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Gepostet on 9 Nov 2011 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Die Christen in Beit Jala treffen sich zum Gebet, um den Mauerbau aufzuhalten

Messe_Beit_Jala_Am Nachmittag des 4. November kamen die Christen von Beit Jala zu einer Messe im Freien zusammen, um dafür zu beten, dass die Entscheidung Israels, Land am Eingang zum Tal von Cremisan für den Mauerbau zu beschlagnahmen, revidiert wird.

Um gegen diese Entscheidung zu protestieren, hatten sich zahlreiche Gläubige um die Priester von Beit Jala, Pfarrer Ibrahim Shomali und Pfarrer Mario Dogwood, versammelt und feierten gemeinsam eine Messe im Freien. Ein israelisches Komitee hatte in der Tat im September einen Plan zum Bau von 1.100 neuen Häusern an den südlichen Hängen von Gilo genehmigt. Um dies realisieren zu können, so eine Erklärung der Pfarrei, „muss für die Mauer Land, das der christlichen Bevölkerung und der Kirche gehört, beschlagnahmt werden.“ Die Idee ist einfach: Protest nicht mit Gewalt, sondern mit dem Gebet. In der gleichen Erklärung beklagen der Pfarrer und die Christen von Beit Jala „die Beschlagnahme der letzten verbleibenden grünen Gebiete in Beit Jala (Bezirk von Bethlehem)” seitens Israel, und bezeichnen “die Beschlagnahme des schönsten Landes der Gegend von Bethlehem als einen direkten Angriff auf das palästinensische Volk und insbesondere auf die palästinensischen Christen.“

Sich an die Mitglieder des Nahost-Quartetts, bestehend aus den Vereinten Nationen, der Russischen Föderation, den Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union, und an den Rest der internationalen Gemeinschaft wendend, fordert die Pfarrei von Beit Jala die Regierung unter der Leitung von Präsident Mahmoud Abbas, das lateinische Patriarchat und die Zivilbevölkerung dazu auf, “alles erdenklich Mögliche zu tun, damit das Land bei seinen rechtmäßigen Besitzern bleibt.”

Die Erklärung nimmt ebenfalls Bezug auf die letztjährige Synode des Nahen Osten zugunsten der christlichen Präsenz im Heiligen Land: “Es ist Pflicht der Kirche unsere Präsenz zu unterstützen. Daher bitten wir den Heiligen Stuhl und Papst Benedikt XVI sofort zu handeln und alles zu tun, um unsere Leute zu beschützen.”

Die Heilige Messe wurde auf einem Feld mit Olivenbäumen gefeiert, die bald gefällt und entwurzelt werden könnten. Pfarrer Mario Cornioli erinnerte dabei, dass die Olivenbäumen stumme Zeugen des Leidens und der Qual Jesus in Gethsemane seien. So werden sich nun die Gemeindemitglieder von Beit Jala, die mit ihrem Land und ihren Olivenbäume so sehr verbunden sind, jeden Freitag in diesem „Ort Gethsemane“ versammeln, wo sie noch immer in Angst leben, aber auch in der Hoffnung, dass ihr Land respektiert werden wird…

Christophe Lafontaine