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Gepostet on 23 Apr 2012 in Diözese im Ausland, Kirche

“In die Kommunikation zu investieren muss eine Priorität sein,” sagt Erzbischof Fouad Twal

“In die Kommunikation zu investieren muss eine Priorität sein,” sagt Erzbischof Fouad Twal

Beyrouth – Seine Seligkeit Patriarch Fouad Twal erinnerte während des Seminars für Kommunikation, das vom 17. bis 20. April im Libanon stattgefunden hat, an seine Rede vom 20. August *, in der er auf die Bedeutung der Ausbildung im Kommunikationswesen von Seminaristen, Priestern und aller Gläubigen hingewiesen hat.

 

Dieser Aspekt sei hier noch wichtiger, wo das Heilige Land, laut des Patriarchen, “eine ganz besondere Rolle des Zeugnis- und Beispielgebens hat als anderswo. Von hier geht die Verkündigung der Auferstehung in die ganze Welt. Und die ganze Welt kommt ins Heilige Land, wo sie ein Zeugnis des Friedens erwartet.” Während seines Vortrags fügte der Patriarch noch hinzu: “Die Neuevangelisierung bedarf einer Rückkehr zu den Wurzeln des Glaubens. Jerusalem muss über besondere Kenntnisse im Umgang mit den neuen Medien verfügen.”

Für Erzbischof Fouad Twal dürfe man sich nicht auf das Heilige Land beschränken, wichtig sei vielmehr, dass der gesamte Nahe Osten wieder mit der Zeit gehe, während sich andere bereits seit langem den Bereichen der Gesundheit und des Schulwesens angenommen haben. “In die Kommunikation zu investieren muss Priorität sein,” warnte er. Diese Maßnahmen bedürfen einer geballten Kraft “innerhalb unserer Diözese sowie mit unseren benachbarten Diözesen: Wir müssen unsere Kräfte für die Kommunikation sammeln.”

Das Potenzial der Pilgergruppen als Kommunikationskanäle im Blickfeld, betonte der Lateinische Patriarch von Jerusalem, wie wichtig es sei, die Pilger im Heiligen Land in geeigneter Weise willkommen zu heißen, damit sie, ins eigene Land zurückgekehrt, ihre  reiche Erfahrung weitergeben. In diesem Zusammenhang  wies Erzbischof Twal eindringlich darauf hin, wie wichtig die Ausbildung der Führer zu den Heiligen Stätten sei und teilte gewisse Bedenken, dass “Israel diese  Tätigkeit angesichts der Bedeutung der Kommunikation zu monopolisieren suche”.

Für den Patriarchen ist klar, dass die östlichen katholischen Kirchen im Bereich der Kommunikation ausgebildete Fachleute benötigen: in erster Linie Priester und Seminaristen. Für Erzbischof Fouad Twal hat dies eine große “Dringlichkeit”, um “die heutigen Generationen” nicht zu verlieren und um von einer „Informationsseelsorge” zu einer”Kommunikationsstrategie” zu kommen.

Es sei notwendig, die Seminaristen dazu zu erziehen, die Medienressourcen zu nutzen und zu verstehen, aber auch dahingehend, dass sie lernen, kritisch mit dem enormen sich im Umlauf befindlichen  Informationesfluß umzugehen. Aber dies sei ohne eine Ausbildung des verantwortlichen Klerus, der pastoralen Teams, der Pädagogen und Katecheten nicht möglich. Deshalb erinnerte der Lateinische Patriarch von Jerusalem an die Rolle der Schulen und Universitäten und zögert nicht, folgenden Appell an das Publikum zu richten: “Hierbei handelt es sich um eine neuartige theologische Arbeit, nämlich der christlichen Reflexion bezüglich der Medien”.

Daraus leite sich “die Entwicklung von Programmen, die philosophische, theologische und kirchliche Fragen, ergänzt mit dem  Studium der Literatur und der Filme, Rhetorik und anderer spezifischerer Themen wie die öffentliche Meinungsforschung, die  audiovisuelle Kommunikation oder das Verhältnis zu den Medien miteinander verbinden” ab.

Aber all diese Veränderungen dürfen nicht dazuführen, den Blick auf die Nachricht des Evangeliums zu verlieren, die unverändert bleibt. Dabei betonte der Patriarch abschließend: “die Technologie der Kommunikationsmittel ist neu, nicht aber die Frohe Botschaft”.

Christophe Lafontaine

* Den vollständige Text des Vortrages von Patriarch Fouad Twal findet man auf der Website in französischer Sprache.