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Gepostet on 26 Apr 2012 in Dialog, Synode

Abschlusserklärung des Seminars über die Kommunikation im Nahen Osten

Abschlusserklärung des Seminars über die Kommunikation im Nahen Osten

Kommuniqué (Beirut): Der Päpstliche Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel und der Rat der Katholischen Orientalischen Patriarchen haben zusammen ein Seminar organisiert, das unter dem Thema „Kommunikation im Nahen Osten als Mittel der Evangelisierung, des Dialogs und des Friedens“ in Béthanie-Harissa (Libanon) vom 17.-20. April 2012 stattgefunden hat.

An diesem Seminar nahmen 45 Patriarchen und Bischöfe aus dem Libanon, Syrien, Ägypten, Irak, Jordanien, dem Heiligen Land, Zypern, Armenien und dem Vatikan teil. Darüber hinaus waren 30 Priester, Ordensleute, Laien und Experten auf dem Gebiet der Medien gekommen.

Das Seminar wurde in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Synode der Bischöfe des Nahen Ostens vom Oktober 2010 und im Lichte des Libanonbesuchs Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. im September diesen Jahres durchgeführt, bei der er das Apostolischen Schreiben an die Kirchen des Nahen Ostens übergeben wird. Das Seminar fand auch im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Jahres des Glaubens statt, das anlässlich des 50. Jahrestages der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils ausgerufen wurde.

Seine Seligkeit Patriarch Bechara Raï eröffnete die Sitzung mit den folgenden Worten:

 

Man erwartet von den Pastoren der Kirchen des arabischen Ostens, der tief erschüttert ist von den Revolutionen seiner Völker – dass die Medien und ihre Technologien sich einsetzen – dass sie das christliche Volk einladen, seine historische Rolle in ihren jeweiligen Ländern weiterhin zu übernehmen, um ihre Werte zu leben, Gewalt zu denunzieren, zum Dialog einzuladen, friedliche Lösungen zu finden und die Rechte aller Bürger zu verteidigen.

Darüber hinaus betonte Seine Seligkeit, dass die „neuen Kommunikationsmittel ein Geschenk Gottes sind. Sie sind allen im Hinblick auf die geschwisterlichen Bande gegeben, um sie zu Mitarbeitern in der Erfüllung des Heilsplanes zu machen.

 

Am Ende des Seminars gaben die Teilnehmer die folgenden Empfehlungen:

1) Die Kirche ist sich der enormen Fortschritte auf dem Feld der sozialen Kommunikationsmittel bewusst, die einen medialen und kulturellen Revolution geschaffen haben. Die Kirche ist aufgerufen, die Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und in ihrer Mitte zu sein, dort wo sie leben.

2) Die Kirche beabsichtigt, sich der Dynamik der digitalen Kultur anzuschließen, um die Wahrheit, die Freiheit und die Menschenwürde, die vom Schöpfer gegeben sind, zu verteidigen. Da die Kirche verantwortlich ist für die Verkündigung des Evangeliums, will sie es „in der Saison und außerhalb der Saison“ tun. Sie beginge eine Unterlassungssünde, wenn sie den Einsatz dieser neuen Technologie für den Dienst in der Verkündigung ignorierte.

3) Die Medien sind ein fruchtbares Umfeld für die Kommunikation mit unseren Schwesterkirchen und für den Dialog mit den verschiedenen Kulturen und Religionen sowie mit allen, die auf der Suche nach der Wahrheit sind. Es ist wichtig, dass dieser Dialog ehrlich, offen für andere und mit gegenseitigem Respekt für die Wahrheit eines jeden geführt wird.

4) Die Kirche lädt die Gläubigen ein, sich nicht einfach mit der passiven Nutzung der Kommunikationsmittel zufriedenzugeben, sondern eine aktive Rolle als Akteure und Produzenten zu übernehmen, um die Botschaft des Evangeliums der Welt zu verkünden, die Authentizität, Dialog, Frieden und Gerechtigkeit sucht.

5) Die Teilnehmer laden dazu ein, in Seminarprogrammen, in theologischen Fakultäten, katholischen Universitäten und Schulen Kurse zum Thema Kommunikationsmittel, digitales Zeitalter und  Ethik des Internets anzubieten.

6) Jede Diözese (oder Eparchie) wird gebeten, die traditionellen und die neuen Medien zu nutzen und eine Webseite für pastorale Zwecke zu erstellen, um eine Gemeinschaft zwischen den Gläubigen und den katholischen Diözesen zu schaffen, und im Bereich der Medien eine Zusammenarbeit zu entwickeln, die, falls erforderlich, bis zu gemeinsamen Aktionen reicht. Die Kommunikation muss im Hinblick auf Form und Inhalt von hoher Qualität sein, um der Erhabenheit der Botschaft angemessen zu sein und den Ansprüchen der Menschen, vor allem der Jugendlichen zu genügen.

7) Sicherlich bieten die modernen Kommunikationsmittel viele Möglichkeiten. Jedoch bestanden die Teilnehmer darauf, die Notwendigkeit des Schutzes der Kinder und der Jugendlichen vor ihren Risiken zu betonen und diese zu einem ethischen Umgang mit diesen Technologien zu sensibilisieren und wachsam zu sein, unter Hinweis auf die Pflichten der Eltern.

8) Das Seminar ruft alle Kirchen des Nahen Ostens auf (die Diözesen und Institutionen), eine Politik aktiver und effektiver Kommunikation und eine Politik der Ausbildung von Priestern und Laien in dieser Materie zu fördern. Eine praktische Anwendung dieser Empfehlungen ist als imperativ zu betrachten.