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Gepostet on 24 Jan 2012 in Dialog, Ökumenismus

Gebetswoche für die Einheit der Christen in Jerusalem: 2. Tag

Semaine_pour_lUnit_des_ChrtiensGestern, am Montag den 23. Januar 2012 versammelten sich in Jerusalem erneut etwa 200 Gläubige, um für die Einheit der Christen zu beten. In der zeitlosen armenischen St. Jakobus Kathedrale hatten sie Gelegenheit, über das Thema von Geduld und Hoffnung nachzudenken.

„Die christliche Hoffnung ist unser gemeinsamer Punkt, denn sie ist die treibende Kraft für uns alle.“ Und Erzbischof Aris Shirvanian, Koadjutor des armenischen Patriarchen, betonte unter Bezugnahme auf die Situation der Christen im Heiligen Land: „Auch wenn die gegebenen politischen Verhältnisse schwierig sind, sollten die Christen ermutigt werden, eine gemeinsame Hoffnung zu bezeugen: den Frieden und die Gerechtigkeit.“ Kurz gesagt, die christliche Hoffnung sollte durch eine ökumenischen Hoffnung vorangebracht werden. Diese gemeinsame Hoffnung hat ein Ziel, das Reich Gottes, und eine Stärke: die Freiheit, die man in Jesus Christus findet.
Die Lesungen des Tages – „Laß es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen“ (Matthäus 3:15) – luden die Christen ein, verwandelt zu werden, während sie geduldig auf den Herrn warten. „Damit sich eine gewisse Veränderung einstellt, müssen wir beharrlich sein und nach der Geduld streben. Bete, dass Gott, eine Veränderung bewirke, so wie er es möchte, denn das ist auch ein ein Akt des Glaubens und des Vertrauens in seine Versprechen. Die Erwartung auf Gott ist fundamental für alle diejenigen, die diese Woche für die sichtbare Einheit der Kirche beten.“

Unter dem antiken Gewölbe der armenischen Kathedrale und zur Freude der Altstadt von Jerusalem, schimmerten die drei Sterne der Geduld, des Vertrauens und der Hoffnung am Firmament des christlichen spirituellen Lebens.

Diese Kathedrale ist nicht wie jeder andere Ort. In dieser kalten Januarnacht lässt man die Welt zurück. Der Eingang der Kirche ist mit Vorhängen verhüllt, so dass das im Inneren ein eigenes heiliges Universum entsteht, das in eine feierliche Stille gehüllt ist. Eine Reihe von Öllampen, die von der Kuppel herabhängen, zieren das Kirchenschiff und hüllen sie von der Kanzel bis zum Chor und den Lesern in ein sanftes Licht.

In der Kathedrale waren fast 200 Gläubige und Vertreter der christlichen Kirchen versammelt (Anglikaner, Lutheraner, Katholiken, Koptisch-Orthodoxe, Äthiopier, Griechisch-Katholische, Syrianer…). Msg. Kamal Bathish, der emeritierte Weihbischof von Jerusalem, vertrat das Lateinische Patriarchat.

Die Zeit schien still zu stehen, als sich der feierliche Gesang der armenischen Seminaristen über dem Chor erhob. Die flüssige Bewegung und der schwingende Gang der schwarzen Stolen, vérakous, und Soutanen vollzog sich in Stille. Dann hielten die Priester inne als ob von unsichtbaren Fäden bewegt, die die Hand Gottes zusammenhält, um das „Vater unser“ zu beten und zu singen. Jeder rezitierte dieses Gebet für die Einheit sowohl zu Beginn als auch am Ende der Gebetswache. Und jeder war in der Lage, den „Friedensgruß“ auszutauschen, bevor die Kirchenhäupter, jeder einzeln und in seiner Sprache, der kleinen christlichen Gemeinde im Heiligen Land den Abschlusssegen gaben.

Christophe Lafontaine

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