge für die Liebe Gottes zu den Menschen und ein Prophet für den Frieden im Hl. Land sein.

Louis-Marie de Linage